Geringfügig verbessert hat sich die Lage in Saudi-Arabien (das in der Folge mit dem Iran den Platz getauscht hat), Algerien, Indien, Kuba, Jordanien und Indonesien.

Stark verschlechtert hat sich die Lage in Mauretanien, geringfügig verschlechtert im Jemen, in Vietnam, Aserbeidschan, Tadschikistan, der Türkei und in Tunesien.

Auf eine Verbesserung der Lage in Kolumbien weist die Tatsache hin, daß dieses Land den Index verlassen hat, auf Verschlechterungen in Kirgisistan, daß dieses Land neu hinzugekommen ist.

Besonders schwer ist die Verfolgung der Christen in Nordkorea, schwer im Iran, in Saudi-Arabien, Somalia, auf den Malediven, in Afghanistan, im Jemen, in Mauretanien, Laos und Afghanistan. Gerade nicht mehr schwer, aber besorgniserregend ist sie in Eritrea, Bhutan, China und Pakistan. 

Von den zehn Ländern, die den Index anführen, sind acht islamisch geprägt, ebenso sechs der sieben Länder, in denen sich die Situation der Christen verschlechtert hat, und vier der sechs Länder, in denen sie sich verbessert hat. Ein nicht islamisch geprägtes Land ist aus dem Index ausgeschieden, ein islamisch geprägtes neu hinzugekommen.

Insgesamt sind nun 34 der 50 Länder auf dem Index mehr oder weniger stark islamisch geprägt (68 %). Hinzu kommen diejenigen Teile Nigerias, des Sudan und Kenias, die mehrheitlich islamisch geprägt sind, während die Situation für Christen in anderen Teilen dieser Länder besser ist. Damit weisen fast drei Viertel des Index einen islamischen Hintergrund auf, was auf schwerwiegende Probleme im "real existierenden Islam" hindeutet.

Natürlich hat die Situation der Christen in diesen islamisch geprägten Ländern nicht mit "dem Islam" zu tun - die Hintergründe sind meist vielfältig und kompliziert. Aber der "real existierende Islam" - und der hat meist kehr mit Folklore zu tun denn mit "reiner Religion", mehr mit Ideologie und Politik denn mit Frömmigkeit -, hat schon etwas damit zu tun.

Zu beachten ist, daß in der Regel in den auf dem Index stehenden Ländern nicht nur Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sondern auch andere religiöse bzw. weltanschauliche Minderheiten. Christenverfolgung ist meist nur eine Erscheinungsform der Verletzungen von Menschenrechten neben vielen anderen und sollte auch nicht isoliert betrachtet werden.

Zuletzt bleibt unbedingt festzuhalten, daß die Benachteiligung, Diskriminierung und Verfolgung der Christen und meist auch anderer Minderheiten in diesen 50 Ländern weit über etwaige Minarett-, Kopftuch- oder "Burka"-Verbote hinausgeht, die uns in Europa Kopfzerbrechen bereiten und zu recht an den Pranger gestellt werden.

Wünschenswert wäre vor allem, wenn sich gerade die Muslime im Westen, die hierzulande ein Höchstmaß an Religionsfreiheit genießen, für die Rechte der Christen in den islamischen Ländern, die auf diesem Verfolgsindex stehen, einsetzen würden. Das ist zwar vereinzelt der Fall, aber eben nur vereinzelt.

Selbstverständlich darf man das Maß der Religionsfreiheit, daß man Muslimen hierzulande gewährt, nicht von deren Einsatz für die Christen in islamischen Ländern abhängig machen. Christen sollten aber im Dialog mit Muslimen sehr viel selbstbewußter das Eintreten für Christen und andere religiöse Minderheiten in den islamischen Ländern auf dem Verfolgungsindex einfordern. Ohne das gegenseitige Eintreten für Religionsfreiheit kann es keinen christlich-islamischen Dialog geben. 

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