Ja, auch heute noch werden Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Christliche Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, daß...

  • ... rund 200 Millionen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden
  • ... weitere 200 - 400 Millionen Christen wegen ihres Glaubens benachteiligt oder diskriminiert werden
  • ... rund 75 - 80 %  der aus religiösen Gründen Verfolgten Christen sind
  • ... jedes Jahr rund 90.000 Christen wegen ihres Glaubens ermordet werden
  • ... rund 90 % der aus religiösen Gründen Ermordeten Christen sind
  • ... in Deutschland jedes Jahr rund fünf ehemalige Muslime ermordet werden, weil sie Christen geworden sind

Von Christenverfolgung spricht man, wenn Christen aufgrund ihres Glaubens systematischer, gesellschaftlicher und/oder staatlicher Benachteiligung, Diskriminierung und existenzieller Bedrohung ausgesetzt sind.

Von Benachteiligung oder Diskriminierung spricht man, wenn Christen weniger religiöse Freiheiten besitzen als Angehörige anderer Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaften (z.B. in der Versammlungs- und Meinungsfreiheit, bei der Werbung für den Glauben, beim Umgang mit einem Glaubenswechsel, bei der Herstellung und Verbreitung christlicher Literatur usw.), ohne daß die Christen allerdings einer existenziellen Bedrohung aufgrund ihres Glaubens ausgesetzt sind.

Die Länder mit der schwersten Verfolgung von Christen sind Nordkorea, Saudi-Arabien, der Iran, Afghanistan, Somalia, die Malediven, der Jemen, Laos, Eritrea und Usbekistan. Insgesamt gibt es weltweit rund 50 Länder bzw. Landesteile, in denen Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden. 

In elf dieser Länder verschlechtert sich die Situation der Christen, in zehn verbessert sie sich.

Als Ursachen für die Verfolgung von Christen in den verschiedenen Teilen der Welt werden unter anderem genannt:

  • Militanter Fundamentalismus bei einigen Atheisten, Hinduisten, Islamisten, Staatskirchen usw.
  • Die Gleichsetzung des Christentums mit dem (radikal abgelehnten) Westen
  • Aggressive Missionierung durch einheimische und/oder aus anderen Ländern kommende Christen, die z.B. in kulturellen Fragen unsensibel vorgehen und die Gleichsetzung christlicher Mission (und neubekehrter Christen) mit dem (Neo-) Kolonialismus des Westens
  • Vermutetes oder angenommenes starkes Wachstum des Christentums
  • Nationalismus, Rassismus, Faschismus
  • Antiamerikanismus und Antisemitismus (Christen werden als "Spione" der USA und Israels gesehen);eine verzerrte Sicht auf die Besetzung Afghanistans und des Irak durch die "Kreuzfahrer" und auf den Nahost-Konflikt
  • Das Desinteresse des "christlichen Westens" am Wohlergehen der Christen anderswo, Mangel an Reaktionen und Sanktionen, Christenverfolgung ist gefahrlos und birgt keine Risiken - Christen sind leichte Opfer; sie zu verfolgen hilft, von echten Problemen abzulenken
  • Ebenso das Desinteresse des "aufgeklärten und humanistischen Westens" an der Einhaltung von allgemeinen Menschenrechten außerhalb Israels, der USA und Europas

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