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Grenchen (CH): Keine Mehrheit für freie Religionsausübung

Im Schweizerischen Grenchen, in dem der sich als Sozialdemokrat tarnende rechtspopulistische Stadtpräsident Banga verboten hat, daß komplett verschleierten Frauen an den Schaltern der Einwohnergemeinde bedient werden, wo sich über 70 % der Einwohner für ein Nein zum Minarett-Bau ausgesprochen haben - ich habe über beides ausführlich berichtet -, gibt es wohl eine große Mehrheit für das "Burka-Verbot":

In einer Externer Link Umfrage von grenchen.net finden 86 % den Entscheid richtig, daß Frauen, die eine "Burka" tragen (tatsächlich geht es um einen Niqab, nicht um eine Burqa), an den Schaltern der Einwohnergemeinde nicht mehr bedient werden. 12 % finden den Entscheid nicht richtig, 2 % antworten, daß ihnen der Entscheid egal ist.

Es ist natürlich nicht so, daß nur Bürger Grenchens an dieser Umfrage hatten teilnehmen können - und es fehlt auch jede Angabe darüber, wie viele Abstimmungen es überhaupt gegeben hat. Von daher ist es vielleicht unangebracht, von dieser Umfrage auf die Bürger der Stadt zu schließen - aber nachdem über 70 % der Bürger gegen den Minarett-Bau gestimmt haben, werden wohl kaum weniger Bürger gegen das islamophobe "Burka-Verbot" ihres Stadtpräsidenten sein. 

Interessant wäre, wer diesen rechtspopulistischen Entscheid richtig findet - und ob man es auch richtig findet, daß der Stadtpräsident sogar darüber nachdenkt, komplett verschleierte Frauen anzuzeigen - etwa wegen "Erregung öffentlichen Ärgernisses" oder "Schrecken für die Bevölkerung".

Wie dem auch sei - Grenchen sieht nach einer Stadt mitten im freiheitlichen Europa aus, in der die Freiheit der Religionsausübung keinen besonderen Stellenwert mehr hat.

Es ist erfreulich, daß sich 12 % gegen den rechtspopulistischen Entscheid Bangas ausgesprochen haben - es ist zwar nur eine Minderheit, zeigt aber, daß es noch einige Bürger gibt, denen das allgemeine Menschenrecht auf freie und selbstbestimmte Ausübung der Religion wichtig ist, die fest auf dem Boden einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen, die eine Mehrheit nicht mehr teilt.

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