Religionsfreiheit...

Islamophobie, Religionsfreiheit von Seiten der

Bejahen Islamophobe die Religionsfreiheit?

Man kann natürlich nicht alle Islamophobe über einen Kamm scheren, aber nach meinen Beobachtungen würde ich zu dem Ergebnis kommen, daß Islamophobe vor allem die negativen Aspekte der Religionsfreiheit bejahen, weit weniger die positiven. Damit verfahren sie im Grunde genauso wie die konservativen Islamisten, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen: Der konservative Islamismus bejaht die positiven Aspekte der Religionsfreiheit, die Islamophobie bejaht die negativen Aspekte der Religionsfreiheit.

Die Islamophobie bejaht also die Freiheit der Muslime,

  1. den Islam zu verlassen
  2. nicht zur Teilnahme an islamischen Handlungen und Feierlichkeiten genötigt oder gezwungen zu werden
  3. die persönlichen religiösen bzw. weltanschaulichen Überzeugungen nicht zu offenbaren
  4. Eidesformeln in einer religiös neutralen Form abzulegen

Eher kritisch wird dagegen das Recht der Muslime gesehen,

  1. eine islamische Gemeinde zu gründen oder ihr beizutreten
  2. an islamischen Handlungen, Feierlichkeiten und Praktiken teilzunehmen
  3. eine Glaubensüberzeugung oder ein weltanschauliches Bekenntnis frei zu bilden, dafür einzutreten und zu werben
  4. Eidesformeln in einer islamisch geprägten Form abzulegen

Besonders kritisch betrachtet man Nichtmuslime, die zum Islam konvertieren, islamische Rituale und Feierlichkeiten vor allem in der Öffentlichkeit und Bezeugungen des islamischen Glaubens in der Öffentlichkeit (z.B. Kopftuch, Schleier).

Im Prinzip sind die Unterschiede zwischen konservativen Islamisten und Islamophoben vernachlässigbar, was die Haltung zur allgemeinen Religionsfreiheit betrifft - wo die eine Seite die negativen Aspekte unterdrückt, stemmt sich die andere Seite gegen die positiven Aspekte.

Beides ist gleichermaßen besorgniserregend.

Eine ähnliche Bevorzugung der negativen Aspekte der Religionsfreiheit bis hin zur weitgehenden Unterdrückung der positiven Aspekte findet man auch bei fundamentalistischen, oft atheistisch geprägten Ex-Muslimen und bei fundamentalistischen Atheisten ("Neuen Atheisten").

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