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Segen

Am Ende eines jeden Gottesdienstes steht der Segen, oft gesprochen, manchmal gesungen, jeweils in verschiedenen Formen. Auch darüber hinaus sprechen oder singen sich Christen den Segen Gottes zu.

Aber was steckt eigentlich hinter dem Segen?

Manchmal wird der Segen Gottes mit Gesundheit, Wohlstand, Glück, Erfolg... gleichgesetzt, vor allem in der "Glaubensbewegung". Wer das mit dem Segen richtig auf die Reihe bekommt, den richtigen Glauben hat, den belohnt Gott mit Reichtum, Gesundheit, Wundern.

Diesem Segensverständnis muß ich eine Absage erteilen.

Wenn ich die Bibel richig verstehe, dann hat der Segen Gottes nichts mit solchen Dingen zu tun, ist auch keine Medaille für Christen, die den "Segenstrick" kapiert haben und darum mit Wohlstand, Gesundheit usw. "gesegnet" werden.

Ganz im Gegenteil, gerade Menschen, die mit Reichtum usw. "versucht" werden, sind in besonderer Weise auf Gottes Segen angewiesen. Reichtum ist nicht Segen, Reichtum erfordert Segen. Denn wer Reichtum besitzt, wird von Gott in besonderer Weise in die Verantwortung genommen. Reichtum ohne Gottes Segen führt in die Sünde, in die Trennung von Gott, in den Tod.

So wie die Sünde die Trennung von Gott ist und Lieblosigkeit und Unbarmherzigkeit mit sich bringt, so will der Segen Gottes diese Trennung mit Liebe und Barmherzigkeit überwinden. Gottes Segen führt den Menschen in ein Leben der Gemeinschaft, der Gnade und der Liebe (vgl. {bib=2. Korinther 13,13}).

Es ist unsere Aufgabe, Menschen den Segen Gottes zuzusprechen. Gottes Aufgabe ist es, seinen Segen dann im Leben eines Menschen wirken zu lassen. Wie er das tut, ist höchst individuell - der Geist Gottes weht, wo er will. Es gibt keinen Zehn-Punkte-Plan, mit dem man sich des Segens versichern könnte.

Meist aber wirkt Gott seinen Segen durch uns. Gottes Segen hat zwei Ebenen: Die des Wortes, das einem anderen zugesprochen wird, und die der Tat, mit der wir den Menschen begegnen, in Liebe (gemeint ist die sich hingebende, aufopferungsbereite Liebe), in Gnade und in der Gemeinschaft.

Gottes Segen zuzusprechen ist die eine Seite der Medaille, ihn zu tun, die andere. Beides gehört zusammen. Das Wort kann nicht von der Tat getrennt werden; wenn ich den Segen Gottes zuspreche, bin ich auch der erste, der zur Tat verpflichtet ist, auch der erste, den Gott zur Tat befähigt (vgl. Epheser 2,10).

Gottes Segen will nicht nur ein dann und wann zugesprochenes Wort sein, sondern ein Lebenswandel, daß wir nämlich Segen bewirken. Unablässig sollen unsere Hände segnen - die Geschwister, die Nächsten, ja selbst die Feinde.

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