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Deutschland, Christenverfolgung in PDF Drucken E-Mail
Religionsfreiheit - FAQ zur Religionsfreiheit
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Samstag, den 24. Oktober 2009 um 16:37 Uhr

Gibt es eine Christenverfolgung in Deutschland?

Deutschland gehört nicht zu den Staaten, in denen Christen von staatlicher Seite oder von Seiten der Gesellschaft systematisch benachteiligt, diskriminiert oder verfolgt werden.

Gleichwohl werden in Deutschland manche Christen benachteiligt, diskriminiert oder sogar verfolgt.

Experten gehen davon aus, daß jedes Jahr etwa fünf ehemalige Muslime, die sich zum christlichen Glauben bekehrt haben, ermordet werden. Mehrere hundert ehemalige Muslime können sich in ihrem ehemaligen muslimisch geprägten Umfeld nicht frei bewegen, sie werden zumindest massiv unter Druck gesetzt, zum Islam zurückzukehren. Viele müssen ihr ehemaliges Umfeld verlassen und jeden Kontakt abbrechen.

In Bochum wurde in diesem Jahr ein russisch-orthodoxer Priester aufgrund seines Glaubens (als vermeintlicher "aramäischer Christ") so sehr drangsaliert, daß er mit seiner Familie wegziehen muß. Als einer der Tatverdächtigungen gilt ein Jugendlicher türkischer Herkunft, der mit anderen aus vermutlich religiös-nationalistischen Motiven gehandelt hat.

Keinesfalls allerdings sollte man diese Vorkommnisse aus der islamischen Gemeinschaft gegen Christen verallgemeinern - sie sind auf eine Minderheit beschränkt und oftmals nicht allein oder auch nur in erster Linie religiös begründet, sondern haben auch politische und/oder nationalistische (rassistische) Motive. Die Mehrheit der Muslime in Deutschland hat keinen Anteil an diesen christophoben Geschehnissen, auch dann nicht, wenn sie sich gegen ehemalige Muslim wenden, die Christen geworden sind.

Diverse einflußreiche Medien wenden sich in ihren Veröffentlichungen zum Teil extrem feindselig gegen evangelikale und/oder freikirchliche Christen und Missionare - hier haben üble Nachrede, Verleumdungen und Volksverhetzung ein Maß erreicht, aufgrund dessen staatsanwaltschaftlich gegen einen öffentlich-rechtlichen Sender ermittelt wird. Problematisch sind hier Verallgemeinerungen und unzulässige Gleichsetzungen.

Auch Christen mit Migrationshintergrund haben regelmäßig mit Problemen zu kämpfen - sei es, weil ihre besondere Frömmigkeit nicht zu hiesigen religiösen Traditionen paßt, sei es, weil sie missionarisch gesinnt sind. Hinzu kommt bei manchen Gemeinden, deren Glieder aus einem mehrheitlich nicht christlichen Land stammen, daß ihnen von hier lebenden Mitgliedern der Mehrheitsreligion ihres jeweiligen Herkunftslandes das Leben schwer gemacht wird.

Nicht unter "Christenverfolgung" fällt freilich die Tatsache, daß an staatlichen Schulen der Kreationismus oder das "Intelligente Design" nicht ergänzend zur oder gar alternativ Evolutuionstheorie an staatlichen Schulen gelehrt wird. Immerhin ist die Verbreitung kreationistischer Gedanken oder solcher der ID-Bewegung nicht verboten und unterliegt auch keinerlei Zensur. Manche Medien verbreiten allerdings unwahre Behauptungen über Vertreter dieser Bewegungen bzw. mit ihnen in Verbindung gebrachten Gruppierungen wie beispielsweise den Evangelikalen oder Freikirchen.

Im Großen und Ganzen genießen die Christen in Deutschland jedoch ein hohes Maß an Freiheit - weit mehr als in Dutzenden anderen Ländern. Beobachtet werden muß jedoch der Umgang seitens des Staates, der Gesellschaft und der Medien mit...

  • Evangelikalen Christen
  • Freikirchlichen Christen
  • Missionaren
  • Christen mit Migrationshintergrund
  • Christen, die aus einer anderen Religion konvertiert sind

In diesen Bereichen zeichnet sich eine Zunahme von Feindseligkeiten, Benachteiligungen, Diskriminierungen bis hin zur Verfolgung aufgrund des Glaubens ab. 

Es ist dringend geboten, dieser Zunahme entschieden entgegenzutreten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. März 2010 um 13:42 Uhr
 
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