Über mich

Hier nun einige kurze Infos über mich, mein Engagement und meine jeweilige Haltung zu bestimmten Themen...

Name: Michael Ohlhus-Molthagen
Jahrgang:  1968
Herkunft: Elmshorn (bei Hamburg)
Wohnsitz: Ditzingen (bei Stuttgart)
Familienstand:  Glücklich verheiratet mit Dr. Kerstin Molthagen seit 1998, keine Kinder
Erlernter Beruf:   Altenpfleger, Stationsleitung
Ausgeübter Beruf:     Eine Mischung aus Hausmann, Amateurtheologe, Laienprediger und ehrenamtlich Mitarbeitenden in meiner Kirchengemeinde (Laienprediger, Gottesdienstgestaltung, Ökumene, Büchertisch, Organisation, Internetauftritt, Gemeindebrief)
Selbstbeschreibung:     Evangelischer freikirchlicher (baptistischer) Amateurtheologe und Laienprediger
Denomination: Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
Kirchengemeinde: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Stuttgart-Zuffenhausen (Baptisten)
Theologie: Evangelisch, freikirchlich, baptistisch, fromm und links
Hochsensibel: Ja, sehr ausgeprägt
Gesichtsblind: Ja (Prosopagnosie)
Hobby: Fotografie (semiprofessionell mit Spiegelreflex, analog und digital)
Lieblingslieder: Pachelbel: Canon; Brahms: Sextett für Streicher Nr. 1 B-Dur - Andante, ma moderato    
Lieblingskünstler: Amii Stewart, Precious Wilson, Nichelle Nichols, Aisha Hinds
Lieblingsserien: Hör' mal, wer da hämmert (Home Improvement), M*A*S*H 4077, Eureka
Lieblingsfilme: U.S.S. Charleston, Viel Lärm um nichts
Lieblingsautoren: Barbara Büchner bzw. Julia Conrad
Lieblingszahl: Eine glückliche Primzahl: 73 oder (binär) 1001001 oder (gemorst) --... ...-- 
Lieblingswetter: Gewitter, Sturm und bloß nicht zu heiß!
Twitter-Account MMolthagen

 

Engagement

Ich engagiere mich sehr für die Religionsfreiheit - und zwar besonders im Hinblick auf jene beiden Gruppen, die in Deutschland besonders skeptisch beäugt und häufig unter Generalverdacht gestellt werden: So genannte Salafisten (alles andere als eine homogene Bewegung) und in besonderer Weise muslimische Frauen, die Kopftuch (Hijab) oder auch die so genannte Burka (eigentlich Niqab) tragen. Dazu pflege ich die Website www.Burkaverbot.de.

Natürlich weiß ich, dass es unter den Salafi und unter den Niqaabi jeweils solche gibt, die extremistisch, antisemitisch, antiwestlich sind, die Gewalt bejahen, die beispielsweise mit dem „Islamischen Staat“, der Hamas oder anderen religiös verbrämten Terrororganisationen sympathisieren - aber das darf nicht zu einem Generalverdacht und zu einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit führen, die alle über einen Kamm schert.

Salafi und Niqaabi müssen sich ihre Religionsfreiheit nicht erst verdienen; sie wird auch nicht wie eine Medaille oder Belohnung für staatsbürgerliches Wohlverhalten verliehen. Und sie kann auch nicht wegen des Fehlverhaltens einiger generell eingeschränkt oder gar entzogen werden.

Als Baptist trete ich für das Recht aller Muslime ein, auch der Salafi und der Kopftuch bzw. Schleier tragenden Frauen, ihre Religion frei und ungestört auszuüben, im Einklang mit ihren religiösen Überzeugungen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, ihren Glauben öffentlich zu bekennen und dazu einzuladen. 

Meine Haltung zu...

Evangelikalismus

Früher habe ich mich als „(links-) evangelikal“ bezeichnet, aber mit dieser Beschreibung habe ich mich immer schwerer getan, was sowohl am Gebaren mancher Evangelikaler liegt als auch daran, wie dieser Begriff heutzutage meist verstanden wird: Fundamentalistische, meist freikirchliche Fanatiker.

Unerträglich ist für mich, dass weiße Evangelikale in den USA 2016 immerhin zu 81 % für Donald Trump gestimmt haben - von den Männern sogar rund 90 %.

Auch in einigen Gegenden Deutschlands (auch in meiner Heimat Württemberg) sind die Evangelikalen so weit nach rechts gerückt, dass ich dort ein ähnliches Wahlergebnis zugunsten der AfD befürchte, dass sie eigentlich eher eine Neuauflage der „Deutschen Christen“ sind.

Problematisch ist die Wahrnehmung der Evangelikalen von außen, wobei insbesondere die konservativen, weißen, männlichen Evangelikalen wahrgenommen werden - die Linksevangelikalen, die nicht-weißen Evangelikalen, die feministischen Evangelikalen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzenden Evangelikalen werden meist gar nicht wahrgenommen.

Dieser Begriff ist somit „verbrannt“ - von innen her und von außen her.

Gäbe es hierzulande so etwas wie die US-amerikanischen „Red Letter Christians“, würde ich mich wohl zu ihnen zählen.

Somit bin ich derzeit ein eher „heimatloser“ Ex-Evangelikaler.

Der natürlich, weil Mitglied einer Freikirche und mehr als nur gelegentlicher Gottesdienstbesucher, von vielen immer noch in die evangelikale Schublade gesteckt wird.

Und natürlich passt auch keines der anderen Etiketten - weder „liberal“, „charismatisch“ oder „orthodox“ passt von seinem jeweiligen Kerngehalt auf mich.

Theologisch neige ich wohl am Ehesten zu den „Red Letter Christians“ in den Vereinigten Staaten als zu irgend einer deutschen theologischen Strömung.

Gleichberechtigung, Emanzipation, Feminismus

Ich bin das, was man wohl als einen „christlichen Feministen“ bezeichnen könnte.

Ein besonderes Anliegen ist für mich, dass man Frauen nicht verantwortlich macht für das Fehlverhalten von Männern ihnen gegenüber (so genannte Opferschelte).

Im kirchlichen Bereich sehe ich Frauen und Männer als gleichberechtigte Teilhaber an Gemeinde, Lehre und Verkündigung.

Homosexualität

Ich bin für die Gleichstellung homosexuell lebender Menschen in Kirche und Gesellschaft.

Im Hinblick auf Staat und Gesellschaft befürworte ich die „Ehe für alle“ (eigentlich eher eine „Lebenspartnerschaft für alle“).

Von „Umpolungsversuchen“ halte ich in der Regel nichts.

Ehe für alle?

Ich bin ansonsten nicht für die „Ehe für alle“ im Sinne der Zivilehe, weil ich der Meinung bin, dass den Staat die Ehe bzw. das Ehebett nichts angeht (so wenig wie die Taufe oder die Trauerfeier).

Die Ehe gilt nicht umsonst als „heiliger Bund“ und ist eng mit religiösen Überzeugungen verbunden.

Der Staat sollte Partnerschaften zwischen seinen Bürgern ohne Berücksichtigung ihrer sexuellen Vorlieben zivilrechtlich regeln und die Ehe ansonsten den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften überlassen.

Von daher bin ich anstelle der „Ehe für alle“ für eine „Lebenspartnerschaft für alle“, ohne die Frage nach der Sexualität zu stellen, die den Staat und die Zivilgesellschaft nun einmal nichts angehen.

Kreationismus, intelligentes Design oder Evolution?

Ich gehöre zu denen, die von einer „theistischen Evolution“ ausgehen (und nein, ich „glaube“ nicht an die Evolution). Dabei gehe ich davon aus, dass Gott in eher geringem Maße in die physikalische, geologische, chemische und biologische Evolution eingreift (was nicht bedeutet, dass Gott der Menschenwelt nicht sehr nahe kommt - bis hin zu seiner Menschwerdung in Jesus Christus, in der Gott uns in allen Dingen (außer der Sünde) gleich wird, auch in Not, Leid und Tod).

Der Mensch unterscheidet sich als Lebewesen nur graduell, nicht prinzipiell von den Tieren. In dieser Hinsicht teilt der Mensch mit den Menschenaffen einen gemeinsamen Vorfahren und kann selbst zu den Menschenaffen gezählt werden.

Doch glaube ich, dass Gott unabhängig von jeder Evolution etwas in dem Menschen geschaffen hat - die christliche Religion spricht von „Seele“ oder „Geist“, man kann auch von „Leben“ sprechen -, das ihn nicht nur graduell, sondern prinzipiell von allen anderen Geschöpfen auf Erden unterscheidet, ihm aber auch innerhalb der Schöpfungsordnung, gegenüber seinen Mitgeschöpfen, eine besondere Verantwortung auferlegt.

Wissenschaft

Glaube und (Natur-) Wissenschaft sind für mich keine Gegensätze, sondern betreffen verschiedene Bereiche menschlichen Lebens. Beim Glauben geht es vor allem um Vertrauen, um Beziehungen, um Liebe, um Hoffnung, um freundliche Zuwendung. Glaube ist eine Lebensweise, eine Lebenshaltung, ist das Leben in der uns von Gott her geschenkten Gemeinschaft.

Ich bin sehr an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert, zum einen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Theologie, zu anderen derjenigen Naturwissenschaften, die sich mit dem Menschen befassen: Evolutionsbiologie, Hirnforschung, Genetik und Epigenetik und dann auch der Psychologie.

Dabei glaube ich, dass wir Menschen nicht alles erkennen, messen, wiegen, fotografieren, analysieren, fassen, begreifen... können, was es gibt. Ich nehme an, dass unsere Welt, die wir erfassen können, nur einen Teil der Realität ausmacht - und dass es darüber hinaus Wirklichkeiten gibt, die von außen in unsere Welt hineinwirken, an ihr teilhaben, ohne jedoch Teil von ihr zu sein, ohne ihren Naturgesetzen unterworfen zu sein (wobei Jesus Christus tatsächlich wirklicher und wahrhaftiger Mensch geworden ist, uns in allen Dingen gleich - jedoch ohne Sünde und voller Gottvertrauen und voller Liebe zu Gott und den Menschen). Menschliches Leben spielt sich stets sowohl in dieser Welt ab als auch in jener Welt, die sich unseren natürlichen Sinnen entzieht (und die weit mehr ist als nur ein Leben nach dem Tode).

Abtreibung

Ich bin gegen Abtreibung bzw. für das Recht jedes Menschen auf würdevolles Leben - und dafür, dass die Gesellschaft alles unternimmt, um es Frauen zu ermöglichen, ihre Kinder menschenwürdig aufwachsen zu lassen.

Ein plumpes „Abtreibung ist Mord“ greift mir zu kurz; denn Mord ist es auch, wenn wir zulassen, dass Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen heranwachsen, nur damit sie heranwachsen.

Wer gegen Abtreibung ist, muss auch für Kinderschutz und Kinderrechte sein.

Sozialstaat

Ich befürworte ein so genanntes Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE), das auch schon Kinder erhalten sollten.

Evangelikale Islamfeindlichkeit

Es gibt unter evangelikalen Christen eine gewisse Islamfeindlichkeit, die ich ablehne.

Islam

Ich bejahe einen interreligiösen Dialog, befürworte aber keine „abrahamitische Ökumene“ oder etwas in der Art.

Der Islam ist für mich keine dem Christentum besonders eng verbundene Religion, das jeweilige Gottesbild ist meiner Auffassung nach höchst unterschiedlich.

Muslime sind für mich zuerst und zuletzt Menschen - ich lehne es ab, sie auf ihre Religion zu reduzieren. Mein Umgang mit diesen Menschen und mein Bild von ihnen wird von ihrer Zugehörigkeit zum Islam weder positiv noch negativ beeinflusst. Ich möchte sie als Menschen achten und respektieren - was natürlich einschließt, sie in ihrem Glauben ernst zu nehmen.

Ich trete ein für die Freiheit der Muslime, ihre Religion frei und ungestört auszuüben - auch da, wo es um das Kopftuch oder die so genannte Burka muslimischer Frauen geht. Etwaige Verbote lehne ich entschieden ab (siehe oben unter „Engagement“).

Kopftuch und Schleier

Wie oben geschrieben, trete ich für das uneingeschränkte Recht ein, dass Frauen Kopftuch oder auch Schleier tragen dürfen.

Ich glaube nicht, dass es allgemein empfehlenswert oder gar nötig wäre, dass Frauen sich „anständig“ kleiden, Kopftuch oder auch Schleier tragen, um beispielsweise nicht „aufreizend“ auf Männer zu wirken oder um es Männern in der Gegenwart von Frauen irgendwie „leichter“ zu machen - und ich verstehe auch die Bibel nicht so, dass für Frauen besondere Kleiderregeln gelten, die sich von der üblichen Kleidung der jeweiligen Kultur unterscheiden.

Doch kann es sinnvoll und sogar ein Gebot der tätigen Nächstenliebe sein, dass auch nichtmuslimische Frauen Kopftuch oder Schleier tragen, um sich beispielsweise mit muslimischen Frauen zu solidarisieren oder mit ihnen konvivent zu leben.

Zudem werte ich es positiv, wenn der öffentliche Raum nicht areligiös umgestaltet wird, wenn Menschen sich öffentlich zu ihrem Glauben bekennen - auch wenn dies durch Kopftuch oder Schleier geschieht. Dies ist auch eine wichtige Form der nonverbalen Kommunikation (ein Verbot trifft immer auch die Meinungsfreiheit).

Israel

Der jüdische Staat ist alles andere als fehlerfrei und handelt oftmals höchst kritikwürdig, aber ich lehne alle Formen von Delegitimierung, Dämonisierung und Doppelstandards im Hinblick auf Israel ab, die ich als Antisemitismus werte.

Die unter Evangelikalen weit verbreitete Israel-Begeisterung lehne ich allerdings entschieden ab.

Beschneidung

Ich habe kein Problem mit der Beschneidung von Männern und nicht einmal mit der von Frauen (zumindest nicht mit der FGM I) - jedoch mit der Beschneidung von Kindern.

Dabei glaube ich nicht, dass die betreffenden Eltern ihren Kindern schaden wollen - sie haben sicherlich das Beste für ihre Kinder im Sinn.

Doch es ist meine Überzeugung, dass diese Entscheidung von den Betreffenden selbst getroffen werden muss - nicht vor Vollendung des 18. Lebensjahres. Nur so kann die Religionsfreiheit der Kinder und ihre körperliche Unversehrtheit geschützt werden.

Theologie

Ich bin ein evangelischer freikirchlicher Christ - und arbeite als Amateurtheologe mit wissenschaftlichem Anspruch. Dazu gehören historisch-kritische Methode, Textkritik, Literarkritik, Stilkritik usw.

Doch glaube ich, dass Wunder möglich sind - auch die Wunder der Jungfrauengeburt Jesu und seiner leiblichen Auferstehung, des leeren Grabes, der Heilungen, der Auferweckungen usw.

Ich glaube der Bibel in all den Dingen vorbehaltlos, die sie über Gott, den Menschen als Geschöpf Gottes, über den Sündenfall, den Messias Jesus, die Errettung allein durch den Glauben, das Wirken des Heiligen Geistes, die heilige christliche Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Auferstehung aus den Toten und die „letzten Dinge“ sagt.

Allversöhnung

Ich bin ein Befürworter der Allversöhnung.

Dennoch ist es notwendig, Menschen mitzuteilen, dass Versöhnung stattgefunden hat - und zu welch hohem Preis dies ein für allemal am Kreuz geschehen ist, als Jesus sein Blut zur Vergebung der Sünden vergossen hat. Jesu Sühnetod sollte auf den Weg des Menschen im Hinblick auf seine Gemeinschaft mit Gott und seinen Nächsten prägenden Einfluss haben. Alles andere wäre „billige Gnade“.

Wer als Christ den Menschen nicht sagt, dass Jesus sie gerettet hat, ist wie ein Mensch, der einem Erben nicht mitteilt, dass er ein Vermögen geerbt hat - und mit seinem Erbe anderen Gutes tun könnte.

Mission

Die christliche Mission findet ihren Ursprung und ihr Fundament in der missio dei, der Mission Gottes. Kirche Christi ist missionarische Kirche - oder sie ist nur eine religiöse Institution.

„Mission“ ist für mich ein anderes Wort für Konvivenz: Einander helfen, voneinander lernen, miteinander feiern.

Zum „voneinander lernen“ gehört das Zeugnis von dem, was Jesus für uns getan hat - nicht aber das Überzeugen. Evangelisation achtet den anderen und begegnet ihm mit Respekt und Freundlichkeit. Die Entscheidungsfreiheit und die religiöse Bindung eines Menschen ist zu achten.

Ökumene

Ich arbeite seit Jahren im ökumenischen Miteinander, weil meine Kirche nur ein Glied am bunten Leib Jesu ist. Für mich ist das Nizäno-Konstantinopolitanum entscheidendes Kriterium, auch wenn ich selbst von Herzen evangelisch, freikirchlich, kongregationalistisch und Mitglied einer deutschen Baptistengemeinde bin.