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Hochwasserschaden - aktueller Stand

Morgen wird es vier Wochen her sein, seit ein "Jahrhundertunwetter" durch ein Hochwasser nicht nur ein Drittel Ditzingens, sondern auch unser am Beutenbach gelegenes Wohnhaus betroffen hat.

Für alle, die es interessiert, hier ein Update.

Es betrifft uns als Bewohner auf der dritten und vierten Etage nicht direkt, aber anscheinend sind einige der Erdgeschoßwohnungen durch Wasser, das aus der Tiefgarage nach oben gedrückt ist, in Mitleidenschaft gezogen worden.

Unser Haus hat zwar Warmwasser und Strom, aber beides nur provisorisch - der Strom läuft nicht einmal über Zähler, und das Wrmwasser kommt aus einem "Hot Mobil" hinter dem Haus, das nicht gerade flüsterleise ans Werk geht.

Die Elektrik in den beiden Untergeschossen bzw. deren Instandsetzung leidet noch darunter, daß die Installationen in den Wänden nach wie vor feucht sind. Ehe da nicht alles getrocknet ist, bleibt so manches liegen.

In dieser Woche haben die Handwerker begonnen, in den Kellern großflächig die Fußböden herauszureißen, außerdem hat man die aluverstäkrten hölzernen Kellerwände entfernt. Da wird wohl alles rundum erneuert werden müssen, zumal sich das Holz mit dem Wasser vollgesogen hat, das voller Chemikalien, Fäkalien, Bakterien, Pilze... war und teilweise mehrere Tage hat einwirken können (ich möchte nicht wissen, welche mikroevolutionären Prozesse da unten abgelaufen sind).

{joomplu:167}Weithin müssen auch die Feuerschutztüren zur Tiefgarage erneuert werden - sie mögen feuerfest gewesen sein, dem enormen Wasserdruck konnten diese Türen nichts entgegensetzen. Bis dahin kann auch die Tiefgarage noch nicht wieder benutzt werden - Brandschutz geht vor. Außerdem sind natürlich auch die Rolltore der Tiefgarage nicht mehr funktionsfähig (die meisten Fernsteuerungen dürften allerdings auch mit den Autos in den Fluten verloren gegangen sein.

Auch auf eine komplette Erneuerung warten die Aufzüge - zumindest zwei von ihnen standen komplett unter Wasser, und der in unserem Haus ist vom Wasserdruck auch regelrecht auseinandergeflogen.

{joomplu:163}Es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis alles wieder so ist, wie es vorher war. Was nicht mehr so sein wird wie vorher ist die Belegung unseres Abstellplatzes in der Tiefgarage - wir werden uns kein neues Auto mehr kaufen, das ohnehin nur wenigstens 23 Stunden am Tag herumstehen würde - und vermutlich spätestens in einem Jahr wieder ein Raub der Fluten werden würde. Der Parkplatz bleibt also für Besucher und Gäste frei, und wir schauen uns nach einem Car-Sharing-Projekt um, womit wir deutlich wirtschaftlicher mobilisiert sein werden.

{joomplu:169}Meine Frau hat im Keller nicht nur Fotos und Alben aus ihrer KIndheit und Jugendzeit verloren - zum Teil komplett selbst entwickelte Fotos -, auch ihre Ausdrucke sowohl ihrer Diplom- als auch Doktorarbeit waren im Keller, nur leider nicht in wasserdichten Behältnissen. Das sind natürlich mehr als nur ärgerliche Verluste.

Und, wie schon geschrieben: Keine Hausratversicherung ist bereit, uns zumindest in den nächsten zehn Jahren (gut, neun Jahre, drei Monate und drei Wochen) einen Schutz vor Elementarschäden anzubieten, wie sie eine Überschwemmung darstellt. Das stört mich weniger wegen etwaiger Schäden durch zerstörten Hausrat, sondern wegen der mit der Entsorgung desselben verbundenen Kosten - und sei es nur ein Container für den Müll (wobei wir zusätzlich ein Unternehmen beauftragt haben, unseren Keller zu entrümpeln).

Damit zeigt sich wieder einmal, daß die Faustregel nicht unberechtigt ist: Wer eine Versicherung wirklich braucht, bekommt sie eher nicht, und wer sie bekommt, braucht sie eher nicht. Und wer eine Versicherung bekommt, die er auch braucht, bezahlt dafür einen spürbaren Mehrpreis. Gute Versicherungen sind niemals billig. Wer hier spart, spart immer am falschen Ende.

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