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From Ubuntu to Kubuntu

Eigentlich war es genau eine Möglichkeit, die mir unter  Ubuntu - der Linux-Distribution mit  Gnome- bzw.  Unity-Desktop - gefehlt hat: Ein kleines Icon im Tray, das es mir ermöglicht, die Daten in der Zwischenablage mit  GnuPG zu signieren bzw. zu verschlüsseln. Früher gab es das, aber in Unity bzw. Gnome 3 habe ich keine Möglichkeit mehr gefunden, meine Zwischenablage derart zu malträtieren.

Das kleine  KDE-Programm  KGpg, das dies kann, wird leider weder von Unity noch von Gnome 3 in der System-Tray angezeigt - also blieb nur der Wechsel von Ubuntus Unity zu  Kubuntu mit seinem KDE-Desktop. Dort sitzt KGpg nun brav iim System-Tray und wartet nur darauf, meine Zwischenablage zu signieren bzw. zu verschlüsseln. 

Mittlerweile habe ich von Unity und Gnome weitestgehend getrennt - nur eine Handvoll spezieller Anwendungen für Gnome bzw. Unity laufen noch auf meinem System (der  GIMP natürlich,  Ubuntu One,  Seahorse,  ffgtk). Ansonsten laufen vor allem KDE-Anwendungen. Ich glaube, unter Kubuntu laufen bei mir weniger Nicht-KDE-Anendungen als seinerzeit unter Gnome/Unity KDE-Anwendungen installiert waren. Auf jedenfall ist aus meinem Ubuntu mittlerweile ein echtes Kubuntu geworden; Unity bzw. Gnome können gar nicht mehr gestartet werden. 

Ich habe bereits früher, unter SuSE Linux ewig.lange.her, mit KDE gearbeitet - und das aktuelle KDE mit seinem Plsma-Desktop ist doch etwas ganz anderes als das alte KDE. Dennoch habe ich mich ziemlich schnell zurechtgefunden und schätze KDE mittlerweile sehr. 

Das bedeutet nicht, daß ich insbesondere Unity schlecht fand - Unity ist wirklich genial, wenn man die Philosophie, die dahinter steht, erst einmal verstanden hat. Schneller als mit Unity kann man ein Programm nicht aufrufen. Leider - und das ist der einzige Nachteil von Unity, den ich kenne - hat Ubuntu das zugrunde liegende Gnome so sehr verändert und umgebaut, daß es doch mit vielen Gnome-Programmen zu Reibungsverlusten kommt. Das betrifft auch gerade das Gnome-Panel als Residenz für die Tray-Icons.

Ich muß aber auch sagen, daß KDE im Großen und Ganzen leider nicht so stabil läuft wie Gnome bzw. Unity. Mit KDE erlebe ich weit häufiger Abstürze als mit Gnome/Unity. Qt-Programme sind offenbar nicht ganz so robust wie ihre Gtk-Pendants. 

Dennoch überzeugt mich KDE, und zwar vor allem die Tatsache, daß viele Programme perfekt aufeinander abgestimmt sind und nahtlos zusammen arbeiten, als handele es sich um ein Programm. Ein gutes Beispiel ist  Kontact samt der verschiedenen Einzelprogramme. 

Dank  KMail und  Rekonq bzw.  Konqueror habe ich mich auch von weitgehend von  Firefox und vollständig von  Thunderbird Enigmail und  Lightning getrennt. Gerade Rekonq ist ein schneller Browser, gegen den das Monster Firefox wirklich alt aussieht. Außerdem integrieren sich Firefox und Thunderbird längst nicht so schön in KDE - sie sind halt doch vor allem für Gnome optimiert, haben auch die Paßwörterverwaltung von KDE nicht genutzt. Ich ziehe es aber vor, meine Paßwörter zentral verwalten zu können, in einem "Safe" und nicht an mehreren verschiedenen Orten. 

Ich genieße es zudem, mit KDE nun wieder einen Desktop zu haben, den ich viel besser an meine Bedürfnisse anpassen kann, als Gnome und vor allem Unity dies zulassen. 

Wie dem auch sei - es ist gut, daß Linux einem die Wahl zwischen verschiedenen Desktops anbietet - Gnome, Unity, KDE, der gute alte fvwm2 usw. usf. Man kann sich den Desktop aussuchen, der zu einem paßt - und muß sich nicht an den Desktop anpassen, der einem vorgesetzt wird. Und letzten Endes laufen KDE-Programme auf einem Gnome-Desktop und vice versa (nicht zu vergessen die Windows-Programme, die im WinE laufen). 

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