Ich gebe im Folgenden die Resolution des Bundesrates des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten und Brüdergemeinden) vom 15. Mai 2026 wieder:

Wir wissen um die Krisen dieser Welt wie den Klimawandel, das Artensterben, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, die Kriege, die ungerechte Verteilung der Güter, den Rassismus, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir müssen uns diesen Krisen und dem eigenen Anteil daran stellen.

Wir wissen, dass sich weltweit eine destruktive Machtpolitik durchsetzt, die auf Gewalt – insbesondere gegen Frauen – und Vernichtung baut. Ressourcen, die zwingend für den Schutz der Lebensgrundlagen eingesetzt werden müssten, fließen in Rüstungsgüter. Das Völkerrecht wird angegriffen und ist in Gefahr. Das betrifft sowohl die Menschenrechte als auch das Prinzip von Rechtsstaatlichkeit und die internationale Ordnung im Grundsatz.

Im Wissen um die Häufung dieser Rechtsbrüche und Gefahren in jüngster Zeit bekennen wir uns als Kirche zu den unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht unserer Umwelt auf Schutz und Bewahrung. Als Christinnen und Christen sehen wir uns in der Verantwortung, uns aus ganzem Herzen und mit aller Kraft (1) für das Globalwohl und die Menschenrechte zu engagieren. Wir bekennen unseren Glauben an Gott, dessen Geist die Liebe ist. Jedes Leben ist von Gott gegeben und gleich kostbar. Wir glauben an Jesus Christus, der auf der Seite der Entrechteten steht und folgen seinem Aufruf zu Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe.

Wir widersetzen uns der Logik zunehmender Bewaffnung und Aufrüstung als Weg zu einem dauerhaften und nachhaltigen Frieden. Wir distanzieren uns von antidemokratischem Extremismus und allen Ideologien der hierarchischen Ungleichheit. (2) Wir lehnen in aller Entschiedenheit die Ausgrenzung von Minderheiten wie etwa Menschen mit Migrationsgeschichte, Jüdinnen und Juden, Angehörigen aller religiösen und ethnischen Minderheiten, queeren Menschen oder Menschen mit Behinderungen ab.

Der Bundesrat begrüßt alle zivilgesellschaftlichen und politischen Bemühungen, die sich gewaltlos dem Schutz aller Menschen widmen.

Der Bundesrat ruft alle Christinnen und Christen, Gemeinden, Werke und Organe unseres Bundes auf: Seid wachsam, schaut hin und vernetzt euch mit allen Menschen guten Willens, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen!

Wir fordern die Bundesregierung auf, den Rechtsstaat zu schützen und sich für die Beachtung der Menschenrechte und des Völkerrechts einzusetzen und die Bewahrung der Schöpfung und der Weltgemeinschaft zur obersten Priorität politischen Handelns zu machen.

Wir setzen dabei unsere Hoffnung auf Gott, die Quelle allen Lebens und aller Liebe, die diese Welt verwandeln kann und wird, Gerechtigkeit schafft und Frieden werden lässt. Wir erinnern an die Bitte Jesu: „Bleibet hier und wachet mit mir!“

Kassel, 15. Mai 2026


(1) „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.“ Dies ist das große und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Matthäus 22, 37ff. Elberfelder Bibel.

(2) Der Bundesrat bekräftigt die Resolution zu „Demokratie und Menschenwürde“ vom 11. Mai 2024.

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