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Derzeit richtet die deutsche Öffentlichkeit ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Krieg zwischen Israel und der Hezbollah. Dieser Krieg hat bisher auf israelischer Seite rund 100 Tote gefordert - nicht mitgerechnet die gut 1.000 Menschen, die von der Hezbollah vor Kriegsbeginn ermordet wurden - und auf libanesischer Seite nach offiziellen Angaben rund 1.000 Opfer, wobei diese Zahl vermutlich viel zu hoch angesetzt ist. Auf beiden Seiten sind Millionen Menschen von diesem Krieg betroffen und Hunderttausende auf der Flucht.
In Vergessenheit gerät dabei die Situation der verfolgten Christen. Experten schätzen, daß rund 200 Millionen Christen weltweit allein aufgrund ihres Glaubens verfolgt werden, das bedeutet: jeder zehnte Christ. Weitere 200 bis 400 Millionen Christen werden wegen ihres Glaubens diskriminiert. Dem evangelischen Menschenrechtler Thomas Schirrmacher zufolge sind in drei von vier Fällen, in denen die Religionsfreiheit schwer verletzt wird, Christen betroffen. Jahr für Jahr werden bis zu 175.000 Christen wegen ihres Glaubens ermordet.
Alles in allem ist das Christentum die derzeit am schwersten Verfolgung, Bedrängnis und Diskriminierung unterworfene Religion weltweit, und sie bringt die höchste Zahl an Märtyrern hervor.
Die zehn Länder, in denen Christen am schwersten verfolgt werden, sind:
- Nordkorea
- Saudi-Arabien
- Iran
- Somalia
- Malediven
- Bhutan
- Vietnam
- Yemen
- Laos
- China
(Quelle: Open Doors Deutschland, Verfolgunsindex, Stand Januar 2006)
Wenig bekannt ist, daß auch in Israel Christen wegen ihres Glaubens regelmäßig diskriminiert werden. Christian Solidarity International schreibt über Israel:
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Teilweise erhebliche Verletzung der religiösen Grundfreiheiten - Behinderung von Kultus und Mission |
Dabei werden Christen - sowohl arabische Christen als auch messianische Juden - in Israel selbst häufiger diskrimiert als in der Palästinensischen Autonomie, wo allerdings Bedrängnis und Verfolgung meist schwerer ausfallen.
Im westlichen Asien - dem Schauplatz des Nahostkonflikts - gibt es kein Land, in dem Christen nicht wegen ihres Glaubens diskriminiert, bedrängt oder verfolgt werden. Etwa gleichauf mit Israel liegen Jordanien, Qatar, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate. In allen anderen Ländern fällt die Verfolgung der Christen stärker aus, vor allem in Saudi-Arabien, im Iran und im Yemen. Im Irak hat sich die Situation seit dem Krieg und dem "Sieg" der USA und ihrer Alliierten erheblich verschlechtert, und Christen leiden hier schwere Verfolgung, begünstigt auch durch die neue islamistische Verfassung des "befreiten" Landes.
Auch im umworbenen EU-Beitrittskandidaten Türkei ist die Diskriminierung und Verfolgung von Christen an der Tagesordnung.
Natürlich ist die Christenverfolgung keine Spezialität des Orients. Zwar sind mehr als 30 von den 50 Ländern, in denen Christen besonders stark verfolgt werden, islamisch geprägt, aber es sind eben auch kommunistische, hinduistische und sogar christliche Länder darunter.
Auch in Deutschland gibt es Christenverfolgung, und zwar vor allem unter den Immigranten muslimischen Hintergrundes. Jährlich sollen rund fünf ehemalige Muslime, die Christen geworden sind, einem religiös motivierten Mord zum Opfer fallen (siehe diesen Bericht von Report Mainz), grundsätzlich müssen viele der Konvertiten mit Diskriminierung, Bedrängnis und Verfolgung rechnen. Nicht wenige verheimlichen ihrer Umwelt darum ihre Bekehrung zum christlichen Glauben, und die Gemeinden agieren in diesem Bereich mit höchster Vorsicht, um die Bekehrten vor Übergriffen zu schützen. Der Druck auf Konvertiten ist enorm, und nicht wenige von ihnen halten ihm nicht stand.
Nicht in diesen Bereich fällt die sog "positive Diskriminierung" von Minderheiten - auch religiösen Minderheiten -, die zu Lasten der Mehrheit und in manchen Fällen auch der Christen geht. In manchen Fällen ist diese duchaus angebracht, in anderen stellt sie einen Kotau vor einer aggressiven Minderheit oder gar einem Mob dar und ist damit höchst problematisch.
Die verfolgten, bedrängten und diskriminierten Christen sind auf die Solidarität ihrer Glaubensgeschwister in der "christlichen Welt" - Europa, USA, Kanada, Australien usw. - angewiesen. Aber gerade in Europa werden die verfolgten Christen allzu oft vergessen. Im christlich-islamischen Dialog gelten sie weithin hauptsächlich als "Dialoghindernis", und es braucht schon das drohende Todesurteil gegen einen afghanischen Konvertiten, damit sich etwa der "offizielle" Dialog positiv zur Religionsfreiheit äußert - freilich nicht ohne dabei dem Westen "Überheblichkeit" vorzuwerfen und zugleich Forderungen an den Westen zu stellen.
Christliche Menschenrechtsorganisationen, die sich für verfolgte Christen einsetzen, sind beispielsweise:
Es wäre wünschenswert, wenn viele Christen diese Hilfswerke in ihrer wichtigen Arbeit für verfolgte, bedrängte und diskriminierte Christen unterstützen.
Doch zumeist gilt diese Arbeit und gelten die entsprechenden Hilswerke als "politisch nicht korrekt", vor allem wenn es um Christenverfolgung in Ländern islamischen oder auch kommunistischen Hintergrundes geht. Es ist wichtig, diese ideologische Barriere zu durchbrechen und die Auseinandersetzung mit der Christenverfolgung auf die politische Agenda zu setzen.
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