In meinem vorigen Blog-Eintrag habe ich mich mit dem Begriff „Freikirchen” befasst - nun soll es um den Begriff „evangelisch-freikirchlich” gehen, der insbesondere in den Medien manchmal synonym zu „freikirchlich” verwendet wird, manchmal diesen aber auch etwas eingrenzen soll („evangelisch, nicht Landeskirche”).

Den Begriff „Evangelisch-Freikirchlich” gibt es im Prinzip seit 1942. Damals schlossen sich - auch auf Druck der Nationalsozialisten - der Bund der Baptistengemeinden (dem sich schon 1938 die pfingstkirchlichen „Christengemeinden Elim” angeschlossen hatten) und der Bund freikirchlicher Christen zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) zusammen, der bis heute besteht und die größte deutsche Freikirche ist.

Die einzelnen Gemeinden wurden daraufhin als „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde” bezeichnet, später wurde teilweise in Klammern die nähere Bezeichnung „Baptisten”, „Brüdergemeinde” bzw. „Christengemeinde Elim” hinzugefügt. Die meisten Elim-Gemeinden haben den Bund mittlerweile wieder verlassen und sich dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden angeschlossen, ebenso einige Brüdergemeinden und Baptistengemeinden.

Die im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden verbliebenen Gemeinden nennen sich auch weiterhin „Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde” (die offizielle Bezeichnung einer Gemeinde, die keine eigenen Körperschaftsrechte innehat, lautet „Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts, Gemeinde Name der Stadt”), aber auch einige der Gemeinden, die den Bund wieder verlassen haben, führen diese Bezeichnung weiterhin.

Keine andere Freikirche jedoch führt diese Bezeichnung.

Den Baptisten ähnliche Freikirchen heißen statt dessen etwa „Bund Freier Evangelischer Gemeinden”, „Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden”, „Mühlheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden" oder „Freikirchlicher Bund der Gemeinde Gottes”. Dies sind alles evangelische Freikirchen, aber die Gemeinden, die zu diesen Freikirchen gehören, sind keine Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden.

Von daher meint „Evangelisch-Freikirchlich” im Prinzip immer den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden und die in ihm zusammengeschlossenen Gemeinden (oder auch die Gemeinden, die früher einmal zum BEFG gehört haben und diese Bezeichnung nach wie vor führen).

Natürlich könnte man sagen, dass die Bezeichnung „evangelisch-freikirchlich”, also mit Kleinbuchstaben am Anfang des jeweiligen Wortes, sich von der oben genannten Eigenbezeichnung unterscheidet - aber das ist eben nicht immer zweifelsfrei zu erkennen - vor allem nicht in der Aussprache. Von daher sollte auch dieser Begriff nicht für andere freikirchliche Gemeinden verwenden werden.