Damit wäre eine gut und gerne dreijährige Entwicklung abgeschlossen - und das ebenso lange Warten der OS/2-Benutzer hätte endlich ein hoffentlich gutes Ende genommen.

Das neue OS/2 kann von einem JFS-Dateisystem gestartet werden und soll neue Hardware besser unterstützen als die schon recht angetagte Version 1.2R. Hinzu kommen zahlreiche Verbesserungen und einige Erweiterungen.

Was bleibt, ist die Beschränkung auf 32 Bit (einige hardwarenahe Teile basieren sogar noch auf 16 Bit) und damit auf höchstens 4 GB Arbeitsspeicher. Andererseits gibt sich OS/2 auch mit deutlich weniger anspruchsvoller Hardware zufrieden als etwa Windows 7 oder ein typisches Desktop-Linux und läuft auch mit 1 GB RAM zufriedenstellend.

Sobald die neue eComStation hier eintrudelt, werde ich sie in einem virtuellen PC testen.

Wie dem auch sei, wer darüber nachdenkt, mit dem Erscheinen von eComStation 2.0 auf OS/2 umzusteigen, muß nicht auf gute Software zu verzichten. OpenOffice.org gibt es auch in einer OS/2-Version, ebenso die Textverarbeitung Papyrus. Aus dem Hause Mozilla bekommt man Firefox, Thunderbird und SeaMonkey. Als Büromaschine und Internet-Rechner eignet sich OS/2 allemal. Da OS/2 auch mit MP3s und vielen anderen Medienformaten umgehen kann, muß der Rechner auch nicht stumm bleiben.Problematischer ist die elektronische Bildbearbeitung. Es gibt zwar mit PMRaw sogar einen aktuellen RAW-Konverter, aber so etwas wie Photoshop oder den GIMP bekommt man allenfalls in veralteten Versionen.

Übrigens gibt es ganz wilde Gerüchte, daß IBM an einer Weiterentwicklung von OS/2 interessiert sei und einige Entwickler beauftragt haben soll, Konzepte für ein "rundum erneuertes OS/2" vorzulegen. Ich halte das eher für einen verspäteten Aprilscherz - einen grausamen.

Was ich mir wünschen würde, wäre eine Umsetzung der Work Place Shell, der genialen Arbeitsoberfläche von OS/2, auf Linux. Ein WPS-Linux würde mich auf der Stelle auf Linux umsteigen lassen, vor allem, wenn es dann auch noch Software gäbe, die alle Funktionen der WPS unterstützt. Daran krankte leider schon OS/2, daß jede Menge "echter" OS/2-Software die mächtigen Funktionen der objektorientierten WPS kaum vernünftig eingesetzt hat und damit nicht mehr Möglichkeiten bot als etwa unter Windows. Da konnte man dann gleich Windows verwenden.

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