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Grenzen von 1967?

Warum eigentlich reden so viele Leute im Hinblick auf den Nahostkonflikt von den "Grenzen von 1967"?

Ws handelte sich dabei nicht um Grenzen, sondern um Waffenstillstandslinien. Und zwar keinesfalls zwischen den Israelis und den Palästinensern, und nicht etwa von 1967, sondern von vorher: 1948 (und zwischen 1948 und 1967 gab es dann eine, man erinnert sich kaum noch und will das wohl auch nicht, Besetzung etwa Ost-Jerusalems).

Ein weiteres Märchen mit antisemitischem Anstrich ist, daß 1967 wirklich von Bedeutung ist - es geht (zumindest Fatah, Hamas & Co. - um 1948, und zwar um die Gründung des Staates Israel. "1967" ist nichts anderes als ein durchschaubares Ablenkungsmanöver).

Und noch eine kleine Richtigstellung eines weit verbreiteten Irrtums: Schon 1848 - 100 Jahre vor der Gründung des Staates Israel - stellten die Juden die Mehrheit der Bevölkerung Jerusalems - sie wurden dann aber von den Jordaniern aus dem arabisch besetzten Ostteil der Stadt vertrieben (nebst Zerstörung der dortigen Synagogen usw.), wie überhaupt seit 1948 etliche Palästinenser und Juden flüchten mußten oder vertrieben wurden, die Juden halt zu etlichen Tausenden aus etlichen arabischen Ländern. Israels Juden haben nun einmal nicht allesamt ihre Wurzeln in Deutschland bzw. Europa (und die Existenz Israels verdankt sich nicht allein dem Holocaust).

Flucht und Vertreibung stellen einen historischen Fakt dar, der nicht nur eine Seite betrifft, sondern beide. Allerdings habe ich noch nie gehört, daß Juden ernsthaft ein "Rückkehrrecht" fordern - außer tatsächlich im Hinblick vor allem auf Jerusalem, jene Stadt eben, in der sie schon 1848 die Mehrheit gestellt haben (wobei vor 1948 übrigens ohnehin zahlreiche Juden im Gebiet des heutigen Westjordanlands bzw. des heutigen Gaza-Streifens lebten - und leider auch immer wieder Ausschreitungen erlebten, etwa 1929 (!)  in Hebron, fast 20 Jahre vor der Staatsgründung und damit eine Generation früher).

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