Das gemorste --... ...-- oder das binäre 1001001 sind nicht nur beide jeweils ein Palindrom, sondern haben auch beide die gleiche Bedeutung: 73.

Und diese Zahl hat meiner Home Page nicht nur einen Artikel mit den meisten Aufrufen beschert (vom 5. Oktober 2011 und bis zum 29. Oktober 2013 29.569 Aufrufe), nein - es ist die beste Zahl.

Ich habe mich schon vor rund eineinhalb Monaten mit dem Thema Freikirchen befasst - dies ist gewissermaßen eine Fortsetzung, hier geht es um die „Proprien” der evangelischen Freikirchen.

Ein Proprium ist in der Theologie die Gesamtheit der Eigenschaften, die einer bestimmten Sache eigen sind und an denen man diese Sache erkennt.

Dabei müssen diese Proprien zu den Bekenntnissen der betreffenden Kirche gehören - sie müssen untrennbar zu ihren Lehren gehören und das kirchliche Leben prägen. Eine Kirche ist nur dann Freikirche, wenn sie bewusst Freikirche sein will und darin ein wesentliches Merkmal kirchlichen Lebens sieht (so wenig, wie jemand ein Baptist ist, der in einer lutherischen Kirche als Erwachsener getauft wurde, ist eine Kirche eine Freikirche, wenn sie lediglich nicht eine der beiden großen Kirchen im Lande ist, sondern unter „Christentum, sonstige” fällt).

In meinem vorigen Blog-Eintrag habe ich mich mit dem Begriff „Freikirchen” befasst - nun soll es um den Begriff „evangelisch-freikirchlich” gehen, der insbesondere in den Medien manchmal synonym zu „freikirchlich” verwendet wird, manchmal diesen aber auch etwas eingrenzen soll („evangelisch, nicht Landeskirche”).

Als 1945 Deutschland in Trümmern lag, waren es selbstverständlich auch Christen aus dem Ausland, die Deutschlands Christen finanziell unterstützt haben. Ohne großzügige Hilfen hätte der Wiederaufbau der zerstörten volks- und freikirchlichen Gemeinden viel länger gedauert. Eine der zerstörten Stuttgarter Baptisten-Kapellen konnte nur mit Hilfe aus dem Ausland durch eine neue Kapelle ersetzt werden.

Und auch heute noch gibt es in Deutschland christliche, meist freikirchliche Gemeinden, die aus dem Ausland finanziell unterstützt werden. Dabei handelt es sich nicht einmal immer um Migrationsgemeinden. In Stuttgart etwa erhält eine im Aufbau befindliche freikirchliche Gemeinde nicht nur Unterstützung von anderen deutschen Gemeinden, sondern auch aus den USA. Und natürlich erhalten Migrationsgemeinden häufig Unterstützung aus den jeweiligen Herkunftsländern.

Geht es aber um den Islam, wollen manche Politiker (etwa aus der CSU) nach österreichischem Vorbild eine Auslandsfinanzierung verhindern. Der jüngste Vorschlag aus der CSU ist eine „Moscheensteuer”.

„Freikirchen” - was sind das eigentlich? Eine ganz bestimmte Art von Kirche oder einfach alles, was unter „Christentum, sonstiges” läuft?

Gerade in den Medien wird der Begriff für alles mögliche verwendet, aber teilweise auch in der Politik, wenn etwa das Statistische Landesamt Baden-Württemberg unter „Freikirchen” alle christlichen Religionsgemeinschaften erfasst, die nicht zu einer der „Volkskirchen” gehört - das sind dann etwa auch die orthodoxen Kirchen, die Bekenntniskirchen und die christlichen Sondergemeinschaften wie die Neuapostolische Kirche oder die Zeugen Jehovas.

Was also sind „Freikirchen”?