1. eComStation 2.0 ist erheblich besser als die Vorversion (1.2R), sie wurde in vielen Bereichen erweitert und aktualisiert (Samba-Client zur Einbindung in MS-basierte Netzwerke, Firewall, neue und leistungsfähige Treiber für Grafik und Netzwerkkarten, Booten von Partitionen mit Journaling File System (JFS), Media Player, OpenOffice.org, Firefox, Thunderbird, Scanner-Treiber, VNC-Server, Wizards für ACPI und Grafiktreiber...)
  2. eCS 2.0 kann parallel zu anderen Systemen installiert werden und auch Windows-Partitionen bei der Installation verkleinern, Multi-Boot ist möglich
  3. Leider fehlt ein aktueller Flash-Player (im Lieferumfang ist ein Player der uralten 5er-Reihe) - und vor allem der bisher im Lieferumfang enthaltene X-Server HobLink X11 (und die Version aus eCS 1.2 läßt sich leider nicht mehr benutzen: "License Agreement Violation")
  4. Dank JFS bootet eCS 2.0 schneller als die Vorversionen, und JFS bietet natürlich die Unterstützung größerer Partitionen und Dateien als das alte HPFS
  5. eCS 2.0 GA läuft sehr zuverlässig unter VirtualBox (nebenbei bemerkt, unterstützt das Installationsprogramm nun auch virtuelle Computer). Auch die Gast-Erweiterungen funktionieren. Tipps: Den Eintrag für VBoxService.exe in der startup.cmd unterlassen, damit eCS korrekt heruntergefahren oder neugestartet werden kann, und statt des VBox-Grafiktreibers SNAP benutzen
  6. eCS 2.0 läuft zuverlässig unter Virtual PC (aber zumindest bei mir langsamer als in der VirtualBox). Auch die Gast-Erweiterungen funktionieren (und sind denen von VirtualBox m.E. überlegen)
  7. Derzeit gibt es nur eine englische Version, eine deutsche ist aber in Vorbereitung
  8. Drucker sind eine Schwachstelle - man sollte einen PostScript- oder PCL5-fähigen oder Laserjet-kompatiblen Drucker verwenden (ggf. auch USB)
  9. Weiterhin gibt es zwar DOS- und mit Win-OS/2 auch Unterstützung für Win16- und Win32s-Programme, aber keine direkte Unterstützung für Win32c-Programme
  10. Java wird gut unterstützt, so daß zahlreiche Java-Anwendungen unter eCS 2.0 benutzt werden können
  11. Programmierer finden einige Tools vor, um Anwendungen für eCS zu schreiben bzw. zu portieren
  12. USB wird gut unterstützt, Firewire leider gar nicht
Und so sieht der Desktop der neuen eComStation aus, schon an meine Bedürfnisse angepaßt:

ecs20ga_vbox

Ich bin sehr zufrieden mit der neuen eComStation.

Mangels des X-Servers kann ich leider den GIMP nicht benutzen (und XFree86 wollte ich mir jetzt nicht antun). Statt OpenOffice.org ziehe ich den schlanken und schnellen Papyrus 2008 vor.

Dennoch wird sie auch weiterhin lediglich in einem virtuellen PC werkeln dürfen - und damit kaum mehr als ein Spielzeug für mich sein.

Sie taugt aber durchaus als Arbeitsumgebung, wenn man sie vor allem für Internet und Office einsetzt, mit Abstrichen auch im Multimedia-Bereich. Grafik ist zwar möglich, aber nicht mit Photoshop & Co., sondern bestenfalls mit PMVIew, dem guten alten ImpOS/2 oder, falls man einen X-Server aufsetzt, mit einem GIMP der 2.2er-Reihe. RAW-Bearbeitung ist allerdings möglich, wenn man das Programm PMRaw verwendet.

Es bleibt der nicht ganz so günstige Preis für die eComStation - Windows ist auf den meisten Rechnern vorinstalliert, Linux gratis zu bekommen, aber die eCS 2.0 bekommt man für € 149,00 (Home & Student Edition) oder € 259,00 (Business Edition). Zwar gibt es auch Updates, aber selbst damit zahlt man wenigstens € 69,00, wenn man schon eine eCS 1.2 sein Eigen nennt, oder € 119,00, wenn man wenigstens ein OS/2 Warp 4 vorweisen kann.

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