Was die Medien über diese Hilfslieferung einer Gemeinde aus New Mexico nicht schreiben, ist die m.E. alles andere als unwichtige Information, ob denn diese Bibeln die einzige Hilfe waren, die sie auf den Weg gebracht haben. Ich schätze, wäre es so gewesen, hätten die Medien das genüßlich ausgeschlachtet. Weil sie es aber eben nicht schreiben, gehe ich einfach einmal davon aus, daß besagte evangelikale Gemeinde nicht nur die Bibeln nach Haiti geschickt hat, sondern auch andere Dinge, die für die notleidenden Menschen auf Haiti wichtig sind.

Und ja, ich erachte es für eine gute Sache, neben der "weltlichen" Hilfe auch "geistliche" Hilfe zu schicken, und die Bibel hat sich mehr als einmal als eine wertvolle Hilfe in notvollen Zeiten erwiesen.

Man bedenke dabei, daß Haiti ein christliches Land ist - vor allem katholisch geprägt, aber rund 15 % der Bevölkerung sind etwa Baptisten.Dann gibt es Methodisten, Pfingstler usw.

Die meisten Christen dürften ihre Bibeln verloren haben - und es werden jetzt weit mehr als 600 Bibeln benötigt, um neben der "weltlichen" Notlage auch der geistlichen zu entsprechen.

Während man nach einem Erdbeben in Deutschland vermutlich eher ein paar US- und israelkritische Bücher würde verschiffen müssen, haben die Menschen auf Haiti eine andere Stellung zur Religion. Für sie ist der Hunger nach dem Wort Gottes ebenso wichtig wie der nach Brot, für sie hat das Bibelwort vom "Brot des Lebens" noch eine echte Bedeutung.

Wer den Haitianern in ihrer Not nur Hilfe für die materiellen Bedürfnisse zukommen lassen will, verkennt die Natur dieser Menschen. Aber dem postmodernen Europäer will es oft nicht in den Kopf, daß wir nicht das Maß aller Dinge sind, und daß es für manche Menschen einen Hunger gibt, der sehr real ist.

Ich plädiere sehr dafür, daß man notleidenden Menschen nicht nur materielle Hilfe zukommen läßt, sondern auch ihre Seele berücksichtigt. 

Auf Haiti haben jetzt beispielsweise blinde Menschen oder solche, die nicht lesen können, die Möglichkeit, Gottes Wort in ihrer Sprache zu hören. Sie werden dafür dankbar sein.

Hiesige Journalisten mögen das nicht verstehen - aber sie sollten zumindest einmal versuchen, andere Menschen ernst zu nehmen und ihnen nicht ihre eigenen Vorstellungen überzustülpen.

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