SchwimmbadBei uns im örtlichen Schwimmbad gibt es schon seit Jahren zweimal im Monat die Möglichkeit für Frauen, beim Schwimmen unter sich zu sein. Nun ist man auf die Idee gekommen, zusätzlich auch ein „Männerschwimmen“ anzubieten.

Gleichberechtigung oder ein Relativieren von Belästigung der Frauen durch Männer?

Das Frauenschwimmen gibt es ja inzwischen in mehreren Orten, und für den Wunsch vieler Frauen, im Schwimmbad unter sich zu sein, ohne Männer, gibt es einen guten Grund: Das Verhalten vieler Männer gegenüber Frauen beim gemischten Schwimmen: Blicke, Kommentare, nicht selten auch Berührungen. 

Es gibt wohl keine Frau, die im Schwimmbad nicht schon Belästigung durch Männer erlebt hat. 

Frauenschwimmen ist kein Privileg für Frauen, sondern eine Reaktion auf männliches Fehlverhalten Frauen gegenüber, auf sexualisierte Gewalt (die eben schon bei bestimmten Blicken und Kommentaren beginnt), auf die Herabwürdigung von Frauen. Ich kenne viele Frauen, die wegen der Männer nur ungern ins Schwimmbad gehen. Auch, weil Männer dank moderner Technik wie Smartphones oder „Smart Glasses“ immer wieder heimlich Aufnahmen von Frauen im Bikini oder Badeanzug oder sogar „oben ohne“ anfertigen. 

Frauenschwimmen bietet Frauen eine sichere Umgebung, in der sich Frauen beim Schwimmen sicher und damit auch wohlfühlen können. Und jede Frau weiß, wie nötig das ist. 

Frauenschwimmen hat einen Grund, und der sind Männer. Und ein „Männerschwimmen“ relativiert diesen Grund, verharmlost die sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Es ist eine weitere Herabwürdigung der Frauen, wenn dem Frauenschwimmen ein „Männerschwimmen“ an die Seite gestellt wird, als müssten Männer im Schwimmbad dasselbe von Frauen erleiden, was Frauen von Männern erleiden müssen. 

Nein, Männer brauchen kein „Männerschwimmen“, als müssten sie beim Schwimmen stets Angst vor Blicken, Kommentaren und Berührungen durch Frauen haben. 

Ein „Männerschwimmen“ setzt ein falsches Signal, weil es nicht um Gleichberechtigung geht, sondern darum, dass es Männer sind, wegen derer es besondere Schwimmzeiten für Frauen braucht. Man(n) betrachtet Frauenschwimmen als ein Privileg, das man(n) den Männern nicht vorenthalten dürfe. Wer nun Männern ein „Männerschwimmen“ gibt, macht sich über Frauen lustig, die im Schwimmbad von Männern belästigt werden. 

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