Blog...

Jemenitische Koranschüler und deutsche Bibelschülerinnen

Vor geraumer Zeit wurden zwei deutsche Bibelschülerinnen und eine Koreanerin im Jemen ermordet und mehrere Personen samt Kindern entführt - man erinnert sich. Man erinnert sich auch an die deutschen Medien und ihre Schuldzuweisungen und ihre Verkehrung der Täter-Opfer-Rolle.

Durch puren Zufall bin ich auf einen Artikel gestoßen, der einen sehr interessanten Blick auf die Debatte in einer jemenitischen Koranschule wirft.

Der US-amerikanische Autor Theo Padnos war drei Jahre "undercover" in einer Koranschule im Jemen, wie in Externer Link diesem Artikel der Basler Zeitung berichtet wird.

Der Artikel ist insgesamt sehr lesenswert, aber wirklich spannend ist dieser Passus:

"Der Mord an den beiden deutschen Krankenschwestern vor einiger Zeit etwa wurde im Unterricht gutgeheissen. Es herrschte zwischen dem Lehrer und den Schülern Einigkeit, dass die Krankenschwestern im Jemen waren, nicht um jemenitischen Frauen bei der Geburt zu helfen, sondern damit sie in Zukunft keine Kinder mehr bekommen können: Der Westen wolle immer alles kontrollieren und nun eben auch die Gebärmutter der jemenitischen Frau, damit es nicht mehr so viele Gläubige gebe. Am Ende sagte der Lehrer: 'Die Vereinten Nationen und die Christen wollen nicht, dass ihr Kinder bekommt. Jeder von euch muss rausgehen und zehn Kinder bekommen.' In einem Raum mit sexuell frustrierten Männern – in den Koranschulen sind natürlich keine Frauen erlaubt – kam die Idee sehr gut an." (Hervorhebung durch den Verfasser.)

Ich habe ein wenig gesucht, aber die deutschen Medien scheinen dieses Thema bisher nicht aufgegriffen zu haben, dabei ist es doch nicht unwahrscheinlich, daß das Mordmotiv eben nichts mit Mission zu tun hatte, sondern mit diesem wahnwitzigen Vorwurf.

Zusätzliche Informationen