Der Niqab oder Nikab1 ist der Gesichtsschleier, den manche muslimische2 Frauen tragen.

Das arabische Wort نقاب (niqāb3, im Plural nuqub) bedeutet wörtlich übersetzt „Maske, (Gesichts-)Schleier“. Das Wort hat also keine besondere religiöse Bedeutung. Im Grunde ist jeder Gesichtsschleier und jede Maske ein Niqab.4

Etwa seit dem zweiten Jahrhundert der islamischen Zeitrechnung wird es allerdings meist für den aus religiösen Gründen getragenen Schleier verwendet. 

Für deutsche Zungen ohne Übung im Arabischen ist das arabische Wort kaum aussprechbar. Üblich ist darum die auch im Englischen verbreitete Form nˈɪ.kæb.

Eine Besonderheit ist der Tschaderi afghanischer Frauen, hierzulande meist „Burka“ genannt und mit den Taliban in Verbindung gebracht. Er kombiniert einen Jilbab5 und einen Niqab.

Der Tschaderi ist vorislamischen Ursprungs und im Paschtunwali, dem Sittenkodex der Paschtiunen, verankert.

Niqabis

Niqabis (so die Bezeichnung für Frauen, die den Niqab tragen) sind fast ausnahmslos sunnitisch6.

Im schiitischen Islam ist der Niqab im Gegensatz zum Hijab kaum verbreitet. Somit ist er auch im Iran fast überall unbekannt, lediglich am Persischen Golf leben einige sunnitische Volksgruppen, deren Frauen gegebenenfalls einen Niqab tragen7.

Weltweit soll etwa jede zehnte sunnitische Frau den Niqab tragen, wobei es eine Vielzahl an Varianten gibt.

In Europa war der Niqab bis in die 1920er Jahre vor allem unter Muslimas in Bosnien verbreitet, ehe er 1950 endgültig verboten wurde. Heute gibt es wieder einige bosnische Muslimas, die den Niqab tragen.

Die Zahl der Frauen in Deutschland, die einen Niqab tragen, ist allerdings gering, sie wird auf 2000–4000 Frauen8 geschätzt, die ihn zumindest zeitweise9 oder auch regelmäßig tragen.

Viele dieser Frauen – geschätzt ein Drittel – sind Deutsche, die zum Islam konvertiert sind. Unter diesen Muslimas ist der Anteil der Niqabis besonders hoch.

Viele weitere sind Muslimas, in deren Familien der Niqab unüblich ist; sie sind zum Tragen des Niqabs konvertiert, häufig verbunden mit einer Hinwendung zu einem Islamverständnis, das sich mehr als oftmals üblich an den frühen Muslimen, insbesondere den ersten drei Generationen10, orientiert.

Geschätzt weniger als ein Drittel kommen aus Familien, in denen der Niqab üblich ist. Es ist übrigens keineswegs immer so, dass die Frauen aus diesen Familien, etwa die Töchter, selbst Niqab tragen, viele entscheiden sich auch dagegen oder tragen den Niqab nur zu bestimmten Gelegenheiten.

Die meisten Niqab-Trägerinnen haben also keinen entsprechenden Hintergrund, sondern haben sich bewusst aus religiöser Überzeugung für das Tragen des Niqabs entschieden.

Im Schnitt tragen die Frauen den Niqab etwa fünf Jahre, manche kürzer, manche länger. Vermutet wird, dass die Zahl derer, die ihn neu anlegen, etwa ebenso hoch ist wie die Zahl derer, die ihn wieder ablegen. Es gibt also keine signifikante Zunahme von Frauen, die den Niqab tragen.

Freiwilligkeit oder Zwang?

Es gibt keine Studien zu dieser Frage, nur Schätzungen und Erfahrungswerte. Belege dafür, dass der Niqab hierzulande meist (oder auch nur häufig) unter Zwang getragen wird, existieren nicht.

In Deutschland trägt die Mehrheit der Frauen den Niqab nach meinen Erfahrungen freiwillig. Sie tun es aus religiöser Überzeugung, genau so, wie sie auch den Hijab tragen und auf den Konsum von Alkohol oder Schweinefleisch verzichten.

Ich habe trotz vieler Bekanntschaften mit Niqabis keine Frau kennengelernt, die dazu gezwungen wird, den Niqab zu tragen – wohl aber mehrere Mädchen und Frauen, denen es von den Eltern oder dem Ehemann verboten wird11, obwohl sie ihn gerne tragen würden12.

Alle Niqabis, die ich kennengelernt habe, haben betont, wie wichtig es ihnen ist, dass der Niqab freiwillig getragen wird, da es nur dann verdienstvoll sei. Sie wollen andere Frauen oder auch ihre Töchter durch ihr Vorbild zum Tragen des Niqabs ermuntern, nicht durch Zwang.

Gründe, den Niqab zu tragen

Jede Frau, die den Niqab trägt, hat ihre ganz persönlichen Gründe dafür. Fragt man fünf der Frauen, erhält man wahrscheinlich fünf Antworten – oder eher mehr.

Viele sehen den Niqab als Tradition oder Pflicht, die sie gerne erfüllen, um ihre Liebe zu Gott oder ihre Dankbarkeit für seine Barmherzigkeit13 auszudrücken. Manche betrachten es als verdienstvoll, wenn sie den Niqab tragen, auch wenn sie es nicht als Pflicht ansehen.

Manche betrachten den Niqab als eine Verbindung zu den Muslimas, die vor ihnen waren. Er verbindet sie etwa mit den Muslimas der ersten drei Generationen der Muslime, deren Leben für viele Muslime eine große Bedeutung hat, oder mit Frauen aus ihrer Familie, etwa Großmütter, Tanten usw. oder aus ihrem sozialen Umfeld.

Manche nutzen den Niqab aber auch, um sich vor männlichen Blicken und Flirtversuchen zu schützen.

Und einige setzen mit dem Niqab ein Zeichen gegen die von ihnen als gottlos oder unzüchtig empfundene Umwelt, deren Treiben sie nicht teilen wollen und von der sie sich bewusst abgrenzen.

Wieder andere betrachten ihren Niqab als Da’wah, als eine Gelegenheit zur Mission. Werden sie auf ihren Niqab angesprochen, so nutzen sie die Gelegenheit, von ihrem Glauben zu erzählen und dann auch zum Glauben einzuladen.

Tradition oder Pflicht?

Die Frauen, die den Niqab tragen, glauben, dass der Niqab Sunna14 ist, also der islamischen Tradition entspricht (also bereits von den ersten muslimischen Frauen auf eine Offenbarung Muhammads hin getragen wurde) und darum wünschenswert ist, aber nicht obligatorisch.

Manche glauben, er sei Mustahabb (verdienstvoll15) und wieder andere, dass er Fard (Pflicht) sei.

Eine Frau kann das Verschleiern ihres Gesichts in jedem Fall als Pflicht betrachten, unabhängig von der Situation, oder nur dann, wenn sie in einer bestimmten Situation Fitna (Unzucht)16 oder Zina (Ehebruch) befürchtet. 

Nicht alle Frauen, die Niqab tragen, tun dies immer, wenn sie in der Öffentlichkeit sind. Manche Frauen tragen ihn nur zu bestimmten Anlässen, etwa beim Besuch einer Moschee, an islamischen Feiertagen oder um ihr Gesicht zu bedecken, wenn sie dieses etwa für eine Hochzeit oder eine andere Veranstaltung geschminkt haben.

Niqab in Mekka

Die unter Gegnern des Niqabs verbreitete Behauptung, in Mekka sei Frauen das Tragen des Niqabs verboten, basiert auf einem Irrtum. Lediglich während der Hajj, der großen Wallfahrt, gelten für die teilnehmenden Muslime besondere Bekleidungsregeln, etwa, dass kein Stoff das Gesicht berühren darf.

Niqab gleich Salafiyya?

Es gibt Überschneidungen, aber die Gruppe der Frauen, die Niqab tragen, und der Frauen, die zur Salafiyya gehören, sind nicht identisch. Nicht alle Salafi-Frauen tragen Niqab, und längst nicht alle Frauen, die Niqab tragen, sind Salafi.

Vielfalt

Niqabs gibt es in vielen verschiedenen Farben, längst nicht nur in Schwarz17. Oft sind es gedeckte Farben.

Es gibt eine enorme, nahezu unüberschaubare Zahl an verschiedenen Modellen. Sie unterscheiden sich in vielen Details: Die Anzahl der Stofflagen, die Größe der Öffnung für die Augen usw. Manche sind so gearbeitet, dass der Schleier variabel getragen werden kann – so, dass er nur die Augen freilässt, oder so, dass die Augenöffnung bis zum Kinn heruntergezogen werden kann. Bei manchen Modellen können die Augen teilweise oder vollständig bedeckt werden, wobei der Schleier für die Augen wiederum sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Niqab und die Atmung

Oft wird angenommen, dass der Niqab die Atmung erschwere.

Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist. Es hängt natürlich von der Beschaffenheit des Stoffes ab. In Ländern der muslimischen Welt werden meist Niqabs verkauft, die das Atmen nicht erschweren.

Niqab und das Sehen

Auch die Sicht ist nicht zwangsläufig eingeschränkt. Es hängt natürlich von der Beschaffenheit des jeweiligen Niqabs ab.

Manche Niqabis bevorzugen generell oder etwa beim Autofahren einen Niqab mit einer so großen Öffnung für die Augen, dass die Sicht nicht eingeschränkt ist.

Andere bevorzugen Niqabs mit einer möglichst schmalen Öffnung. Dann ist das Blickfeld eher eingeschränkt - vor allem nach unten, weniger zur Seite oder nach oben.

Wer eine Treppe hinuntergeht, wird den Niqab meist mit einer Hand an den Körper drücken, damit die Sicht nach unten nicht eingeschränkt ist.

Manche Niqabs sind so geschnitten, dass es kein Problem ist, eine Brille zu tragen. Oft werden von Niqabis, die kurzsichtig sind, aber Kontaktlinsen bevorzugt.

Niqab und Speisen sowie Getränke

Mit ein wenig Übung ist es überhaupt kein Problem, Speisen und Getränke zu sich zu nehmen, ohne den Schleier abzunehmen.

Er wird dafür einfach ein wenig angehoben.

Niqab im Sommer

Aus eigener Erfahrung – gewonnen in mehreren heißen Sommern, zuletzt während der Hitzeweller 2026 – kann ich sagen, dass die Kombination von Jilbab18, Niqab und Handschuhen, alles in Schwarz, im Sommer durchaus angenehm zu tragen ist.

Es hängt natürlich vom Schnitt19 und vom Stoff20 ab.

Auch die Farbe spielt nach meinen Erfahrungen eine Rolle, ich habe darum schließlich bei Sonnenschein Schwarz bevorzugt21. Besonders angenehm ist es an Tagen mit trockener Hitze und Luftbewegung.

Persönliche Erfahrungen der Niqabis

Für viele Muslimas, die den Niqab tragen, bedeutet er Schutz und Freiheit. Ohne ihn fühlen sie sich in der Öffentlichkeit nicht wohl, fühlen sich entblößt oder nackt.

Sie machen die Erfahrung, dass sie mit dem Niqab besser dran sind als ohne.

Viele Niqabis machen die Erfahrung, dass fast nur über sie gesprochen wird, nicht mit ihnen, abgesehen von herabwürdigenden Kommentaren oder verbalen Angriffen.

Keine der Frauen, mit denen ich gesprochen habe, fühlt sich aufgrund des Niqabs unsichtbar oder ihrer Persönlichkeit beraubt.

Der Niqab ist Teil ihrer Identität, ohne ihn fehlt etwas. Wer sie zwingen will, den Niqab abzulegen, wird dann nicht die Person sehen, die sie tatsächlich sind, sondern im Grunde genommen eine Maske, die einen wichtigen Teil ihrer Persönlichkeit verbirgt. Die Persönlichkeit wird dadurch unsichtbar, die Frau wird sozusagen unsichtbar.

Für viele von ihnen gilt, dass sie nicht frei wären, wenn ihnen der Niqab verboten würde. Es wäre ein Zwang, es würde sie in ihrer Freiheit beschneiden.

Niqab in Gegenwart von Frauen

Der Niqab wird grundsätzlich nur getragen, wenn fremde Männer (die nicht Mahram sind) anwesend sind, insbesondere in der Öffentlichkeit.

In der Regel nehmen Frauen den Niqab ab, wenn nur Frauen und Mädchen anwesend sind.

Wenn eine Frau allerdings befürchtet, dass eine der anwesenden Frauen ihrem Mann von ihrer Schönheit berichtet, dann kann es vorkommen, dass sie den Niqab in deren Gegenwart nicht ablegt.

Was wären die Folgen eines Verbotes?

Entgegen dem, was oft als Begründung für Gesichtsverhüllungsverbote genannt wird, würde ein Verbot keine einzige Frau befreien.

Eine Frau, die zur Verschleierung gezwungen wird, wird immer auf vielen Ebenen unterdrückt, nicht nur durch den Zwang zur Verschleierung.

Nur, weil der Niqab weg wäre, wäre nicht jede Unterdrückung beendet. Im Gegenteil steht dann sogar zu befürchten, dass jener Mann, der sie zwingt, Niqab zu tragen, ihr dann verbietet, die Wohnung zu verlassen. Ihr würde also jede Möglichkeit fehlen, sich Hilfe zu holen.

Und die Frauen, die den Niqab freiwillig tragen, stünden dann vor dem Dilemma, entweder das Gesetz zu befolgen und ihre Wohnung nicht mehr zu verlassen – oder gegen das Gesetz zu verstoßen, wenn sie etwa zu einem Arzt müssen. Oder sie entscheiden sich, gegen ihren Glauben zu handeln. Ebenso gut könnte man sie zwingen, Alkohol oder Schweinefleisch zu konsumieren oder eine andere Sünde zu begehen.

Sie würden nicht mehr selbst bestimmen können, wie sie sich kleiden, was sie von ihrem Körper zeigen oder was sie verhüllen wollen. Sie wären fremdbestimmt und nicht mehr frei. Damit ist ein solches verbot frauenfeindlich; denn es schränkt das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung und körperliche Autonomie ein.

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Dateidatum 05.09.2026
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1  Ich würde die Schreibweise „Nikab“ bevorzugen, die aber im Deutschen unüblich ist. So verwende ich ebenfalls die übliche Schreibweise „Niqab“. Siehe auch die nächste Fußnote.

2  Der Gesichtsschleier ist freilich älter als der Islam. Er wurde bereits früher von Jüdinnen und Christinnen getragen, in Europa teilweise bis ins 20. Jahrhundert. In der Antike, in Rom und Griechenland und auch in Arabien zur Zeit Muhammads war er meist Frauen eines höheren Stands vorbehalten, während es Frauen eines niederen Stands, unfreien Frauen und Sklavinnen verboten war, ihn zu tragen. Das führte oft dazu, dass unverschleierte Frauen belästigt wurden.

3  Der Buchstabe „q“ ist die Umschrift für den arabischen Buchstaben  (qāf) nach ISO 31635 (DMG-Umschrift des arabischen Alphabets), für den es keine Entsprechung im Deutschen gibt. Darum wird im Deutschen (anders als im Englischen) häufig als Ersatz das „K“ verwendet (Koran, Burkini, Burka …). Falls dennoch im Deutschen „q“ verwendet wird, ist dabei keineswegs an das im Deutschen übliche „Qu“ zu denken (wie in „Quelle“), allenfalls an das aus dem Französischen entlehnte „Quarantäne“ (gesprochen karanˈtɛːnə). 

4  Oft wird hierzulande statt vom Niqab von der Burka gesprochen, meist in Anlehnung an den hierzulande oft „Burka“ genannten Tschaderi afghanischer Frauen. Tatsächlich gibt es wahrscheinlich keine muslimische Frau in Deutschland, die eine „Burka“, also einen afghanischen Tschaderi, trägt. Burka (von arab. burqu’) ist eigentlich ein Begriff, der jede Art von Bedeckung, Verhüllung oder Verschleierung des Körpers und des Kopfes einer Frau meint, nicht aber zwangsläufig auch des Gesichts.

5  Ein weit geschnittener Umhang, der den Körper vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt, aber Gesicht, Hände und Füße unbedeckt lässt.

6  In arabischen Ländern kommt es durchaus vor, dass auch christliche Frauen einen Niqab tragen, früher ebenso jüdische Frauen.

7  Dieser Niqab wird oft als Burqa bezeichnet, hat aber mit dem afghanischen Burka nichts gemein.

8  Um ein Gefühl für diese Zahl zu bekommen: Von ca. 3,5 Millionen Muslimas in Deutschland sind dies bis zu 0,10 % von ihnen bzw. bis zu 0,16 % der sunnitischen Muslimas. Von insgesamt ca. 42,3 Millionen Frauen in Deutschland sind es bis zu 0,0095 %. Sie stellen also eine absolute Minderheit dar, gerade angesichts der politischen Debatte, die über sie (und niemals mit ihnen) geführt wird.

9  Es gibt einige Muslimas, die den Niqab nur zu bestimmten Gelegenheiten tragen, etwa an hohen islamischen Feiertagen.

10  Bezeichnet als as-Salaf as-Salih, zu deutsch etwa „die frommen Altvorderen. Daher auch die Bezeichnung Salafiyya, eine sehr heterogene Bewegung innerhalb des sunnitischen Islams.

11  Oft aus Sorge um die Sicherheit der Frauen oder weil sie befürchten, sonst als Extremisten betrachtet zu werden.

12  Ich habe einige Frauen kennengelernt haben, die sich von ihrem Mann getrennt haben, weil es ihnen wichtiger war, die Gebote Gottes zu befolgen. In anderen Fällen hat der Mann die Frau verlassen, weil sie darauf bestanden hat, den Niqab zu tragen.

13  Etwa nach einer Geburt, nach durchstandener Krankheit oder nach dem Vollzug der Hajj, der großen Wallfahrt nach Mekka.

14  Die Sunna ist eine Sammlung von Sprüchen Muhammads und der Traditionen, die auf Muhammad und die ersten Muslime zurückgehen. Sie gilt als nicht schriftliche Offenbarung Allahs und besitzt im Islam einen sehr hohen Stellenwert.

15  Verdienstvoll ist eine Handlung, die gemäß der Sunna empfehlenswert, aber nicht obligatorisch ist. Das Unterlassen einer solchen Handlung wird nicht bestraft, aber sie zu tun wird belohnt.

16  Einige Frauen betrachten das Leben im Westen als geprägt von „Unzucht“ und betrachten den Niqab darum im Westen als Pflicht.

17  Dass manche Frauen die Farbe Schwarz bevorzugen, hat verschiedene Gründe. Einer ist, dass gemäß der Tradition die Frauen der ersten drei Generationen der Muslime ihre Schleier aus schwarzen Stoffen hergestellt haben. Das wiederum soll eher wirtschaftliche als religiöse Gründe gehabt haben; denn schwarze Stoffe waren weniger wertvoll als farbige Stoffe.

18  Der Jilbab ist ein Gewand, das den Körper vom Kopf bis zu den Knöcheln bedeckt und nur Gesicht, Hände und Füße unbedeckt lässt.

19  Je weiter der Schnitt, desto besser kann sich die Luft zwischen Stoff und Haut bewegen, was die Verdunstung und damit die Abkühlung durch Verdunstungskühle fördert.

20  Manche Stoff eignen sich besser als andere. Ich habe beispielsweise Egyptian Peach Wool und Nidha schätzen gelernt.

21  Schwarz nimmt zwar Wärme schnell auf, gibt sie aber auch schnell wieder an die Umgebung ab. Außerdem fördert es die Luftbewegung zwischen Stoff und Haut.

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