Man kann von Halal-Fleisch halten, was man will, aber hier geht mit den Franzosen 'mal wieder das Temperament durch. Wer kein Halal-Fleisch essen will, sucht sich halt ein anderes Restaurant.

Problematischer könnte es möglicherweise sein, wenn etwa in Kindergärten oder Schulen nur mehr Halal-Produkte angeboten werden, weil die Kinder und Schüler in der Regel keine Wahl haben. Und wo Halal tatsächlich betäubungsloses Schlachten meint, kann das für manch einen schon ein K.O.-Kriterium sein - da nützt es auch nichts, wenn Nicht-Halal meist nicht wirklich mehr dem Tierschutz entspricht als betäubungsloses Schächten nach Halal-Vorschriften. 

Was ist nur los mit den Franzosen? Erst das Kopftuchverbot für Schülerinnen, dann die Forderungen nach einem Verbot der Komplettverschleierung und jetzt ein Aufstand, weil eine Burgerkette in einigen Filialen nur noch Halal-Fleisch anbietet.

Ginge es den Gegnern um den Tierschutz, könnte man den Aufstand vielleicht verstehen. Aber dann würden sie ja nicht fordern, daß es neben der Halal-Produkte auch "normale" gibt, sondern ein komplettes Verbot von Halal-Produkten fordern, das aus betäubungslos geschächtetem Fleisch besteht.

Im Übrigen gibt es in Frankreich dem Vernehmen nach etliche Restaurants, die etwa nur jüdisch-koschere Speisen anbieten - oder nur französische. Auch chinesische, indische, griechische, italienische u.ä. oder aber vegetarische Restaurants dürfte es in Frankreich durchaus geben, ohne daß man hier "Alternativen" verlangt.

"Halal" bedeutet erst einmal nur: Geschächtet nach bestimmten religiösen Vorschriften, und unter anderem kein Schweinefleisch (anderswo findet man kein Rindfleisch, so what?). Halal schmeckt genau so wie Nicht-Halal, kann ebenso zubereitet werden.

Allerdings geht es wohl nicht nur um und gegen Halal - manche Stimme "wanrt" denn auch schon vor "christlichen Restaurants" oder jüdischen, die sich jeweils auf Angehörige dieser Religionen spezialisieren, etwa Fischburger für Christen oder koschere Hamburger für Juden. 

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