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Zuwachs für Rechtsaußen

Wer bringt wohl den Rechtspopulisten und Rechtsextremisten, den Ausländerfeinden und den Islamophoben, den Kämpfern wider Minarett, Burka und Kopftuch mehr Zuwachs:

  • Thilo Sarrzin mit seinem gewiß pauschalisierenden und nicht nur darum kritisch zu bewertendem Buch
    oder aber
  • der Umgang unserer Elite in Union, SPD, Grünen, Linken und FDP und den politisch korrekten Medien und Kirchenvertretern mit diesem wenig gelesenen Buch und vor allem seinem Verfasser, der aber 90 % unserer Bevölkerung als Dumme dastehen läßt, durch die Verurteilung "ihres" Sarrazin de facto selbst als Ausländerfeinde und Nazis definiert, eine Prophezeiung, die sich schneller, als uns lieb sein kann, erfüllen mag, wenn sie eben scharenweise in die rechten Lager überwechseln?

Mittlerweile dürfte sich je und je die Mehrheit der Unions- und SPD-Wähler von ihren Parteien verraten und verkauft fühlen (und bei den anderen demokratischen Parteien sieht das nicht anders aus).

Nie war die Meinung des Volkes und die ihrer Regierung und ihrer Parteien so weit auseinander wie in diesen Tagen, wo die Politik Sarrazin einhellig ans Kreuz schlägt. 

Die Folge wird, so fürchte ich, eine Abwanderung nach rechts und eine Zunahme von islamfeindlichen Überzeugungen sein.

Man wird dann natürlich versuchen, dafür Sarrazin die Schuld zu geben - und macht es sich damit zu einfach.

Das ist jetzt kein Freispruch für Sarrazin. Seine Pauschalisierungen und Vereinfachungen sind nicht akzeptabel, müssen diskutiert werden. Sachlich, fair, differenziert - gerade weil Sarrazin selbst oft nicht differenziert, worin seine größte Schuld liegt.

Aber die größere Schuld laden die Bundeskanzlerin, die SPD-Spitze, Schäuble, die öffentlich-rechtlichen Medien und alle anderen auf, die nicht im "Namen des Volkes" sprechen, sondern diesem Volk das Gefühl geben, mit Sarrazin angeklagt zu sein, weil sie sich von ihm verstanden, von den Parteien und der "veröffentlichten Meinung" aber im Stich gelassen fühlen. 

Die größte Schuld aber liegt immer noch woanders: Daß unser Staat Migranten mit muslimischem Hintergrund anders behandelt als solche ohne diesen Hintergrund, daß man ihnen unter dem Strich weit mehr entgegenkommt als anderen Migranten, die nur Christen sind oder Atheisten oder Hindus oder Buddhisten oder Aleviten oder Ahmadiyya oder was sonst.

Wir haben damit den Muslimen, die zu uns gekommen sind, alles andere als einen Gefallen getan - mehr noch ihnen als den anderen Migranten, die in allen Dingen weit mehr auf sich selbst gestellt waren und sind als die Muslime.

Doch die Muslime sind hierzulande auf die Rolle des Opfers - nämlich des bösen Deutschen - festgelegt, sie haben hier eine festgelegte Aufgabe zu erfüllen, sie sind der Wohlstandsgarant der Integrationsindustrie und der Empörungsbranche und des Kampfes gegen Rechts. Niemand in diesen Branchen wünscht wirklich, daß die Migranten mit muslimischem Hintergrund aus ihrer Rolle herauswachsen können (hier kommt freilich Sarrazin mit seinen Pauschalisierungen wieder recht, so daß auch die gut integrierten, wirtschaftlich erfolgreichen Muslime wieder eine Rolle spielen dürfen).

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