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Grundsätzliches
Zuerst möchte ich darauf hinweisen, daß man den Islam nicht nur und nicht einmal hauptsächlich bei christlichen Autoren und Lehrern studieren sollte, sondern zuallererst bei den Muslimen selbst - sowohl im Alltagsleben der Muslime als auch bei ihren Theologen. Diese kurze Einführung in den Islam kann und will das Gespräch mit einem Muslim oder einer Muslima über den Glauben, den Alltag und die Theologie nicht ersetzen, sondern ergänzen (wobei es nur in einem sehr engen Rahmen auf die Viefalt der islamischen Strömungen eingehen kann und somit eine Uniformität des Islam vorgaukelt, die nicht gegeben ist). Beim Gespräch über die islamische Religion sollte man Muslimen gegenüber keinesfalls als "Lehrer" auftreten, der mehr über den Islam zu wissen glaubt als die Muslime, niemals darf man die Muslime oberlehrerhaft korrigieren. Man sollte immer bedenken, daß es eine Vielzahl von islamischen Strömungen gibt, die in zum Teil zentralen Inhalten voneinander und von einer generalisierten Darstellung wie der vorliegenden abweichen.
Den Islam gibt es nicht. Innerhalb des Islam gibt es eine große Bandbreite an Strömungen. Vor allem ist zwischen den "offiziellen" Formen des Islam (orthodoxer Islam) und dem "Volksislam" (folkloristischer Islam) zu unterscheiden, der das Leben vieler Menschen muslimischen Hintergrundes weit stärker prägt als der orthodoxe Islam.
Da es den Islam nicht gibt, sind auch einseitig positive oder negative Darstellungen des Islam bzw. der Muslime unzulässig, sei es nun "Islam bedeutet Frieden" oder auch "Islam und Demokratie sind nicht miteinander vereinbar". Es gilt hier zu differenzieren und Einseitigkeiten sowie Pauschalisierungen jeder Art zu vermeiden.
Der Islam ist nicht einfach nur eine andere Religion, die meisten Muslime leben auch in einer anderen Kultur, die mit dem Etikett "Islam" unzureichend beschrieben ist - während die meisten Deutschen, seien es Christen oder Atheisten, in einer sogenannten "Schuldkultur" leben, sind die meisten Muslime in einer sogegannten "Schamkultur" verwurzelt, genauer gesagt in einer islamischen Ausprägung derselben. Etwaige Schwierigkeiten im Zusammenleben von Christen und Muslimen haben ihre wichtigsten Ursachen nicht in den Unterschieden der beiden Religionen, sondern in den Unterschieden zwischen einer Schuldkultur und einer Schamkultur, was sich auch in einer unterschiedlichen Rechtsauffassung niederschlägt.
Viele Menschen des Westens bzw. viele Christen sehen den Islam durch eine christliche Brille - sie stellen bei etwaigen Vergleichen Jesus und Muhammad auf eine Stufe, Bibel und Koran, Kirche und Moschee, muslimisches Kopftuch und Nonnenhabit oder auch das Kreuz an einer Kette usw. Tatsächlich müßte man aber eigentlich Jesus und den Koran auf eine Stufe stellen, Paulus/Petrus... und Muhammad usw., da man ansonsten gewissermaßen Äpfel mit Birnen vergleicht. Ebenso führt es zu nichts, den Islam bloß als eine "judäo-christliche Sekte mit separatistischen Zügen" zu betrachten; es handelt sich vielmehr um eine eigenständige Religion mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden zum judäo-christlichen Glaubensmodell.
Aus islamischer Sicht ist der Islam die "vernünftigste Religion". Wer sich mit dem Islam beschäftigt, kann eigentlich gar nicht anders, als sich dem Islam zuzuwenden und die Glaubensmodelle aus der "Zeit der Unkenntnis" (auch das Judentum und das Christentum) hinter sich zu lassen. Wenn sich Christen intensiv mit dem Islam beschäftigen, aber keine Anzeichen einer beginnenden Konversion erkennen lassen, so werden viele Muslime skeptisch und wittern manchmal Böses, vor allem christliche Mission und Feindschaft gegen den Islam.
Ich habe mich oft gefragt, wie die Menschen hier im Westen, wie die Christen in diesem Land den Islam sehen. Die deutsche Sicht auf den Islam ist nicht einheitlich, es lassen sich verschiedene Sichtweisen ausmachen. Die Wirkung der Orientromane Karl Mays auf die deutsche Wahrnehmung des Islam ist bis heute enorm und hat das Bild des "edlen Wilden" geprägt. Die Medien bemühen sich weithin um eine möglichst positive Darstellung des Islam; was nicht in das positive Bild paßt, wird jeweils als Einzelfall, der mit dem Islam nichts zu tun hat und im Christentum - und vor allem bei den "fundamentalistischen" Evangelikalen - ebenso vorkommt, relativiert. Auch der schulische Unterricht stellt den Islam als grundsätzlich positiv dar.
In Deutschland ist Religion eher Privatsache; die Religion soll im "Stillen Kämmerlein" ausgeübt werden. Öffentliche Religiosität unterliegt strengen Regeln und wird vor allem dort geschätzt, wo sie mit einer gewissen exotischen Ausstrahlung einhergeht - der Deutsche liebt das Exotische.
Eine Minderheit der Deutschen weist eine ausgeprägte Muslimenfeindlichkeit auf, auf die an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden soll, um den Rahmen einer Kurzeinführung nicht zu sprengen. Dieses Problem wird bereits tausendfach thematisiert.
Das bürgerlich-konservative Lager ist nicht so "xenophob" und "islamophob", wie es gerne von der Linken dargestellt wird; hier wird stark zwischen dem sich an die allgemeinverbindlichen Regeln haltenden und integrationswilligen Muslim und dem sich nicht integrierenden Muslim unterschieden, man fordert die Einhaltung der Regeln, eine Anerkennung unserer Kultur und den Willen zur Integration. Dem unbekannten Muslim begegnet man mit vorsichtiger Zurückhaltung und möchte ihn gerne von "Integrationsfachleuten" betreut wissen. Dieses Lager bewegt sich im Bereich zwischen Integration und Assimilation.
Die Linke - mit ihrer starken Position in Medien, Pädagogik, Migrationsforschung usw. - ist nicht ganz so "xenophil" und "islamophil", wie es gerne von den Konservativen dargestellt wird, aber oftmals doch gefährlich nahe dran. Es gibt keine Untercheidung zwischen integrationswilligen und -unwilligen Muslimen - wo die Integration scheitert, liegt das nach Meinung der Linken am Rassismus der Mehrheitsgesellschaft und an ihren Regeln. Statt Regeln und "Leitkultur" wirken Entgegenkommen, Beschwichtigungen und vor allem finanzielle Zuwendungen pazifizierend und integrationsfördernd. das Islambild der Linken geht davon aus, daß der Muslim an sich gut ist, allein xenophobe und islamophobe Verhaltensweisen der Mehrheitsgesellschaft bewirken Gewalt und Desintegration zur verständlichen Verteidigung. Ohne diese würde der Muslim sich von selbst sowohl integrieren als auch den Islam "reformieren" (Euro-Islam - ein Privat-Islam im "Stillen Kämmerlein", der die Öffentlichkeit freilich mit ein paar exotischen Show-Einlagen verwöhnen darf). Weit verbreitet ist die Wahrnehmung des Islam und der Muslime als "Opfer" - eigentlich wird der Islam immer nur in dieser Rolle gesehen, und es sieht auch nicht danach aus, als ob die Linke bereit wäre, den Islam je aus dieser Rolle zu entlassen. Als Opfer des Rassismus und der Islamophobie der Mehrheitsgesellschaft, als Opfer der Missionswut "fundamentalistischer Christen", als Opfer einer konservativen Leitkultur und spießig-bürgerlicher Regeln usw. wird der Muslim im Kampf gegen die Gegner der Linken, gegen die "Faschisten", gegen "Rechts" instrumentalisiert. Der Muslim wird ganz auf die Rolle des Opfers reduziert und längst nicht mehr auf Augenhöhe wahrgenommen, und wehe dem Muslim, der es wagt, aus der Opferrolle auszubrechen und gar auf das desintegrierende Potenzial des Islam hinzuweisen. Damit relativiert er den Rassismus der Mehrheitsgesellschaft, damit erweist er sich als undankbar! Hat die Linke sich nicht mit ganzem Herzen, mit ganzem Verstand und ganzer Kraft für ihn eingesetzt? Wehe dem Ketzer, der sich nicht vor der Inquisition demütigt!
Jan Fleischhauer hat den Umgang der Linken mit den Muslimen in seinem Buch "Unter Linken" im Kapitel "Türken und andere Juden - die Linke und die Fremden" sehr treffend beschrieben; auch die Ausführungen von Necla Kelek sind lesenswert.
Da ich selbst eher links bin, kann ich die Sichtweise der Linken nachvollziehen - aber ich halte sie dennoch für fehlerhaft und gefährlich.
Der erste Fehler ist die Annahme, Beschwichtigungen, Entgegenkommen, Zuwendungen usw. würden pazifizierend und integrationsfördernd wirken. Zwar haben wir Deutschen damit in den letzten Jahrzuehnten sehr gute Erfahrungen gemacht - bei vielen Muslimen aber versagt diese Taktik, weil sie vor ihrem kulturellen Hintergrund falsch verstanden wird; diese Gesten werden oft als Zeichen der Unterwerfung, der Kapitulation, des "Dhimmitude" gedeutet und wirken häufig eskalierend.
Der zweite Fehler ist die Annahme, die häufig scheiternde Integration vieler Muslime habe ihre Ursache allein im Rassismus, in der Islamophobie der Mehrheitsgesellschaft und habe nichts mit dem Islam und der faschistischen Behauptung, es gäbe im Islam ein desintegrierendes Potenzial. Grundsätzlich haben die Deutschen nach 1945 diverse Höchstleistungen gezeigt, wo es um die Integration von Zugereisten ging. Allerdings hat man den Faktor "Islam" in der Integrationspolitik nicht ernst genommen, weil man Religion nun einmal als Privatsache sieht und dafür allenfalls Nischen bereithält. Nicht die Integration der Türken, der Araber, der Nordafrikaner hat sich als schwierig erwiesen und droht zu scheitern, sondern die Integration des Islam. Man ging nach den Erfahrungen mit den Christen - und auch Muslime sind doch so etwas wie Christen, oder etwa nicht? - ganz selbstverständlich davon aus, daß die Muslime, wenn sie erst einmal hier leben, die Religion als Privatsache betrachten und sich damit zufriedengeben, die Religion im "Stillen Kämmerlein" zu praktizieren.
Der dritte Fehler ist die Annahme, die schwierige Rolle der muslimischen Mädchen und Frauen habe ihre Ursache ebenfalls im Rassismus der Mehrheitsgesellschaft. Sie zwinge die Muslime geradezu, den Mädchen und Frauen die Emanzipation zu verweigern, fördere Zwangsehen und die Abschottung der Mädchen und Frauen, ihre Desintegration aus der Gesellschaft. Wer behauptet, im Islam gäbe es ein antiemanzipatorisches Potenzial, äußere sich nicht nur rassistisch, er trage dann auch eine Mitschuld an der Unterdrückung von muslimischen Mädchen und Frauen. Man muß dazu sagen, daß die Deutschen davon ausgegangen sind, daß die Emanzipation der muslimischen Mädchen und Frauen sich ganz von selbst einstellen würde - und das hat sich als Trugschluß herausgestellt. Auch ein von der Linken gefordertes, weitreichendes Entgegenkommen in diesen Fragen hat die Emanzipation der Muslimas bisher nicht gefördert, aber man sieht die Probleme eher bei Kopftuchverboten und Hürden (wie Sprachtests) beim Zuzug von Muslimas aus islamischen Ländern.
Der vierte Fehler ist die Annahme, der Integrationsprozeß des Islam, an dessen Ende ein dem links-liberalen Beliebigkeits-Christentum zum Verwechseln ähnlicher, reformierter "Euro-Islam" stehe, würde ganz von selbst ablaufen und dazu sei es einerseits nötig, auf "spießbürgerliche Regeln" (dazu zählt übrigens auch die "Missionswut" der Evangelikalen) zu verzichten und andererseits durch Entgegenkommen, Beschwichtigungen und Zuwendungen die nötigen Anreize zu geben. Auf etwaige Schwierigkeiten reagiere man mit noch weniger Regeln (erhöhe den Druck auf die Evangelikalen!) und noch mehr "Appeasement". Man muß dazu sagen, daß sich auch das Christentum nur in den seltensten Fällen von alleine reformiert. In der Regel waren dazu äußere Einflüsse nötig, und hier setzte gerade die Linke heute auf harte Regeln und, wenn überhaupt, einem Minimum an Zugeständnissen - wie man am Umgang der Linken mit den Evangelikalen, den "christliuchen Fundamentalisten", sehen kann. Es ist interessant zu sehen, daß die Linke bei der ihrer Meinung nach dringend erforderlichen Reformation der "homophoben, islamophoben, frauenverachtenden, bürgerlich-spießigen bis faschistischen" Evangelikalen ganz andere Schwerpunkte setzt als bei den Muslimen. Und selbstverständlich besitzt der Evangelikalismus ein homophobes Potenzial - ebenso wie ein antiemanzipatorisches und, faschistisches Potenzial, und gerne würde man ihr auch ein antisemitisches Potenzial nachweisen, aber das geht nur indirekt. Auf jeden Fall genießen die Evangelikalen bei den Linken keinen Opferstatus - worüber ich ehrlich gesagt von Herzen dankbar bin.
Der fünfte Fehler ist die Reduzierung des muslimischen Migranten auf den strengreligiösen Mann aus der Türkei, für den die islamischen Verbände in deutschland das alleinige Mandat haben. Menschen muslimischen Hintergrundes, die nicht in dieses Muster passen, fallen unter den Tisch. Merkwürdigerweise gilt das sogar für die muslimische Frau - die Linke nimmt sie weithin nicht wirklich wahr, höchstens als besonderes Opfer - natürlich als Opfer des Rassismus der Mehrheitsgesellschaft. Auch der ehemalige Muslim, der jetzt als Christ oder was sonst in Bedrängnis gerät, wird höchstens als Opfer gesehen - als Opfer erst der christlichen Missionare und jetzt des religiösen Rassismus im Land, der Muslime nicht einfach Muslime sein lassen kann.
Gefährlich ist diese Sichtweise mit ihren Fehlern, weil sie vielfach eher desintegrierend wirkt und die Fehler immer nur bei den "anderen" sucht - und in der Aufnahmegesellschaft allerorten Rassismus, ja, Faschismus wittert. Die so angeklagte Mehrheitsgesellschaft wird sich früher oder später bereit finden, der Anklage gerecht zu werden (selbst erfüllende Prophezeiung).
Zum Schluß noch ein Blick auf die Evangelikalen. Für die Linke und wegen ihrer Wahrnehmung der Muslime als "Opfer" sind die "fundamentalistischen Protestanten" eines der Feindbilder, gerade wegen ihrer Missionswut. Es wird eine direkte Linie gezogen vom "Kreuzzug" des George W. Bush gegen den Islam zur nicht minder gefährlichen evangelikalen Mission in islamischen Ländern und unter Muslimen in Europa. Evangelkale werden auf eine Stufe mit islamischen Fundamentalisten gestellt und mit den Taliban und al-Qaida verglichen; werden europäische Christen auf dem Missionsfeld ernmordet, werden die Märtyrer mit islamischen Selbstmordattentäern verglichen. Die Wirklichkeit ist natürlich viel komplizierter als das Schwarzweißbild der Linken - die eine Wahrnehmung des Islam durch die Evangelikalen gibt es nicht, hier muß man differenzieren. Noch in den 1980ern sah man sich Seite an Seite mit den Muslimen und den Juden als Opfer der bedrohlichen "New Age"-Bewegung. Die Mehrheit der Evangelikalen heute teilt einfach die Position des konservativ-bürgerlichen Lagers und verläßt sich ansonsten auf die Einschätzungen von christlichen Experten und möchte das Thema von christlichen Fachleuten betreut wissen. Bloß nicht selbst einmischen - höchstens beim Türken einkaufen und vielleicht einmal Kalender mit türkischen Bibelsprüchen verschenken. Am Kamin genießt man dann abends mit wohligem Schauer die Schreckensmeldungen aus der islamischen Welt etwa die Christenverfolgungen - und riskiert das eine oder andere Gebet für die islamische Welt - "Herr, hier bin ich, sende meinen Bruder". Eher wenige Evangelikale nehmen das Thema ernster, und hier reicht die Bandbreite dann von eher linken Positionen über die klassische Mission - Diakonie, Evangelisation, Unterstützung einheimischer Gemeinden - bis zu eher rechten Positionen. Wo tatsächlich missioniert wird, gibt es freilich keinen geheimen Masterplan von Evangelikalen, die sich über Ländergrenzen hinweg miteinander verschworen haben, den Islam zu vernichten und die Muslime zu bekehren, und dafür aus unerschöpflichen Ressourcen an Finanzen und Mitarbeitern schöpfen können - evangelikale Missionare sind sich herrlich uneins darüber, wie man den Menschen helfen soll, wie man ihnen das Evangelium verkündigen soll und wie man den einheimischen Gemeinden helfen soll. Das Geld für die evangelikale Mission ist denkbar knapp - und man muß schon gut begründen, warum man es ausgerechnet für diesen Zweck ausgeben soll. Bei vielen Evangelikalen besitzen andere Missionsfelder weit höhere Prioritäten, der Islam rangiert auf der Prioritätenliste ziemlich weit unten (die "Bekehrung von Homosexuellen" übrigens auch).
Was im Westen und bei den Christen not tut, ist ein Blick auf die Muslime, der weder von bürgerlich-konservativen, linken oder evangelikalen Vorstellungen und Vorurteilen, wie auch immer sie im Detail aussehen mögen, getrübt wird. "Gott urteilt anders als die Menschen: Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott sieht ins Herz" (1. Samuel 16,7) - diesen Blick brauchen auch wir, wo es um die Muslime geht, und er muß unser Handeln bestimmen (die tollste Sichtweise nützt freilich nichts, wenn daraus kein verantwortungsvolles Handeln folgt).
Erstens dürfen wir die Menschen muslimischen Hintergrundes nicht auf ihre Religion reduzieren, sondern sie in ihrer ganzen Persönlichkeit ernst nehmen.
Zweitens haben wir ihnen stets dort zu helfen, wo sie Lasten zu tragen haben, wo sie Not leiden. Dazu gehört auch, daß wir miteinander allgemeinverbindliche Regeln entwickeln.
Drittens haben wir für das Recht einzutreten, daß Muslime das Evangelium von Jesus Christus hören und sich frei dafür oder dagegen entscheiden können. Dabei geht es nicht um unsere Religions- und Meinungsfreiheit, sondern um die passive Meinungs- und Religionsfreiheit der Menschen muslimischen Hintergrundes.
Viertens haben wir die Verantwortung, uns für die Christen mit muslimischem Hintergrund einzusetzen.
Fünfstens haben wir uns für die Freiheit der Religionsausübung der Menschen muslimischen Hintergrundes - auch der negativen Religionsfreiheit - einzusetzen. Das gilt auch für das Kopftuch bzw. den Schleier muslimischer Frauen, den Bau von Moscheen usw.
Sechstens haben wir die Verantwortung, zwischen der Mehrheitsgesellschaft und der Minderheit der Menschen muslimischen Hintergrundes zu vermitteln, bei Auseinandersetzungen zu moderieren und uns als Schlichter zur Verfügung zu stellen.
Siebtens gilt für uns die Kondeszendenz Jesu Christi als Maßstab (Philipper 2,5ff) und das Vorbild des Apostels Paulus, den "Juden wie ein Jude und den Griechen wie ein Grieche" zu sein (1. Korinther 15) - wir verzichten auf Vorrechte und Freiheiten und begegnen den Menschen muslimischen Hintergrundes auf Augenhöhe und mit Respekt vor ihrer Kultur, ihrer Religion und ihren Werten.
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