Es sieht so aus, als hätte ich meinen Newsletter rechtzeitig deaktiviert, sonst wäre ich wohl ungewollt eine Waffe in einem Angriff auf Mail-Konten der PARTEI DIE LINKE geworden.
Aktuell (seit Sonntag) schlagen pro Minute 30.000 Mails beim Mail-Server des Bundestages ein, alle adressiert an Abgeordnete der PDL, alles infolge von Fake-Anmeldungen bei verschiedenen Newslettern, die so zu Waffen in einem Angriff geworden sind.
Die E-Mails überfluten nicht nur die Postfächer der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter*innen, sondern zwingen auch die Mail-Server des Bundestags in die Knie.
Es geht wahrscheinlich darum, die Mail-Konten der Abgeordneten der Linken unbenutzbar zu machen – und dafür zu sorgen, dass wichtige E-Mails nicht mehr gesehen und gelesen werden können.
Eine ähnliche Aktion, allerdings mit einem anderen Ziel, traf kürzlich eine große Zahl an Mastodon-Instanzen: Innerhalb weniger Stunden registrierten sich oft Hunderte vermeintliche Nutzer, und die Folge waren entsprechend viele Bestätigungs-Mails an die entsprechenden Mail-Konten.
Erst nach ein paar Tagen kam heraus, dass Mail-Bombing das Ziel der Aktion war und die Mastodon-Instanzen als Waffen missbraucht wurden. Es ging nie darum, tatsächlich Mastodon-Accounts zu registrieren, sondern nur um die automatisch versandten Bestätigungs-Mails an Mail-Konten, die damit gar nichts zu tun hatten, aber auf diese Weise mit Mails überschüttet wurden. So werden Mail-Server in die Knie gezwungen und Postfächer unbrauchbar gemacht.
Es gibt im Internet Dienstleister, die solche Aktionen verkaufen. Man gibt ihnen die Mail-Adressen, die angegriffen werden sollen, bezahlt ein bisschen Geld – und kurz darauf landen, vermutlich dank KI-gesteuerter Bots, Tausende E-Mails in den Postfächern der Opfer.
Wäre der Newsletter meiner Homepage noch aktiv, wäre ich wahrscheinlich auch Teil dieser Attacke geworden. Denn kurz vorher konnte ich einige mysteriöse Anmeldungen beobachten, die offenbar nur dazu dienten, zu testen, ob sich mein Server für einen solchen Angriff eignet.
Und tatsächlich konnte ich heute zahlreiche Zugriffe auf meine Newsletter-Komponente beobachten, die freilich ins Leere liefen, da sie inaktiv ist.