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SPD fordert weltanschaulich neutralen Einsatz für Religionsfreiheit - für Muslime

In einer vom Bundestag herausgegebenen  Presseerklärung der SPD-Fraktion heißt es, diese fordere von der Bundesregierung einen weltanschaulich neutralen Einsatz für die Religionsfreiheit, ohne einzelne Religionen und Weltanschauungen zu bervorzugen.

Nun, das unterschreibe ich. Wobei ich persönlich der Meinung bin, die Bundesregierung täte gut daran, sich für verfolgte und benachteiligte Gemeinschaften besonders einzusetzen - Aleviten etwa oder auch die Bahai. Und die negativen Aspekte der Religionsfreiheit dürfen gegenüber den positiven freilich auch nicht vernachlässigt werden.

Aber dann heißt es weiter, die Regierung müsse "konsequent islamophoben und fremdenfeindlichen Einstellungen entgegentreten" und solle "die Gleichbehandlung des Islam in Deutschland fördern und wichtige Schritte wie die Aus- und Fortbildung von Islamlehrern und Imamen an Universitäten konstruktiv begleiten". In der ganzen Presseerklärung wird allein der Islam expressis verbis erwähnt - keine andere Religion oder Weltanschauung (bzw. der negative Aspekt der Debatte).

Nun, persönlich setze ich mich ja auch mehr für die Religionsfreiheit der Muslime ein und kämpfe eher gegen die Islamophobie als etwa gegen die Christenverfolgung - weil, wenn ich Jesus richtig verstehe, man sich nicht zuerst für seine "Freunde" einsetzen sollte, sondern für die "Fremden" und besonders für die "Feinde", bildhaft gesprochen.

Ich erlaube es mir aufgrund dessen, nicht weltanschaulich neutral zu sein, sondern eine bestimmte Religion zu bevorzugen - die Muslime. Für ihre Religionsfreiheit in unserem Land setze ich mich ein.

Aber ich kann nicht sehen, daß die SPD sozusagen das gleiche "Recht" hätte, bei ihrem Einsatz für die Religionsfreiheit die Muslime zu bevorzugen; denn sie ist ja nun einmal keine christliche Partei (obwohl sie das vermutlich weit eher ist als die Union, auch wenn diese ein "C" im Namen führt oder eher mißbraucht) und somit nicht an ein christliches Gebot gebunden, sich zuerst denen zuzuwenden, die nicht zur eigenen "Sippe" gehören, den eigenen "Brüdern".

Ich begrüße es, wenn sich die SPD dem Problem der Religionsfreiheit weltanschaulich neutral annehmen will - aber ich kann nur den Kopf schütteln, wenn sie Religion dann unter dem Strich auf religiöse Muslime reduziert.

Ich bin nicht dagegen, sich für die Religionsfreiheit religiöser, auch sehr religiöser Muslime einzusetzen (nichts anderes tue ich schließlich tagaus, tagein mit  www.Burkaverbot.de) - ich bekomme nur Bauchschmerzen, wenn dann zum einen die negativen Aspekte der Religionsfreiheit unter den Tisch fallen und zum anderen alles, was nicht "dem Islam" entspricht, unter den Teppich gekehrt wird. Und wenn man dann vorher noch die weltanschauliche Neutralität betont, spüre ich ein Sodbrennen aufsteigen.

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