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Verschleiern sich nur muslimische Frauen? Ist der Schleier ein Symbol des Islam?
Der Schleier gehört zu den ältesten Kleidungsstücken der Welt. Schon das Judentum fand ihn vor und hat ihn übernommen, später übernahm dann das Christentum den Schleier aus dem Judentum und der griechisch-römischen Tradition und schließlich der Islam von den jüdischen und christlichen Frauen.
In Deutschland tragen neben muslimischen Frauen vor allem auch Nonnen und Diakonissen eine Kopfbedeckung, außerdem viele Christinnen mit Migrationshintergrund und aus konservativen Gemeinden. Der Brautschleier ist im christlichen Kulturraum wohlbekannt, und bei einer Papst-Audienz gehört für Frauen eine Kopfbedeckung zum Protokoll.
Weltweit gesehen ist der Schleier bei christlichen Frauen nach wie vor weit verbreitet, Zentraleuropa mit den eher wenigen verschleierten Christinnen ist eher eine Insel, und auch hier ist die Barhäuptigkeit christlicher Frauen eine eher junge Erscheinung.
Weltweit gesehen dürften mehr christliche als muslimische Frauen einen Schleier tragen, wenn man nicht nur die Verschleierung im Alltag als Maßstab nimmt, sondern auch das Tragen eines Schleiers im Gottesdienst.
Auch in Deutschland können Sie, wenn Sie einer verschleierten Frau begegnen, nicht sicher sein, daß es sich um eine Muslima handelt. Es kann sich, wie gesagt, auch um eine Nonne, eine Diakonisse, eine Christin mit Migrationshintergrund oder eine Frau aus einer konservativen Gemeinde handeln, aber auch um eine vom Islam zum Christentum konvertierte Frau - eine Bekehrung bedeutet ja nicht, daß eine Frau mit ihrer Kultur bricht und den Schleier ablegt. Viele Muslimas, die heimlich den christlichen Glauben annehmen, tragen weiterhin den Schleier.
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