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Die Sarrazinen vom Cornelsen-Verlag

Es ist gerade ein paar Monate her, da haben die Sarrazinen des Cornelsen-Verlages einer ganzen Bevölkerungsgruppe mangelnde Bildung nachgesagt: Evangelikalen. Denn in dem Schulbuch "Context 21" behauptete der Berliner Verlag am Beispiel USA über evangelikale Christen, es bestehe ein "unbestreitbarer, starker Zusammenhang zwischen religiösem Fundamentalismus und einer fehlenden Bildung".

Proteste gab es damals nicht wegen der Behauptung, evangelikale Christen seien religiöse Fundamentalisten und ihnen fehle Bildung - niemand hat etwa die Kultusminister der Länder aufgefordert, den Cornelsen-Verlag aus den Schulen zu verbannen, obwohl es nicht einmal die erste anti-evangelikale Äußerung der cornelschen Sarrazinen darstellte -, sondern weil zwei christliche Lehrer es gewagt hatten, sich über die anti-evangelikalen Passagen der atheistischen Autorin Susan Jacoby zu beschweren. "Frömmelnde Hardliner drängen auf Korrektur", konnte man dann etwa in unseren Qualitätsmedien lesen, die jetzt über Sarrazin herfallen.

Merke: Es ist in Schland überhaupt kein Problem, einer Bevölkerungsgruppe das Fehlen von Bildung vorzuwerfen. Es muß halt nur um eine Gruppe handeln, gegen die vorzugehen politisch korrekt und damit wünschenswert ist. Handelt es sich beispielsweise um evangelikale Christen (und vermutlich auch um Freikirchler), ist das noch lange kein Sarrazinertum. Die dürfen dann nicht einmal ungestraft um Korrekturen evangelikalophober Passagen bitten, ohne als "frömmelnde Hardliner" zu gelten.

Wenigstens hat der Bundespräsident nicht gefordert, die beiden Lehrer aus dem Schuldienst zu entlassen. Vermutlich dürfen wir dafür dankbar sein - oder uns glücklich schätzen, weil die Angelegenheit durch den damals stattfindenden Wechsel an der Spitze Schlands der Aufmerksamkeit des Bundespräsidenten entging und ihm die erste Möglichkeit nahm, sich zu profilieren.

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