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Kopftuch und Schleier - FAQ
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Sonntag, den 07. März 2010 um 09:02 Uhr

Besteht beim Verschleiern - vor allem mit Gesichtsschleier - ein erhöhtes Gesundheitsrisiko?

In der Tat besteht beim Verschleiern ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. So bilden verschleierte Frauen aufgrund eines Mangels an UVB-Einstrahlung weniger natürliches Vitamin D in der Haut, was gerade in sonnenärmeren Gegenden wie Deutschland nicht unproblematisch ist:

  • Erhöhtes Infektionsrisiko
  • Erhöhtes Risiko, an  Osteomalazie zu erkranken
  • Verminderung der Knochendichte, erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen (z.B. Beckenbruch bei Geburten), Störungen der Gehbewegungen
  • Stark erhöhtes Risiko, aufgrund einer Muskelschwäche und der Gefahr eines Beckenbruchs eine Geburt per Kaiserschnitt erleiden zu müssen
  • Störung der Knochenbildung bei ungeborenen und gestillten Kindern (nachweisbar bis wenigstens zehn Jahre nach der Geburt anhand von Mineralisierung, Knochenumfang und -dichte) bzw. erhöhtes Risiko für die Kinder, an Rachitis zu erkranken
  • Möglicherweise jeweils ein erhöhtes Risiko, an Krebs oder an Multipler Sklerose zu erkranken

Das Gleiche gilt allerdings auch für dunkelhäutige Frauen und natürlich auch Männer, deren dunkle Haut in bezug auf die UVB-Strahlung wie ein Schleier wirkt, außerdem für Menschen, die tagsüber in künstlich beleuchteten Büros, Fabrikhallen usw. untergebracht sind oder die Nacht zum Tag machen und viele andere Menschen mehr, gerade auch solche, die aus Angst vor Hautkrebs oder auch wegen des Wunsches, eine möglichst helle Haut vorweisen zu können, die Sonne meiden.

Im Winter verschärft sich diese Problematik natürlich noch - dann leiden sogar sehr viele hellhäutige Menschen hierzulande an einem Vitamin-D-Mangel. Und Kinder, die nicht im Spätsommer oder Herbst geboren werden, leiden hierzulande ebenfalls an einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Vitamin-D-Mangel, auch ohne daß die Mütter verschleiert sind.

Dem Mangel an natürlichem Vitamin D kann mit künstlicher UV-Bestrahlung sowie dem Genuß von Lebertran oder fettem Fisch, aber auch unter ärztlicher Aufsicht mit entsprechenden Präparaten entgegengewirkt werden (bei denen allerdings eine Überdosierung unbedingt vermieden werden muß). Insbesondere sind hier die Bedürfnisse von Kindern zu beachten, deren Mütter während der Schwangerschaft oder Stillzeit komplett verschleiertert sind (oder einer anderen Risikogrupe angehören).

Ist in einem geschützten Bereich ein tägliches Sonnenbad ohne komplette Verschleierung möglich, so ist dies freilich die beste Möglichkeit, einem Mangel an Vitamin D und den daraus resultierenden Problemen entgegenzuwirken. Zudem ist natürlich gebildetes Vitamin D jeglichen Ersatzpräparaten unbedingt vorzuziehen.

Eine Frau, die sich auch die Augen verschleiert, hat je nach Dicke des Schleiers darüber hinaus ein erhöhtes Unfallrisiko, ebenso eine Frau mit wallenden Schleiern, die sich irgendwo verfangen können - beides wohl vergleichbar etwa mit hohen, spitzen Absätzen oder auch Plateaus.

Ein Grund, die Verschleierung zu verbieten, ist das Risiko für die Gesundheit freilich nicht - sonst käme man aus dem Verbieten gar nicht mehr heraus. Unser aller Alltag ist voller Risiken für die Geundheit, die dann im Sinne einer allgemeinen Gleichbehandlung ebenfalls verboten werden müßten: Soft Drinks, Zigaretten, Antibabypille, Haare färben (erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken), hohe Absätze (Unfallgefahr, Verformung der Fußknochen), Plateauabsätze (Unfallgefahr, gefahr komplizierter Frakturen), Make-Up (erhöhtes Risiko für Hauterkrankungen, bei manchen importierten Produkten sogar erhöhtes Krebsrisiko), Miniröcke (erhöhtes Risiko, an Infektionen des Urogenitaltraktes wie z.B. Blasenentzündung zu erkranken) - um nur einige weit verbreitete Beispiele zu nennen, die zufälligerweise nicht selten westliche Frauen betreffen.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 18:31 Uhr
 
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