Titel Website

Bisher hieß diese Website (wie schon vorher mein Blog) „K. & K. Momentaufnahmen“, aber ab sofort steht sie unter einem neuen Titel: „Ditzinger Meermann Michael (I'm done with adulting, let's be mermaids)“.

Die Zeit für den alten Titel war einfach vorbei - und hier wird es nun sehr viel um Mermaiding gehen, Blog-Beiträge, Fotos, Links und so weiter.

Der Untertitel „I'm done with adulting, let's be mermaids“ erklärt sich womöglich nicht von selbst, insbesondere das „adulting“. „Adulting“ bedeutet wörtlich erwachsen werden, meint aber eher: so werden, wie es von Erwachsenen erwartet wird, den Erwartungen entsprechen, das Rollenbild erfüllen.

„I'm done with adulting“ bedeutet demnach, ich bin fertig damit, mich so zu verhalten, wie man es von Erwachsenen erwartet. Nicht im Sinne einer abgeschlossenen Entwicklung, sondern: Es reicht mir, ich habe genug davon, ich bin damit durch.

Mythic BlueIch bin jetzt 50 Jahre alt und habe die meiste Zeit versucht, dem Rollenbild „Erwachsener“ zu entsprechen. Ich habe Masken getragen, die mir helfen sollten, dass ich als Erwachsener erkannt werde (genauer gesagt: als erwachsener Mann).

Nun möchte ich aber lieber ein Leben führen, dass ohne Masken auskommt. Herausgekommen ist ein Meermann.

Das mag für frauche (generisches Femininum für „manche“) paradox erscheinen, aber: der Meermann ist keine Maske, keine Rolle, die ich spiele, kein „Cosplay“. Er ist der Mann, der ich eigentlich bin, wenn ich mich von allen Erwartungen und Klischees löse. Er ist der Mann, als der ich mich wohl fühle.

Im Grunde genommen bin ich nun wirklich erwachsen - und bin zugleich etwas kindlicher geworden (in einem ähnlichen Sinne wie das biblische „wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr das Himmelreich nicht erlangen“). Ich habe keine Angst mehr vor der kindlichen Seite meiner Persönlichkeit, vor meinen kindlichen Wesensmerkmalen, vor dem Kind im Manne. Ich verberge sie nicht länger hinter einer Maske. Jeder darf sie sehen, wenn ich etwa mit meiner Schwanzflosse herumspritze.

Ich bin aber auch weiblicher geworden. Mit den üblichen Klischees vom Mann-sein habe ich mich nie wohl gefühlt. Ich bin Mann und das gerne, aber ich habe auch eine starke weibliche Seite, die ich nicht länger verbergen möchte, weil sie zu mir gehört und mich als Mann erst komplett macht. Die weiblichen Wesensmerkmale verstecke ich nicht länger hinter einer Maske. Ich stehe zu ihnen.