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Jesus im Alten Testament PDF Drucken E-Mail
Islam und christlicher Glaube - Apologetik
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Freitag, den 22. August 2008 um 13:43 Uhr

Viele muslimische Apologeten verweisen gerne auf Texte zum Thema »Muhammad in der Bibel«. An vielen Stellen soll Muhammad in der Bibel, im Alten und im Neuen Testament, angekündigt sein.

Wir wollen in diesem Artikel untersuchen, wo Jesus, der Messias (Christus), im Alten Testament angekündigt wird - und was diese Ankündigungen aussagen, welchen Inhalt sie haben, in welcher Beziehung sie zum Leben Jesu Christi stehen. Es handelt sich dabei um eine Fülle von Bibelstellen, und wir können hier nur eine kleine Auswahl präsentieren und erklären.

Noch im 19. Jahrhundert glaubten viele kritische Theologen, das Alte Testament - von dem damals nur Handschriften aus der Zeit nach Christi Geburt vorlagen - sei in christlicher Zeit »christianisiert« worden, so daß dort Bibelstellen verändert oder eingefügt wurden, die deutlich auf Christus weisen, aber nicht dem Original entsprechen. Doch seitdem vorchristliche Handschriften des Alten Testamentes, vor allem eine komplette Rolle des Propheten Jesaja aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts vor Christus, in Qumran gefunden wurden, ist diese kritische These nicht mehr haltbar. Denn diese uralte Jesaja-Rolle stimmt praktisch komplett mit den späteren Texten überein, einschließlich des berühmten Textes Jesaja 53 - »der Gottesknecht«. In Qumran wurden vorchristliche Handschriften aller alttestamentlichen Bücher mit Ausnahme nur des Buches Esther gefunden, und sie alle haben ergeben, daß das Alte Testament von heute mit den vorchristlichen Manuskripten übereinstimmt.

»Sterne des Messias«

Als Jesus geboren wurde, führte ein Stern die Weisen aus dem Morgenland zu ihm (Matthäus 2,2). Im Alten Testament haben wir eine große Zahl von Schriftstellen, die gleichsam wie Sterne zu Jesus Christus hinführen, auf ihn hinweisen. Über vierzig solcher »Sterne« möchte ich Ihnen hier vorstellen. Einige von ihnen leuchten besonders hell.

Solche »Sterne«, die gerade für Muslime von besonderer Bedeutung sind, habe ich mit einer kleinen Grafik, einem blauen Stern, versehen. Dies, um aus der Fülle von »Sternen« (die ich gerne möglichst umfassend darstellen möchte), die wichtigsten herauszuheben. Jene 19 Abschnitte, die mit einem blauen Stern gekennzeichnet sind, sollten Sie also unbedingt lesen, bitte auch die dazu angeführten Bibelstellen!

Ich wünsche Ihnen, daß Ihnen dieser Artikel zum Segen wird und Sie mehr über Jesus und das Alte Testament lernen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Sterne im Paradies
  2. Sterne der Patriarchen
  3. Sterne des Mose
  4. Sterne des Gesetzes
  5. Sterne der Könige
  6. Sterne in den Psalmen
  7. Sterne im Hohelied Salomos
  8. Sterne in den Propheten
  9. Prophezeiungen auf Jesus und ihre Erfüllungen
  10. Der Messias bei Jesaja
  11. Fazit
  12. Epilog
  13. Quellenangabe
  14. Nachbemerkung

Sterne im Paradies

1. Mose 3,15

Gerade noch im Paradies, doch gleich müssen Adam und Eva dieses verlassen. Doch noch vor ihrem Auszug leuchtet ein heller Stern auf: »Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen, er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen«. Gott spricht hier zu der Schlange, biblisches Sinnbild für die Sünde. Der Same der Schlange ist die Versklavung des Menschen an die Sünde. Jeder Mensch ist der Sünde verhaftet; die Theologie nennt diese allgemeine Verhaftung des Menschen an die Sünde »Erbsünde«, weil sie sich durch alle Generationen hindurch zieht. Doch ein Nachkomme der Frau wird die Sklaverei der Sünde zerbrechen: Jesus Christus wird dies sein.

1. Mose 3,21

»Und Gott, der HERR, machte Adam und Eva Leibröcke aus Fell und bekleidete sie«. Adam hatte sich und seiner Frau vorher Lendenschurze aus Blättern gemacht, doch Gott schlachtet Tiere und macht den Menschen daraus Kleider. Hier wird deutlich: Blut muß fließen. Ein Opfer muß dargebracht werden, um die Blöße der Menschen - ihre Schuld - zu bedecken. Ohne ein Opfer geht es nicht. Gott selbst bringt dieses Opfer dar und schlachtet für die Menschen ein Tier. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf Jesus Christus, den Gott als »Opferlamm« hingibt, ihn »schlachtet«, damit er die Schuld der Menschen zudeckt. Alle Anstrengungen der Menschen, Religiosität, Frömmigkeit, gute Werke - sie reichen nicht aus, sie sind so unzureichend wie die Blätter-Schurze, die Adam gemacht hatte. Gott selbst muß eingreifen. Er muß die große Tat vollbringen, die die Sünde des Menschen zudeckt und Vergebung bewirken kann. Hier schlachtete er ein Tier. Vor fast 2000 Jahren opferte er seinen eigenen Sohn. Nur dieses Opfer kann unsere Sünde und Schuld bedecken. Wenn wir unseren eigenen »Schurz« machen, ist er nicht ausreichend.

Sterne der Patriarchen

Abram (Abraham, 1. Mose 12-25)

Gott beruft den Abram und ruft ihn, sein Land zu verlassen, in ein Land zu gehen, das Gott ihm zeigen wird. Dies ist ein Vorbild für Jesus Christus, der zwar nicht sein Land verlassen mußte, aber seine göttliche Gestalt nicht festhielt, sondern Knechtsgestalt annahm (Philipper 2,6ff). Er, der Gott selbst war, wurde Mensch. Er ließ sich sozusagen rufen und hingeben (Johannes 3,16), um zum Segen für viele zu werden, so wie Abram, als er sich berufen ließ, durch seinen Glauben auch zum Segen für viele und zum Vater aller Gläubigen wurde.

In seinem Glauben ist Abraham ein Vater der Gläubigen, die ohne des Gesetzes Werke gerecht werden (Römer 4), alleine durch den Glauben an Gott (Römer 3,21). Abrahams Glauben zeigt also auf das »alleine durch Glauben« (sola fide) des Christentums; denn Abraham wurde gerecht, als er glaubte, ehe er beschnitten wurde (Römer 4,9ff). Siehe auch Hebräer 11.

Die Opferung Isaaks (1. Mose 22)

Die Beinahe-Opferung Isaaks ist ein deutliches Zeichen auf die Opferung des Messias Jesus Christus. Nicht einmal so sehr die Opferung Isaaks selbst, sondern vielmehr, daß Gott seine Opferung im letzten Moment verhindert und Abraham das stellvertretende Opfer eines Widders ermöglichte. Isaak steht hier für den Menschen, der dem Tode verfallen ist - jeder Mensch hat wegen seiner Sünden den Tod verdient; vergleiche Römer 3,23 und 6,23 -, doch Gott greift ein und akzeptiert ein stellvertretendes Opfer.

Josef (1. Mose 37-50)

Josef wurde von seinen Brüdern verraten und verkauft, und Gott berief ihn zum zweithöchsten Herrscher über Ägypten. Dies ist ein Vorbild für Jesus Christus, der von seinem Volk verworfen wurde. Einer seiner Jünger verkaufte ihn für 30 Silberstücke, die Juden verlangten seinen Tod, die Römer kreuzigten ihn. Doch er erstand von den Toten und ist nun der Herrscher aller Herrscher, der König aller Könige, der Herr aller Herren.

1. Mose 49,10: Das Szepter von Juda

»Nicht weicht das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis daß der Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker«. Jesus Christus stammt aus dem Stamm Juda, ist einer seiner Nachkommen, ist König und Herrscher. Wer ist dieser »Schilo«? Wörtlich heißt dieses Wort »Held« (vgl. Psalm 89,20; Jesaja 9,5; Jeremia 20,11). Älteste Übersetzungen geben es wieder mit »Dem es ist« oder »Dem es gehört« mit Hinweis auf die Regierung des Messias und die Messias-Prophetie in Hesekiel 21,32. Ist diese Stelle in David erfüllt und zeigt nicht über David hinaus auf den Messias? Es ist anzunehmen, daß in David eine »kleine Voraberfüllung« gegeben ist, die zeichenhaft auf den Messias hinweist, dem der Gehorsam der Völker gehört - David konnte nur auf den Gehorsam seines eigenen Volkes zählen. »Schilo« ist also Jesus Christus, der Held Gottes, der Messias, dem der Gehorsam der Völker gehört.

Hiob

Das ganze Buch Hiob - eines Mannes, der zur Zeit der Patriarchen lebte - ist ein Stern, der auf Jesus zeigt, auf seine vorausschauende und gerechte Regierung, auf das Leiden des Gerechten, die Hilflosigkeit der Menschen, die sich auf sich selbst verlassen (hier die drei Freunde Hiobs, die ihn gar der Sünde bezichtigen).

Das Buch Hiob zeigt deutlich, daß selbst ein Gerechter trotz aller seiner guten Werke vor Gott nicht bestehen kann (Kapitel 42).

Besonders Hiob 9,33; 16,19; 19,25; 33,23+24 und 36,18 zeigen auf den Messias, Jesus Christus. Diese Bibelstellen leuchten als helle Sterne auf. In Hiob 9,33 verlangt Hiob nach einem Mittler, der beide versteht, Gott und Mensch, der sie zusammenführen kann - siehe 1. Timotheus 2,5. Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, ist dieser Mittler, der in Hiob 9,33 gefordert wird. Siehe auch Hiob 10,4+5+8-10; 13,21+22; 16,21; 23,3; 33,6+7.23. In Hiob 16,19 wird der himmlische Zeuge und Fürsprecher bezeugt (der Paraklet, siehe Johannes 14-16 - der Heilige Geist - sowie 1. Johannes 2,1 - Jesus Christus -). In Hiob 19,25 wird der Messias als lebendiger Erlöser bezeugt, in Hiob 33,23+24 und 36,18 wird das »Lösegeld« bezeugt, das Christus für uns bezahlte (siehe Matthäus 20,28; 1. Timotheus 2,6).

Moses' Erweckung, Passah, der Auszug aus Äqypten (2.-5. Mose)

Das Leben des Mose, also das 2.-5. Buch Mose, ist voll von Zeichen, die deutlich auf den Messias hinweisen. Hier haben wir nun drei »Sterne«:

  1. Moses' Erweckung als Prophet und Führer zeigen auf Jesus Christus hin (5. Mose 18,15.18+19).

  2. Passah (2. Mose 12) zeigt auf das Opfer Jesu, auf sein vergossenes Blut.

  3. Der Auszug aus Ägypten (2. Mose 12) zeigt auf den Auszug der durch das Opfer Jesu Erretteten aus der Sklaverei der Sünde.

Exkurs

             

Mose und Jesus

Oben schrieb ich, "Moses' Erweckung als Prophet und Führer zeigen auf Jesus Christus hin". In diesem Exkurs wollen wir das Thema "Mose und Jesus" näher untersuchen, und uns vor dem Hintergrund der Bibelstelle (Mose spricht zum Volk Israel:) Einen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. (... und Gott, der Herr, spricht zu Mose:) Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde (5. Mose 18,15.18) fragen, ob Jesus der Prophet ist, den Mose verheißen hat.

Ein Prophet wie Mose

Man könnte nun ohne weiteres - und nicht nur in Bezug auf Jesus, sondern etwa auch auf Muhammad, Paulus... - umfangreiche Pro- und Contra-Listen erstellen, ob diese Person "ein Prophet gleich wie Mose" ist oder nicht, was dafür und was dagegen spricht.

Sowohl auf Jesus als auch auf Muhammad oder auch Paulus trifft vieles von dem zu, was man über Mose sagen kann - und umgekehrt lassen sich überall Contra-Argumente finden, also Dinge, die eben nicht auf Jesus, Muhammad oder auch Paulus zutreffen.

Letztendlich läuft so etwas auf einen Schlagabtausch von Argumenten hinaus, der wenig erbaulich ist, wenn man solche Menschen auf gewisse Äußerlichkeiten reduziert. Das kann es ja nun eigentlich nicht sein, nicht wahr?

Das Neue Testament bezieht 5. Mose 18,15.18 ausdrücklich auf Jesus. Siehe dazu Johannes 1,21.45; 6,14; Apostelgeschichte 3,22-23; 7,37. Die Juden erwarteten zur Zeit Jesu, daß der von Mose angekündigte Prophet kommen sollte, und sie fragten sich, ob Johannes der Täufer oder aber Jesus dies seien. Johannes lehnte dies ab (Johannes 1,21) und wies stattdessen deutlich auf Jesus (Vv. 26ff). Philippus, einer der Apostel Jesu, identifiziert Jesus statt dessen als "den Propheten" (Johannes 1,45). Später identifizieren die Juden Jesus als "den Propheten, der in die Welt kommen soll", und Jesus weist diese Behauptung nicht - wie vorher Johannes - zurück und verweist auch nicht auf einen anderen, der nach ihm kommen würde (Johannes 6,14; vgl. 7,40).

Warum galt Jesus als Prophet? Nun, es war nicht allein, weil er Wunder und Zeichen tat, die ihn bestätigten, sondern er stand in völligem Einklang mit dem Wort Gottes - ja, er ist das Wort Gottes (Johannes 1,1) -, und er erfüllte das Gesetz, das Mose gebracht hatte.

Dies sind auch die beiden Punkte, aufgrund derer Christen glauben, daß Jesus der von Mose verheißene Prophet ist:

  1. Er steht in einer Linie mit dem Wort Gottes, das Mose gebracht hatte, ja, er ist das Wort Gottes.

  2. Er hat das Gesetz des Mose erfüllt (Matthäus 5,17), hat seine Forderungen erfüllt (Kolosser 2,14)

Wir glauben, daß dies die beiden Punkte sind, die Mose und Jesus verbinden, und daß diese Punkte wichtiger sind als alle anderen vergleichbaren Merkmale, so daß deswegen Jesus der Prophet wie Mose ist.

Das Wort Gottes wurde Fleisch

Johannes 1,1.14 berichtet davon, daß das Wort Gottes Fleisch wurde. Diese Aussage stellt die Mitte des christlichen Glaubens dar. Hier sehen wir auch die vollkommene Erfüllung aller Prophetie.

Prophetie bedeutet ja, im Auftrag Gottes, also für ihn, vor den Menschen zu sprechen (das Wort bedeutet "für... sprechen"). Propheten bringen das Wort Gottes zu den Menschen. Jesus aber brachte nicht nur das Wort Gottes zu den Menschen - er selbst ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes wurde in ihm Mensch, kam unter uns. Es spricht uns durch Fleisch und Blut, durch einen lebendigen Menschen an, der nicht nur Mittler ist, sondern das Wort Gottes selbst.

Darum sehen wir in Jesus die vollkommenste Erfüllung von 5. Mose 18,15.18, die man sich nur vorstellen kann. Nicht nur ein Prophet des Wortes Gottes kommt zu den Menschen, sondern das Wort Gottes kommt als Mensch zu uns.  

Das Gesetz erfüllt

In Matthäus 5,17 wird berichtet, daß Jesus gekommen ist, das Gesetz des Mose zu erfüllen. Mose brachte das Gesetz, Jesus erfüllte es. Der grie. Ausdruck für "erfüllen", pléróo, ist sehr vielschichtig. Hier meint er, Forderungen ganz und gar zu erfüllen, zu begleichen, ein Maß völlig aufzufüllen. Es heißt: Alle Forderungen des Gesetzes hat Jesus beglichen und damit erfüllt (vgl. Kolosser 2,14). Es geht nicht nur darum, daß Jesus das Gesetz einfach nur gehalten hat - nein, er hat das Gesetz mit seinen Forderungen befriedigt.

Jesus hat das Gesetz nicht einfach beiseite gewischt oder zumindest Erleichterung geschafft. Er hat es nicht aufgelöst, unter den Teppich gekehrt, zur Seite geschoben, sondern voll und ganz, ein für allemal erfüllt, alle Forderungen des Gesetzes vollkommen befriedigt.

Mose hat mit dem Gesetz Forderungen an die Menschen aufgestellt, und kein Mensch konnte alle diese Forderungen halten. Sie zeigten den Menschen, daß sie rettungslos in die Sünde verstrickt sind. Jesus aber hat die Forderungen erfüllt.

Das Gesetz jedenfalls war die herausragende Botschaft Gottes, die Mose den Menschen brachte. Sie war die Spitze seines prophetischen Amtes, der Höhepunkt. Und genau an diesem Höhepunkt knüpft Jesus an, indem er das Gesetz erfüllt. Auch hierin liegt die Erfüllung von 5. Mose 18,15.18 durch Jesus.

"Aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern"

Mose sagte den Juden, der Prophet werde "aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern" sein, und Gott sagte zu Mose, er werde "aus der Mitte ihrer Brüder", also aus der Mitte der Brüder der Juden kommen. Auf wen bezieht sich diese Angabe?

Wir müssen beide Aussagen zusammennehmen. Würde der Prophet lediglich "aus den Brüdern" kommen, so müßte er nicht unbedingt ein Jude sein, sondern könnte auch ein Angehöriger eines der Brudervölker sein. Derer gab es viele; denn hierzu zählen die Nachkommen der Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob. Abraham hatte mit drei Frauen (Hagar, Sara, Ketura) insgesamt acht Söhne: Ismael von Hagar, Isaak von Sara, Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach von Ketura (1. Mose 16,11; 21,1ff; 25,2). Die Söhne der Ketura werden niemals ausdrücklich als "Brüder" Isaaks und Ismaels bezeichnet. In 1. Mose 25,6 werden Hagar und Ketura ausdrücklich als Nebenfrauen Abrahams bezeichnet; sie stehen damit also nicht auf einer Stufe mit Sara (vgl. auch 1. Chronik 1,32). Damit stehen auch die Söhne der beiden Nebenfrauen, die Abraham laut unserem Text "von seinem Sohn Isaak weg" in den Osten geschickt hat, nicht auf der selben Stufe wie Isaak, und Abraham gab ausdrücklich Isaak "alles, was er hatte" (V. 5). Danach werden auch Isaak und Ismael nicht mehr als Brüder bezeichnet, sondern 1. Mose 25,9 nennt sie sachlich und die Entfremdung zwischen ihnen deutlich ausdrückend "seine Söhne".

Zweimal schreibt die Bibel von Ismael, "er setzte sich allen seinen Brüdern vors Gesicht" (1. Mose 16,12; 25,18). Interessant ist hier, wie der Begriff "Bruder" verwendet wird. Es war eine feindselige Bruderschaft, die insbesondere Isaak nichts dulden und nichts gönnen wollte. Ismael riß den Brudertitel richtiggehend an sich, und "er setzte sich allen seinen Brüdern vors Gesicht".

Gott hatte über Ismael zu Abraham gesprochen, "ich werde ihn segnen... aber meinen Bund werde ich mit Isaak aufrichten" (1. Mose 17,20-21). Es gibt keinen Bund zwischen Gott und einem anderen Sohn des Abraham als Isaak.

Und weder der Bundesschluß mit Isaak anstatt mit Ismael noch die Feindschaft zwischen Ismael und Isaak werden in der Bibel jemals aufgehoben oder die Aufhebung auch nur angekündigt. Warum nun sollte der verheißene Prophet ausgerechnet von außerhalb des Bundes Gottes mit Isaak und aus der Feindschaft zwischen Ismael und Isaak kommen? Dafür gibt es keinen Grund.

Die "patriarchalische Bruderschaft" umfaßt nicht nur die Söhne Abrahams, sondern auch die Söhne der Nachkommen Abrahams, also die Söhne Isaaks und Jakobs. Insgesamt finden wir hier eine sehr lange Liste von Männern, die "Brüder" sind. Das beschränkt sich nicht nur auf Isaak und Ismael, sondern bezieht sich auf Dutzende, ja auf Hunderte von Männern. Da sind erst einmal die Söhne Abrahams, Ismael, Isaak und die sechs Söhne der Ketura. Alle diese Männer hatten nun wiederum viele Söhne. Isaak hatte zwei Söhne: Jakob und Esau. Auch diese beiden Männer hatten wieder viele Söhne - So bezeichnet etwa 5. Mose 23,8 die Edomiter, Nachkommen von Jakobs Bruder Esaus, als "Brüder", und ermahnt die Juden, sie nicht zu verabscheuen, weil sie eben "Brüder" sind -, und die Söhne Jakobs bildeten dann das Volk Israel, zu dem auch Mose gehört.

Die Formulierung "aus deinen Brüdern" ist also höchst ungenau, und darum wird sie auch ausdrücklich konkretisiert: "aus deiner Mitte". Darum kommen hier nur noch die Juden selbst in Betracht und keines der Brudervölker, weder aus den Linien, die auf Abraham zurückgehen noch aus den Linien, die auf Isaak und Jakob zurückgehen.

Somit liegt es auf der Hand, daß der verheißene Prophet ein Jude sein mußte, und so haben es auch die Juden zu allen Zeiten verstanden.


Die Zeit unter dem Gesetz

Priesterschaft (3. Mose 8)

Die im Alten Testament beschriebene Priesterschaft ist gleich ein doppeltes Zeichen. Zum einen deutet es auf Jesus Christus, den vollkommenen Priester (Hebräer 5-8), zum anderen deutet es auf die Priesterschaft aller Gläubigen (1. Petrus 2,9; Offenbarung 1,6).

Opfergesetze (3. Mose 16)

Die mosaischen Opfergesetze sind Zeichen für das vollkommene Opfer, das Gott selbst darbrachte, als er seinen Sohn Jesus Christus hingab und am Kreuz für unser aller Sünden opferte (Hebräer 9-10)

Zeit der Könige

Mit der Einführung des Königtums über Israel wird ein neues Zeichen auf den Messias eingeführt. Gerade im Königtum Davids ist ein Zeichen auf den König aller Könige, Jesus, gegeben. Dies wird in den messianischen Psalmen besonders deutlich.

Der Messias in den Psalmen

Psalm 2: Christus, der kommende König

Siehe besonders Vers 7: »Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt«; vgl.. Apostelgeschichte 13,33; Hebräer 1,5; 5,5.

Und siehe unbedingt Vers 12: »Küßt den Sohn, daß er nicht zürne und ihr nicht umkommt auf dem Weg; denn leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!«; wobei »sich bei ihm bergen« der charakteristische Ausdruck des Alten Testaments für das neutestamentliche Wort »Glaube« und »Glauben« ist. Dieses Wort, das im AT 152-mal verwendet wird, hat nämlich die Bedeutung von »Zuflucht nehmen«, »abwälzen auf«, »verlassen auf«, »warten auf« und eben »in etwas bergen«. Es zeigt auf den Glauben, um den es im Neuen Testament geht. Er ist nicht nur ein Glaube an die Wirklichkeit von etwas, was man nicht sieht, sondern auch das Zuflucht-nehmen zu Jesus, das Abwälzen der Sorgen, Nöte und Last auf ihn (auch der Sündenlast!), das Sich-verlassen auf Jesus, das beharrliche Auf-ihn-warten und das In-ihm-geborgen-sein.

Hier geht es nicht nur um David. Er, der König Israels, ist nur ein Zeichen des kommenden Königs, des Sohns Gottes: Jesus Christus. In ihm erfüllt sich Psalm 2 vollkommen. Warum kann es sich nicht nur in David erfüllen? Vers 12 fordert auf, sich in dem Sohn zu bergen, sich also ganz auf ihn zu verlassen. Aber die Bibel verbietet, sich auf einen Menschen zu verlassen (Psalm 118,8, wo das gleiche Wort »bergen in« verwendet wird). Nur auf Gott soll ein Mensch sich verlassen, nur in ihm sich bergen. Darum meint Psalm 2,12 de Sohn Gottes, Jesus Christus. Nur auf ihn alleine soll man sich verlassen, nur in ihm alleine sich bergen. Auf ihn sollen wir all unsere Last werfen, auch unsere Sünden (Matthäus 11,28-30).

Psalm 16,10: Die Auferstehung des Königs

In diesem Psalm wird die Auferstehung Jesu vorausgesagt: »Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, daß dein Frommer die Grube sehe. Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar« (Verse 10+11).

»Der 16. Psalm ist eine Voraussage der Auferstehung des Königs. Als ein Prophet erklärt David, daß der Messias nicht bei seinem ersten Kommen, sondern zu einer Zeit, die Seinem Tod und Seiner Auferstehung folgen würde, den Thron Davids einnehmen würde. Vgl. Apostelgeschichte 2,25-31 mit Lukas 1,32+33 und Apostelgeschichte 15,13-17.« (Fußnote der Scofield-Bibel zu Vers 10).

Psalm 22: Der leidende Heiland

Nach Matthäus 27,46 betete Jesus, ehe er starb: »Eli, Eli, lemá sabachtháni? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?«. Das ist der Anfang von Psalm 22, den er wahrscheinlich ganz betete.

Psalm 22 ist die Frage nach dem Warum und gibt zugleich die Antwort - ab Vers 4.

Vergleiche die Aussagen von Psalm 22 mit den Berichten von Jesu Leiden und Sterben. So vergleiche insbesondere Psalm 22,7-9 mit Matthäus 27,39-44; Psalm 22,17 mit Jesaja 53,7 und Johannes 20,20-25; Psalm 22,19 mit Matthäus 27,35.

In den Versen 15-18 haben wir eine anschauliche Beschreibung der Kreuzigung (die freilich damals unbekannt war): »Die Knochen (der Hände, der Arme, der Schultern und des Beckens) zertrennt (aus den Gelenken) (V. 15); der übermäßige Schweiß, verursacht durch intensives Leiden (V. 15); die Tätigkeit des Herzens in Mitleidenschaft gezogen (V. 15); die Kraft erschöpft; ein quälender Durst (V. 16); die Hände und Füße durchbohrt (siehe V. 17 [...], vgl. auch Johannes 20,22); durch teilweise Nacktheit Verletzung des Anstands (V. 18); das alles ist mit dieser Art des Todes verbunden. Die Zustände, die hier erwähnt werden, wurden durch die Kreuzigung Christi ganz genau erfüllt. Der trostlose Schrei in V. 2 (Matthäus 27,46); die Stunden des Lichtes und der Finsternis in V. 3 (Matthäus 27,45); die verächtliche und demütigende Behandlung in Vv. 7-9.13.14 (Matthäus 27,39-44); das Werfen des Loses in V. 19 (Matthäus 27,35); alles wurde wörtlich erfüllt. Wenn man bedenkt, daß die Kreuzigung eine römische und nicht eine jüdische Form der Todesstrafe war, so ist hier der Beweis für die Inspiration der Bibel unwiderlegbar erbracht« (Scofield-Bibel zu Vers 8). Solange Qumran keine Rolle spielte, konnte man von einer christlichen Fälschung von Psalm 22 ausgehen. Qumran mit seinen vorchristlichen Handschriften beweist jedoch, das diese These unhaltbar ist. Und die Kreuzigung gab es zur Zeit Davids nachweislich noch nicht (und selbst wenn man diesen Vers nicht David, sondern einer späteren Zeit zuschreibt, reichen auch die jüngsten Datierungen in eine Zeit, ehe die Kreuzigung erfunden wurde). So ist Psalm 22 entweder reiner Zufall, was vollkommen unmöglich ist, oder aber Prophezeiung auf den Tod Jesu am Kreuz hin.

Die Funde in Qumran machen es also unmöglich, an eine christliche Fälschung zu glauben. Hätte jemand den Leidenspsalm zufällig so schreiben können, daß er genau auf die Kreuzigung Jesu paßt? Und es ist ja nicht nur Psalm 22. Auch Jesaja 53 und andere Bibelstellen hauen, wie wir noch sehen werden, in die gleiche Kerbe. So viele Zufälle kann es gar nicht geben. Hier kann man nur an das Wirken eines allwissenden Gottes denken, der den Schreiber von Psalm 22 zu dieser erstaunlichen Prophezeiung veranlaßte. Ins Gewicht fällt hier gar nicht mehr, daß in der Bibel die Zahl 22 durchgängig die Zahl des Leidens und des Opfers ist (vgl.. Gerhard Salomon, »Zahlen der Bibel«).

Übrigens bilden die Psalmen 22, 23 und 24 eine »Hirten-Trilogie«. »In Psalm 22 gibt der gute Hirte Sein Leben für die Schafe (Johannes 10,12); in Psalm 23 sorgt der große Hirte, 'der aus den Toten heraufgeführt wurde... durch das But eines ewigen Bundes' (Hebräer 13,20), in zarter Weise für Seine Schafe; in Psalm 24 erscheint der oberste Hirte als König der Herrlichkeit, um seine Schafe zu belohnen (1. Petrus 5,4)« (Scofield-Bibel zu Psalm 22,2). Wir haben also hier eine Konjunktion von drei Sternen, den »großen Hirten-Stern«, der uns zu Jesus Christus führt, dem guten Hirten (Johannes 10,11+14, lies den ganzen Text!).

Psalm 45: Der König und seine Schönheit

Siehe besonders Vers 3.

»Der große Psalm des Königs, zusammen mit Psalm 46-47 (wieder eine Konjunktion von drei Sternen! M.M.), schaut klar vorwärts auf Sein Kommen in Herrlichkeit. Die Erwähnung in Hebräer 1,8.9 betont nicht so sehr die Salbung als geschichtliches Ereignis (Matthäus 3,16.17), sondern mehr die ewige Würde des Königs (vgl. Jesaja 11,1.2). Die Einteilung ist folgende: (1) die erhabene Schönheit des Königs (VV. 2.3); (2) das Kommen des Königs in Herrlichkeit (VV. 4-6; vgl. Offenbarung 19,11-21); (3) die Gottheit des Königs und der Charakter Seiner Herrschaft (VV. 7.8; Jesaja 11,1-5; Hebräer 1,8.9); (4) mit Ihm verbunden in Seiner irdischen Herrschaft erscheint die Königin (VV. 10-14); (5) dann sehen wir die jungfräulichen Begleiterinnen der Königin, die wohl den jüdischen Überrest darstellen (siehe Römer 11,5; Offenbarung 14,1-4); (VV. 14.15); und (6) der Psalm schließt mit einem Hinweis auf den irdischen Ruhm des Königs (VV. 16.17)« (Scofield-Bibel zu Psalm 45,2).

Psalm 68: Christi Triumph und Herrlichkeit

Siehe besonders Vers 19.

»In diesem Psalm wird die Freude Israels in seinem Königreich besonders betont. In Vers 19 (angeführt in Epheser 4,7-16 über den Dienst Christi bei der Himmelfahrt) schlägt der Psalm einen prophetischen Ton an, vielleicht in der Vorausschau auf die Sammlung Israels (VV. 22-24) und das messianische Königreich« (Scofield-Bibel zu Psalm 68,2).

Psalm 69,22

»Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig«.

Siehe hierzu als Erfüllung Matthäus 27,34+48. Der mit Galle vermischte Wein (Vers 34) sollte als Betäubungsmittel wirken. Jesus verweigerte diesen Trunk; er wollte bei vollem Bewußtsein sterben. Betäubt zu werden, wäre Gift für ihn gewesen.

Psalm 72: Das herrliche Königreich des Messias

»Der 72. Psalm gibt uns eine vollständige Schau des Königreiches des Messias, soweit es uns in der Offenbarung des AT entfaltet wird. Die Gebete Davids werden in dem kommenden Königreich ihre volle Erfüllung finden (V. 20; 2. Samuel 23,1-4). Vers 1 bezieht sich auf die feierliche Übertragung des Königreichs auf des Königs Sohn, die ausführliche Beschreibung dieses Aktes wird in Daniel 7,13.14; Offenbarung 5,5-10 gegeben. Die Verse 2-7.12-14 geben den Charakter des Königreichs wieder (vgl. Jesaja 11,3-9). Das Wort "Gerechtigkeit" wird besonders betont. Die Verse 8-19 reden von der Universalität des Königreichs. Durch das wiederhergestellte Israel wird das Königreich über die ganze Erde ausgebreitet werden (Sacharja 8,13.20-23)« (Scofield-Bibel zu Psalm 72,1).

Psalm 89: Der Bund mit Gottes Auserwähltem

»Der 89. Psalm gibt beides: die Bestätigung und die Auslegung des Bundes mit David (2. Samuel 7,8-16). Die Bedeutung des Bundes über David und Salomo hinaus wird durch V. 28 bestätigt: "zum Höchsten unter den Königen der Erde" kann sich nur auf Immanuel beziehen (Jesaja 7,13-15; 9,6.7; Micha 5,1). Der Psalm kann in vier Teile zerlegt werden: (1) der Bund, der wohl aus der Güte des HERRN entspringt, beruht doch auf Seinem Eid (VV. 2-5). (2) Der HERR wird wegen Seiner Macht und Güte, die sich in dem Bund zeigt, gepriesen (VV. 6-19). (3) Der HERR antwortet (VV. 20-38). Wir können hier zwei Antworten unterscheiden: (a) der Bund wird bestätigt (VV. 20-30), aber (b) der HERR warnt auch, weil Er den Ungehorsam in der königlichen Nachkommenschaft Davids mit Züchtigung bestrafen wird (VV. 31-33). Die Züchtigung begann mit der Teilung des Königreiches Davids (1. Könige 11,26-40; 12,16-20) und erreichte den Höhepunkt in den Gefangenschaften. Die spätere Geschichte des zerstreuten Israel bezeugt, daß die Züchtigung fortgesetzt wurde. Siehe Zeiten der Heiden, Lukas 21,24 und Offenbarung 16,19 [...]. Und (4) das Flehen des Überrestes (Jesaja 1,9; Römer 11,5), das auf die Strenge und die lange Dauer der Züchtigung hinweist (VV. 39-53)« (Scofield-Bibel zu Psalm 89,4).

Psalm 102: Der betrübte Knecht Gottes

In diesem Psalm beziehen sich die Verse 25-28 auf Christus, vergleiche Hebräer 1,10-12. Die vorhergehenden Verse sind Prophetien, die Jesu Betrübnis in jener Zeit wiedergeben, als er erniedrigt war und vom Volk verworfen wurde. Es ist das Lied des betrübten Knechtes Gottes (siehe Matthäus 26,38; Markus 3,5).

Psalm 110: Priester und König

Immer schon haben die Juden diesen Psalm auf den Messias gedeutet und entsprechend hoch gehalten, während sie den Messias als Sohn Davids verstanden haben.

Vers 1 läßt David aber diesen Messias seinen Herrn nennen (»Spruch des Herrn für meinen Herrn«). Jesus greift hierauf zurück, um anzuzeigen, daß der Messias nicht Davids Sohn sein kann, wenn David ihn seinen Herrn nennt (Matthäus 22,41-46).

Der Psalm stellt den Messias als König und Priester, ja als echten Priesterkönig dar. Geschichtlich wurde dieser Psalm mit der Himmelfahrt Jesu erfüllt.

Die Scofield-Bibel schreibt zu diesem Psalm: »Die Bedeutung des 110. Psalmes wird klar bezeugt durch die besondere Stellung, die ihm im NT gegeben wird. (1) Der Psalm bestätigt die Gottheit Jesu und weist damit solche Stimmen zurück, die wagen, die volle göttliche Bedeutung Seines Namens Herr im NT zu leugnen (V. 1; Matthäus 22,41-45; Markus 12,35-37; Lukas 20,41-44; Apostelgeschichte 2,34.35; Hebräer 1,13; 10,12.13). (2) Er verkündet das ewige Priestertum des Messias - eine der wichtigsten Aussagen der Schrift (V. 4; 1. Mose 14,18 [...]; Johannes 14,6; 1. Timotheus 2,5.6; Hebräer 5,6 [...]; 7,1-28). (3) Geschichtlich beginnt Psalm 110 mit der Himmelfahrt Christi (V. 1; Johannes 20,17; Apostelgeschichte 7,56; Offenbarung 3, 21). Und (4) prophetisch schaut der Psalm vorwärts (a) auf die Zeit, da Christus als Stab der Macht des Herrn, als Erlöser aus Zion (Römer 11,25-27) erscheinen wird, und auf die Zeit der Bekehrung Israels (V. 3; Joel 2,27; Sacharja 13,9; siehe 5. Mose 30,1-9 [...]); und (b) auf das Gericht über die Mächte der Heiden, das der Aufrichtung des Königreiches vorangehen wird (VV. 5.6; Joel 4,9-17; Sacharja 14,1-4; Offenbarung 19,11-21). Siehe Harmagedon (Offenbarung 16,16; 19,17[...]); Israel (1. Mose 12,2.3; Römer 11,26 [...]); Königreich (Sacharja 12,8 und 1. Korinther 15,24 [...])«.

Psalm 118,22: Der Eckstein

»Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Vom Herrn ist dies geschehen, es ist ein Wunder vor unseren Augen.« Dieser Vers zeigt klar auf die Verwerfung Jesu durch die Juden und seine Erhöhung durch Gott, indem er Christus zum Eckstein (andere Übersetzung: Schlußstein) machte, an dem sich alles entscheidet, für oder gegen den sich jeder Mensch entscheiden muß. Alles hängt von Jesus ab. Er ist als Eck- bzw. Schlußstein das »Siegel aller Offenbarungen«. Siehe auch Jesaja 28,16; Matthäus 21,42; Apostelgeschichte 4,11; 1. Petrus 2,7.

Psalm 132,11: Davids Nachkomme auf dem Thron

»Der Herr hat David einen Treueeid geschworen, er wird nicht davon abweichen: 'Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen«. Jesus stammt sowohl über seinen Adoptivvater Josef (Matthäus) als auch über seine Mutter Maria (Lukas) von David ab.

Hohelied Salomos

Das Hohelied Salomos ist ein weiterer Stern des Messias, ein Gleichnis der Liebe zwischen Christus, dem Bräutigam, und seiner Gemeinde, der Braut, vergleiche Epheser 5,32.

Der Messias und die Propheten

Jesaja 2,4: Der gerechte Richter und sein Friedensreich

»Und er wird richten zwischen den Nationen und für viele Völker Recht sprechen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nicht mehr wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden den Krieg nicht mehr lernen.« Jesus lehrte Nächten- und selbst Feindesliebe, den Fluchenden zu segnen, den Verfolgenden zu lieben, niemals das Schwert zu benutzen, Vergebung zu üben. Es wird eine Zeit geben, in der es auf dieser Erde keinen Krieg mehr geben wird, sondern alle Menschen miteinander in einem Friedensreich leben. Im Reich Gottes, der Gemeinschaft der an Jesus Gläubigen, haben wir schon jetzt einen Vorgeschmack auf dieses zukünftige Friedensreich.

Jesaja 4,2: Der Sproß

»An jenem Tag wird der Sproß des HERRN zur Zierde und zur Herrlichkeit sein und die Frucht des Landes zum Stolz und zum Schmuck für die Entkommenen Israels«. Da wir hier einen »Doppelstern« haben, siehe auch Jeremia 23,5: »Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben«.

"Sproß" ist ein Name Christi, der in vierfacher Weise gebraucht wird: (1) "der Sproß des HERRN" (V. 2), d. h. der Immanuel-Charakter Christi (Jesaja 7,14), der nach Seiner Rückkehr in göttlicher Herrlichkeit dem wiederhergestellten und bekehrten Israel erst völlig geoffenbart werden wird (Matthäus 25,31); (2) "der Sproß" Davids (Jesaja 11,1; Jeremia 23,5; 33,15), d. h. der Messias, der "von der Nachkommenschaft Davids nach dem Fleisch" ist (Römer 1,3) und der in Seiner irdischen Herrlichkeit als König aller Könige und Herr aller Herren offenbar werden wird; (3) des HERRN "Knecht, der Sproß" (Sacharja 3,8), zeigt die Erniedrigung des Messias und Seinen Gehorsam bis zum Tod nach Jesaja 52,13-15; 53,1-12; Philipper 2,5-8; und (4) der "Mann, dessen Name ist DER SPROSS" (Sacharja 6,12), darin liegt Sein Charakter als Sohn des Menschen, der "letzte Adam", der "zweite Mensch" (1. Korinther 15,45-47), der als Priester-König über die Erde regiert und die Herrschaft, die dem ersten Adam gegeben und genommen wurde, wieder aufrichtet. Matthäus ist das Evangelium des Sprosses Davids; Markus das Evangelium des Knechtes des Herrn, des Sprosses; Lukas ist das Evangelium des Mannes, dessen Name ist der Sproß; und Johannes ist das Evangelium des Sprosses des Herrn« (Scofield-Bibel).

Jesaja 7,14: Das Zeichen der Jungfrau

»Darum wird der Herr euch selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel (Gott mit uns) nennen«.

Jesaja 9,1: Das Volk, das im Dunkeln lebt

»Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen«.

»Jesaja hebt hervor, daß gerade die Gegenden, über welche die Heere der Assyrer Dunkelheit und Tod brachten, die ersten sein würden, die sich in dem Licht freuen werden, das durch die Predigt von Christus kommt (Matthäus 4,15.16)« (Scofield-Bibel).

Jesaja 9,5: Ein Kind, ein Sohn

»Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott (od. Gott-Held), Vater der Ewigkeit (od. Ewig-Vater), Fürst des Friedens«.

Das Kind, der Sohn - er ist nicht nur ein Sohn Davids, sondern wird direkt als »starker Gott« oder »Gott-Held« bezeichnet. Dies ist ein starker Hinweis auf die Gottessohnschaft.

Wohlgemerkt: Jesaja wurde komplett in Qumran gefunden, eine Rolle, die aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert stammt, also unmöglich gefälscht sein kann!

Jesaja 11,1-10: Der Sproß aus dem Stumpf Isais

»Und ein Sproß wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schößling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und Furcht des HERRN; und er wird sein Wohlgefallen haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, und nicht zurechtweisen nach dem, was seine Ohren hören, sondern er wird die Geringen richten in Gerechtigkeit und die Elenden des Landes zurechtweisen in Geradheit. Und er wird den Gewalttätigen schlagen mit dem Stab seines Mundes und mit dem Hauch seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Schurz seiner Hüften sein und die Treue der Schurz seiner Lenden. Und der Wolf wird beim Lamm weilen und der Leopard beim Böckchen lagern. Das Kalb und der Junglöwe und das Mastvieh werden zusammen sein, und ein kleiner Junge wird sie treiben. Kuh und Bärin werden miteinander weiden, ihre Jungen werden zusammen lagern. Und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird spielen an dem Loch der Viper und das entwöhnte Kind seine Hand ausstrecken nach der Höhle der Otter. Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wassern, die das Meer bedecken. Und an jenem Tag wird es geschehen: der Wurzelsproß Isais, der als Feldzeichen der Völker dasteht, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.«

Dieses Kapitel ist ein prophetisches Bild der Herrlichkeit des zukünftigen Königreiches, das aufgerichtet werden wird, wenn Davids Sohn in Herrlichkeit wiederkommt (Lukas 1,31.32; Apostelgeschichte 15,15.16).

Jesaja 42,1: Christus, der Knecht, an dem Gott Wohlgefallen hat

»Siehe, mein Knecht, den ich halte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er wird das Recht zu den Nationen herausbringen«.

Jesaja 49,1-7: Die Geburt Christi

Dieser Bibelabschnitt ist ein prophetisches Wort, das auf die Geburt Christi hinweist.

Jesaja 53: Christus, der Knecht des Herrn

(Jesaja 52,13-53,12, im Folgenden der Bibeltext »in Anführungszeichen«, Kommentare aus der Scofield-Bibel in kursiver Schrift, eigene Kommentare in normaler Schrift)

»Siehe, mein Knecht wird einsichtig handeln. Er wird erhoben und erhöht werden und sehr hoch sein.«

Wenn auch die Geburt Christi schon in den vorigen Kapiteln vorausgesagt wurde (7,14; 49,1-7), so beginnt doch hier erst der Abschnitt über Christus, den leidenden Knecht des HERRN. Seine Erniedrigung im allgemeinen wird in Kap. 50 berichtet. Das 53. Kapitel enthält einen Bericht über die Leiden Christi (VV. 1-3), in dem sie als stellvertretend (VV. 4.6.7.9) und siegreich (VV. 10-12) gezeigt werden. Aufgrund dieses Opfers kann die Erlösung angeboten werden, wie es in Kap. 55 geschieht. Die Randbemerkungen zu Jesaja 53 lassen erkennen, wie häufig dieses Kapitel von unserm Herrn und von den Schreibern des NT gebraucht wird. Beachte, daß in den Stellen vom Knecht manchmal von Ihm in der 3. Person die Rede ist, manchmal wird Er angeredet und manchmal spricht Er selbst.

»Wie sich viele über dich entsetzt haben - so entstellt war sein Aussehen, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt mehr als die der Menschenkinder -,«

Diese Stelle zeigt ein erschreckendes Bild; denn man kann auch lesen: "Seine Gestalt war so anders als die eines Menschen, daß sein Aussehen nicht mehr das eines Sohnes des Menschen war", d. h. nicht mehr menschlich. Das war die Wirkung der brutalen Behandlung, die in Matthäus 26,67.68; 27,27-30 beschrieben wird. »ebenso wird er viele Nationen besprengen; über ihn werden Könige ihren Mund schließen. Denn sie werden sehen, was ihnen nicht erzählt worden war, und was sie nicht gehört hatten, werden sie wahrnehmen.« Vergleiche die wörtliche Erfüllung dieser Voraussage in 1. Petrus 1,1.2, wo von Menschen aus vielen Nationen gesagt wird, daß sie mit dem Blut Jesu Christi besprengt wurden. Das Wort, das hier mit "besprengen" übersetzt wird, wird gewöhnlich in dem Pentateuch (5 Bücher Mose) gebraucht, um die Reinigung der Gefäße im Tempel zu beschreiben, wenn die Priester Blut oder Wasser auf sie sprengten. Vgl. Hebräer 10,22.

»Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden? Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelsproß aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, daß wir Gefallen an ihm gefunden hätten. Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. Jedoch unsere Leiden - er hat sie getragen, und unsere Schmerzen - er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.«

Weil Matthäus diese Stelle anführt und sie auf körperliche Krankheit bezieht (vgl. Matthäus 8,17 im Zusammenhang), wurde von manchen Auslegern gefolgert, daß Krankheit ebenso wie Sünde in den sühnenden Tod Christi eingeschlossen wäre. Aber Matthäus sagt, daß der Herr den ersten Teil von Jesaja 53,4 in dem heilenden Amt Seines Dienstes auf Erden erfüllte. Matthäus 8,17 erwähnt nicht den sühnenden Tod Christi für die Sünde.

Der Herr nahm die Krankheiten der Menschen hinweg, indem Er sie heilte. Er starb für unsere Sünden, nicht für unsere Krankheiten; denn körperliche Krankheit an sich ist keine Sünde; sie ist nur eine der Auswirkungen der Sünde. Also prophezeit Jesaja 53,5.6, daß Christus unsere Sünden an das Kreuz tragen würde (vgl. 1. Petrus 2,24.25). Sein Tod war stellvertretend und sühnend.

»Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen ‹eigenen› Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab, aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod, weil er kein Unrecht begangen hat und kein Trug in seinem Mund gewesen ist.«

In dem Hebräischen steht das Wort, das mit "Tod" übersetzt wird, in einem betonten Plural. Man hat angenommen, daß damit die Gewaltsamkeit des Todes Christi bezeichnet werden soll; der Schmerz Seines Todes war so groß, daß er wie ein wiederholtes Sterben erfahren wurde.

»Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern. Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, daß er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan«.

Dieser Bibelabschnitt hat schon viele Muslime zum Glauben an Jesu stellvertretenden Sühnetod geführt, so daß sie selbst an »diesen« sozusagen christlichen Jesus gläubig wurden.

Dieser Bibelabschnitt galt unter kritischen Theologen bis ins letzte Jahrhundert als die größte christliche Bibelfälschung schlechthin. Es schien unmöglich, daß dieser Bibelabschnitt echt sein, also wirklich aus der Zeit vor Christus stammen könnte. Doch als man die große Jesaja-Rolle in Qumran fand, die sicher aus der Mitte des zweiten Jahrhunderts vor Christus stammt, wurden diese Einwände vom Tisch gewischt. Nun konnte niemand mehr an eine christliche »Korrektur« oder Einfügung glauben. Die Indizien sprechen eindeutig für einen authentischen Text.

Zwei Dinge sagt uns dieser Text: Erstens - das stellvertretende Sühneopfer ist der Wille Gottes. Niemand kann behaupten, die Christen hätten dies erfunden, wie man ab und an von muslimischen Apologeten hört. Ein vorchristlicher Text bezeugt zuverlässig das stellvertretende Leiden und Sterben Jesu als Schuldopfer für die Vielen. Zweitens - dieser Text beschreibt ziemlich deutlich das Leiden und Sterben Jesu, seinen Tod am Kreuz. Darin gleicht er Psalm 22 und Psalm 69,22, steht mit ihnen in einer Linie, ein hell strahlender Stern des Messias. Ich denke, von allen Sternen des Messias im Alten Testament ist dieser der hellste, der am deutlichsten den Weg zu Christus weist.

Jesaja 59,16: Christus tritt in die Mitte

»Und der Herr sah es, und es war böse in seinen Augen, daß es kein Recht gab. Er sah, daß kein Mann da war, und er wunderte sich, daß es keinen gab, der Fürbitte tat. Da half ihm sein Arm, und seine Gerechtigkeit, sie unterstützte ihn. Er zog Gerechtigkeit an wie einen Panzer und setzte den Helm des Heils auf sein Haupt, und er zog Rachegewänder an als Kleidung und hüllte sich in Eifer wie in einen Mantel. Gemäß den Taten, wie es angemessen ist, wird er vergelten: Zorn seinen Gegnern, Vergeltung seinen Feinden; den Inseln wird er ihr Tun vergelten. Dann werden sie den Namen des Herrn fürchten vom Sonnenuntergang an und vom Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. Denn er wird kommen wie ein drängender Strom, den der Hauch des Herrn vorwärtstreibt. Und ein Erlöser wird kommen für Zion und für die, die in Jakob vom Treubruch umkehren, spricht der Herr.«

Gott selbst tritt in den Riß zwischen dem Menschen, auf dessen Seite kein Recht ist, und Gott, der heilig und gerecht ist. Er trat selbst in den Riß, in den kein Mensch treten kann. Er wurde Mensch. Auch hier haben wir einen deutlichen Hinweis: Gott selbst macht den großen Schritt auf den Menschen zu. Er ist sich nicht zu schade, um selbst als Vermittler aufzutreten, als Mittler zwischen Gott und Mensch. Er selbst tritt für die Menschen ein, wird dazu Mensch.

Der Text selbst weist auf das doppelte Kommen des Messias hin. Einmal kommt er als Erlöser, dann als Rächer, wie auch in Jesaja 61,1-3. Man muß diese doppelte Prophetie in einer so verstehen, wie man auf ein Gebirge schaut, und man meint, nur einen Berg zu sehen. In Wirklichkeit sind es jedoch zwei Berge hintereinander, doch von vorne kann man das nicht erkennen. So erkannte der Prophet auch nur einen Berg, doch jetzt, da wir zwischen den beiden Bergen stehen, nach dem Kommen des Erlösers, doch in Erwartung der Wiederkunft Christi zum Gericht über diese Welt, kann man beide Berge erkennen.

Jesaja 61,1: Die Losung des Messias

Mit Jesaja 61,1-2a wies Jesus sich als Messias aus, dies ist das Erkennungszeichen des Messias. Jesaja 61,1-3 weist auf das doppelte Kommen des Messias hin, einmal zum »Tag der Gnade«, das andere Mal, wenn Jesus wiederkommt zum »Tag der Rache«.

Jesaja 65,2: Ausgestreckte Arme

»Ich habe den ganzen Tag meine Arme ausgebreitet zu einem widerspenstigen Volk, zu solchen, die auf dem Weg, der nicht gut ist, ihren eigenen Gedanken nachlaufen.«

Dieser Vers weist auf den gekreuzigten Jesus hin, der seine Arme ausgebreitet hat.

Daniel 7,13-14: Der Sohn eines Menschen

Der Prophet Daniel schreibt: "Ich schaute in Gesichtern der Nacht: und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, daß es nicht zerstört wird."

Diese alttestamentlichen Worte gelten vielen Theologen als identisch mit Offenbarung 5,1-7, vgl. z.B. die Anmerkungen der Scofield-Bibel sowohl zu Daniel 7,13-14 als auch zu Offenbarung 5,1-7.

Jesus hat die prophetische Rede vom "Sohn eines Menschen" auf sich selbst bezogen und nannte sich dementsprechend "Sohn des Menschen" (insgesamt etwa achtzigmal, z.B. Matthäus 8,20; 9,6; 11,19; 12,8; 13,41; 16,13; 17,9; 20,18; 24,27; 26,24.64; Markus 2,10; 14,21; Lukas 5,24; 9,22; 18,8; 22,22; Johannes 1,51; 3,14; 5,27; 6,53; 9,35; 12,23.34; 13.31).

Der Titel "Sohn des Menschen" verbindet das wahre Menschsein des Messias mit seiner "Herrschaft, Ehre und Königtum". Er ist nicht ein übermenschliches Wesen (wie ein Engel oder Geist), sondern wahrer Mensch, aber er ist über alle Menschen erhoben und über alle erhaben: "alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm", und seine Herrschaft ist ewig: "eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht".

Was bedeutet es nach Jesu eigenen Worten, daß er der Sohn des Menschen ist? In Matthäus 9,6 sagt Jesus, daß er Vollmacht habe, Sünden zu vergeben, in 12,8, daß er Vollmacht über den Sabbat habe, in 13,41, daß er Vollmacht über Engel habe und sie als "seine Engel" aussenden könne, in 16,13.16 läßt er Petrus bekennen, daß der Sohn des Menschen "der Christus (ist), der Sohn des lebendigen Gottes", in 17,9, daß er aus den Toten auferweckt werden wird, in 24,27, daß er als Sohn des Menschen wiederkommen wird, in 26,64, daß er zur Rechten Gottes sitzen wird. In Lukas 9,22 sagt Jesus ausdrücklich, "der Sohn des Menschen muß vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet und am dritten Tag auferweckt werden". Nach Johannes 1,51 wird der Himmel geöffnet sein, und die Engel des Herrn werden auf den Sohn des Menschen auf- und niedersteigen, nach 3,14-15, daß er "erhöht" werden wird, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe, nach 5,27 hat Jesus Vollmacht, Gericht zu halten, weil er des Menschen Sohn ist, nach 6,53 muß man "das Fleisch des Sohnes des Menschen" essen und sein "Blut" trinken, um das Leben "in sich selbst" zu haben. In 9,35 geht es um den Glauben an den Sohn des Menschen, und Jesus läßt es zu, daß ein Mensch, der an ihn glaubt, vor ihm niederfällt. Und in 13,31 sagt Jesus, "jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm".

Der Prophet Johannes sieht Jesus in einer Vision: "Und inmitten der Leuchter (sah ich einen) gleich einem Menschensohn... und er ... sprach: ... Ich bin der Erste und der Letzte, und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades" (Offenbarung 1,13.17-18).

Wir sehen: Menschensohn bedeutet nicht nur: nichts anderes als ein Mensch. "Sohn des Menschen" belegt zum einen, daß der Messias wahrer Mensch ist, und zum anderen, daß er über alle Menschen erhoben ist, erhaben über alles.

In Philipper 2,5-11 erfahren wir mehr über dieses wichtige Thema: "... Christus Jesus, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jedem Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters". Hier kommt das "Sohn eines Menschen" ganz deutlich zur Sprache: "den Menschen gleich geworden... der Gestalt nach wie ein Mensch befunden" und "hoch erhoben... der Name über jedem Namen... Jesus Christus ist Herr".

Amos 8,8-10

»Sollte darüber nicht die Erde erbeben und jeder trauern, der auf ihr wohnt? - daß sie sich insgesamt erhebt wie der Strom und aufwogt und zurücksinkt wie der Strom Ägyptens? An jenem Tag wird es geschehen, spricht der Herr, HERR, da lasse ich die Sonne am Mittag untergehen und bringe Finsternis über die Erde am lichten Tag. Und ich verwandle eure Feste in Trauer und alle eure Gesänge in Totenklage und bringe auf alle Hüften Sacktuch und auf jeden Kopf eine Glatze. Und ich mache es wie bei der Trauer um den einzigen Sohn und das Ende davon wie einen bittern Tag«. Wir finden diese Prophezeiung im Neuen Testament erfüllt. Als Jesus, der einzige, der eingeborene Sohn Gottes, starb, verfinsterte sich der Himmel (Markus 15,33).

Jona

Im Neuen Testament lesen wir: »Er (Jesus) aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als nur das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in dem Bauch des großen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein« (Matthäus 12,39-40).

Genau dies wird von Jona berichtet (Jona 2). Und von Jesus wird berichtet, daß er eben diese drei Tage tot war und am dritten Tage auferweckt wurde.

Wir müssen dazu wissen, daß »drei Tage und drei Nächte« eine echt jüdische Zeitangabe sind. Zeit wurde in Tagwachen und Nachtwachen gemessen. Es gab jeden Tag vier Tag- und vier Nachtwachen von jeweils drei Stunden. Die erste Tagwache begann um sechs Uhr morgens (andere Völker zählten die Wachen etwas anders, die Römer etwa ab Mitternacht, wodurch sich die Zeitunterschiede in den Evangelien erklären). Ein Tag war nicht die Vollzahl von acht Wachen, sondern von mindestens einer Wache, man zählte also angefangene Tage und nicht nur komplett vergangene. Darum kann »drei Tage und drei Nächte« bedeuten: Soviele Tages- und Nachtwachen hintereinander, daß von drei Tagen und drei Nächten jeweils mindestens eine Wache eingeschlossen ist. Da der Tag um 18.00 Uhr endete, würde etwas, das um 17.00 Uhr beginnt, die Tageswache von 15.00 bis 18.00 und damit den ganzen Tag bereits mitzählen, obwohl eigentlich von dem »Tag« nur eine Stunde und dann die Nacht gemeint ist.

So blieb Jesus also nicht dreimal 24 Stunden im Tode, sondern eine sehr viel kürzere Zeit - man darf nicht immer unser Verständnis ansetzen. Auch Jona war wohl nicht dreimal 24 Stunden im großen Fisch, sondern eine kürzere Zeit. - Übrigens gibt es Berichte von Menschen, die bis zu 1 ½ Tage im Inneren eines Wales überlebt haben. Sie überstanden dies nicht unbeschadet, genasen aber nach ihrer Rettung wieder.

Micha 5,1

»Und du, Betlehem Efrata, das du klein unter den Tausendschaften von Juda bist, aus dir wird mit der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll, und seine Ursprünge sind vor der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her«.

»Der Herrscher kommt innerhalb der Zeit aus Bethlehem, aber Seine Wirksamkeit ist von Ewigkeit her. Von Ihm ging aus (Seine Ausgänge) das Handeln in der Schöpfung, die Erhaltung aller Dinge, die Vorsehung, die Gotteserscheinungen und alles Wirken zur Erlösung. Die ewige Präexistenz (Existenz vor der Menschwerdung) des Messias wird damit stark betont« (Scofield-Bibel).

Wer ewig existiert, ist nur einer: Gott selbst. Niemand außer Gott existiert »von den Tagen der Ewigkeit her«. Davon, daß der Messias vielleicht nur ein Attribut oder Charakteristikum Gottes ist, steht hier nichts. Es ist von einer Person die Rede. Nimmt man beides zusammen - ewige Existenz und Person -, so erkennt man, daß hier die Rede von Gott selbst ist, der in seine Schöpfung als Teil von ihr, als Mensch, eintritt. Dies ist also keine christliche Erfindung, sondern schon im Alten testament lange vor Christi Geburt klar bezeugt.

Haggai 2,7

»Dann werde ich alle Nationen erschüttern, und die Kostbarkeiten aller Nationen werden kommen, und ich werde dieses Haus mit Herrlichkeit füllen, spricht der HERR der Heerscharen«.

Sacharja 3,1-9

Im folgenden Text sind Anmerkungen aus der Scofield-Bibel zum Bibeltext kursiv gesetzt.

»Und er ließ mich den Hohenpriester Joschua sehen, der vor dem Engel des HERRN stand; und der Satan stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen.

Diese Vision will die Wiedereinsetzung Israels in sein priesterliches Amt darstellen. Vgl. 2. Mose 19,5.6. Die Vision zeigt: (1) den Wechsel von der Selbstgerechtigkeit zu der Gerechtigkeit Gottes in Israel (siehe Römer 3,21 [...]), den die Erfahrung des Paulus in Philipper 3,1-9 illustriert, und der auch die endliche Bekehrung Israels vorschattet; und (2) als Typus, die Vorbereitung Israels, um den Sproß des HERRN zu empfangen (siehe Jesaja 4,2 [...]). Die Weigerung der Juden, die Selbstgerechtigkeit aufzugeben, um die Gerechtigkeit Gottes anzunehmen, verblendete sie dermaßen, daß sie die Gegenwart des Sprosses in ihrer Mitte bei Seinem ersten Kommen nicht erkannten (Römer 10,1-4; 11,7.8). Vergleiche Sacharja 6,12-15, das von der Offenbarung des Sprosses in Herrlichkeit (V. 13) als Priester-König redet, wenn Israel Ihn annehmen wird. Siehe Hebräer 5,6 [...]

Und der HERR sprach zum Satan: Der HERR wird dich bedrohen, Satan! Ja, der HERR, der Jerusalem erwählt hat, bedroht dich! Ist dieser nicht ein Holzscheit, das aus dem Feuer herausgerissen ist?

"Ein Holzscheit, aus dem Feuer gerissen", d. h. wiederhergestellt für Gottes zukünftigen Zweck.

Und Joschua war mit schmutzigen Kleidern bekleidet und stand vor dem Engel. Und der Engel antwortete und sprach zu denen, die vor ihm standen: Nehmt ihm die schmutzigen Kleider ab! Und zu ihm sprach er: Siehe, ich habe deine Schuld von dir weggenommen und bekleide dich mit Feierkleidern. Und ich sprach: Man setze einen reinen Kopfbund auf sein Haupt! Und sie setzten den reinen Kopfbund auf sein Haupt und zogen ihm reine Kleider an; und der Engel des HERRN stand dabei. Und der Engel des HERRN[a] bezeugte dem Joschua: So spricht der HERR der Heerscharen: Wenn du auf meinen Wegen gehen und wenn du meine Anordnungen befolgen wirst, dann sollst du sowohl mein Haus richten als auch meine Vorhöfe beaufsichtigen; und ich werde dir Zutritt geben unter diesen, die hier stehen. Höre doch, Joschua, du, der Hohepriester, du und deine Gefährten, die vor dir sitzen - denn Männer des Wunders sind sie! Ja, siehe, ich will meinen Knecht, Sproß genannt, kommen lassen. Denn siehe, der Stein, den ich vor Joschua gelegt habe - auf einem Stein sieben Augen -, siehe, ich will seine Gravur eingravieren, spricht der HERR der Heerscharen, und will die Schuld dieses Landes entfernen an einem Tag. An jenem Tag, spricht der HERR der Heerscharen, werdet ihr einer den anderen einladen unter den Weinstock und unter den Feigenbaum.«

Der Vers 10 zeigt die Zeit der Erfüllung in dem zukünftigen Königreich. Er redet von einer Sicherheit, die Israel seit der Gefangenschaft nie gekannt hat und nicht kennen wird, bis das Königreich kommt. Vgl. Jesaja 11,1-9.

Dieser Bibeltext zeigt zuerst auf die Wiederherstellung Israels, doch darüber hinaus ist er Prophetie, die auf den Messias, auf Jesus Christus, zeigt. Der Name »Joschua« - Jesus - ist nicht selten.

Sacharja 4,6-10

»Da antwortete er und sprach zu mir: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel. Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen. Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel werde zur Ebene! Und er wird den Schlußstein herausbringen unter lautem Zuruf: Gnade, Gnade für ihn! Und das Wort des HERRN geschah zu mir: Die Hände Serubbabels haben die Grundmauern dieses Hauses gelegt, und seine Hände werden es vollenden. Und du wirst erkennen, daß der HERR der Heerscharen mich zu euch gesandt hat. Denn wer hat den Tag kleiner Dinge verachtet? Und sie werden sich freuen und den Stein des Senkbleis in der Hand Serubbabels sehen. Diese sieben sind die Augen des HERRN, sie schweifen auf der ganzen Erde umher.«

Sacharja 6,12

»Und sage ihm: So spricht der HERR der Heerscharen: Siehe, ein Mann, Sproß ist sein Name. Und es wird unter ihm sprossen, und er wird den Tempel des HERRN bauen.«

Sacharja 9,9

»Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.«

»Die Ereignisse, die dieser Offenbarung Christi als König folgten, werden in den Evangelien berichtet. Die wahre Gesinnung der Menge, die rief "Hosianna", wird in Matthäus 21,11 berichtet. Sowenig ließ sich Jesus durch diesen scheinbaren Empfang als König täuschen, daß Er über Jerusalem weinte und die nahe Zerstörung der Stadt anzeigte, die im Jahre 70 n. Chr. geschah. Vgl. Lukas 19,38-44. Dieselbe Menge schrie bald "Kreuzige Ihn"« (Scofield-Bibel).

Jesus ist bewußt auf einem Esel in Jerusalem eingezogen, um seinen Anspruch als Messias zu verdeutlichen.

Sacharja 11,12-13

»Und ich sagte zu ihnen: Wenn es recht ist in euren Augen, gebt mir meinen Lohn, wenn aber nicht, laßt es bleiben! Und sie wogen meinen Lohn ab: dreißig Silberschekel. Da sprach der HERR zu mir: Wirf ihn dem Töpfer hin, den herrlichen Wert, den ich ihnen wert bin! Und ich nahm die dreißig Silberschekel und warf sie in das Haus des HERRN dem Töpfer hin.«

Siehe hierzu Matthäus 26,15 und 27,9-10. Matthäus schreibt übrigens, »da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia geredet ist«, obgleich dies in Sacharja prophezeit wurde, wenngleich Jeremia 18,1-4 und 19,1-3 hier deutlich anklingen. In alter Zeit standen die Propheten jedoch in der Reihenfolge Jeremia, Hesekiel, Jesaja usw. in der Schriftrolle, und manchmal sprach man einfach vom »Propheten Jeremia«, wenn man sich auf die Schriftrolle der Propheten bezog.

Sacharja 12,10

»Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint«.

Wieder einmal stoßen wir in einer alttestamentlichen Prophezeiung auf das »Durchstechen«, das so deutlich auf die Kreuzigung Jesu hinweist. Kann dieses Durchstechen auch eine andere, eher sinnbildliche Bedeutung haben? Dies wurde von kritischen und gläubigen Theologen oft diskutiert, aber dann doch abgelehnt. Mit dem hier verwendeten Wort ist ein buchstäbliches Durchstechen gemeint, keinerlei Allegorie.

So steht auch Sacharja 12,10 als hell leuchtender Stern am alttestamentlichen Firmament, deutlich auf den gekreuzigten Christus hinweisend.

Der Beginn des Verses weist auf Pfingsten, die Ausgießung des Heiligen Geistes, der den Gläubigen als Beistand (Johannes 14-16) gegeben ist. Er, der Heilige Geist, bringt die Menschen dazu, auf den Gekreuzigten zu blicken, der die Sünden der Menschen stellvertretend auf sich nahm. Die Kreuzigung geht an niemanden, der vom Geist Gottes berührt wird, spurlos vorbei. Dieses Geschehen treibt in die Buße über die Sünden, die den Sohn Gottes an das Kreuz gebracht haben, für die er gestorben ist.

Sacharja 13,7

»Wach auf, Schwert, gegen meinen Hirten und gegen den Mann, der mein Gefährte ist! spricht der HERR der Heerscharen. Schlage den Hirten, daß die Schafe sich zerstreuen! Und ich werde meine Hand den Kleinen zuwenden«.

Anders als noch Vers 6, der wie die übrigen Verse auf falsche Propheten hinweist, weist dieser Vers deutlich auf Christus, wie Matthäus 26,31 und Markus 14,27 bezeugen. Bei Matthäus und ähnlich bei Markus spricht Jesus: »Ihr werdet euch alle in dieser Nacht - seiner Gefangennahme - an mir ärgern; denn es steht geschrieben: 'Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.' Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich vor euch hingehen nach Galiläa«.

Maleachi 3,1

»Siehe, ich sende meinen Boten, damit er den Weg vor mir her bereite. Und plötzlich kommt zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr herbeiwünscht, siehe, er kommt, spricht der HERR der Heerscharen.«

Der Bote, der den Weg des Herrn - nämlich Jesus Christus, Gott selbst, der Mensch wird - bereitet, ist Johannes der Täufer.

Gott, der Herr, kommt zu seinem Tempel. Besonders deutlich wird dies bei der Tempelreinigung (von der es vermutlich zwei gab, eine zu Beginn und eine am Ende seines Dienstes - nur Johannes berichtet von der ersten). Dies ist aber auch auf den Tempel zu beziehen, den Jesus selbst gebaut hat - seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Gläubigen. Dies ist der neutestamentliche Tempel, in dem Gott durch seinen Heiligen Geist wohnt. Der »Engel des Bundes« spielt auf die Vermittlung des Gesetzes an, der Tradition zufolge übergab ein Engel Moses die Gesetze. Dieser Engel, der »Engel des Herrn«, ist niemand anderes als Jesus Christus, der vor seiner Menschwerdung in Gestalt eines Engels erscheint.

Maleachi 3,23-24

»Siehe, ich sende vor euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.«

Scheinbar problematisch ist es, daß Johannes der Täufer (Johannes 1,21) verneint, Elia zu sein, während Jesus sagt, in Johannes habe sich die Prophetie aus Maleachi 3 erfüllt (Matthäus 11,9-10; 17,10-13).

Johannes verneint die Erfüllung der Prophezeiung aus Demut. Er ist zu demütig, um sich in dieser großen Prophetie wiederzufinden. Er sieht sich eher in Jesajas Prophetie (»Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN! Ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott!« - Jesaja 40,3), die von geringerer Gewalt und Wucht ist als die Maleachis.

Jesus aber gesteht Johannes dem Täufer die Ehre zu, die ihm gebührt: In Johannes, so Jesus, hat sich die Prophetie Maleachis erfüllt.

Die Prophetie Maleachis ist mächtig, und Jesus deutet das auch an. Denn sie meint nicht nur einen Menschen, sondern kündigt zwei Menschen an. Das Amt des von Maleachi angekündigten Propheten erfüllt sich schemenhaft, wie ein Vorabbild in Johannes dem Täufer und in Vollkommenheit in Jesus Christus selbst. Darum spricht Jesus in Matthäus 17 auch deutlich sowohl von Johannes als auch von sich selbst: »Elia kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen«. Hier spricht er von sich selbst, jedoch in der Zukunft, da sein Dienst noch verborgen ist und erst am Kreuz offenbar werden wird. »Ich sage euch aber, daß Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten«. Hier spricht Jesus nun von Johannes, dem Vorabbild von seinem eigenen Dienst: »Ebenso wird auch der Sohn der Menschen von ihnen leiden«. Johannes der Täufer ist mit seinem Ruf zum Glauben, seinem Leiden und seinem Sterben eine Art Schablone für Jesus. Er ist eine lebende Prophetie auf das Leiden Jesu.

Darum haben beide recht, Johannes als auch Jesus, wenn Johannes verneint und Jesus bejaht, daß sich in Johannes dem Täufer die Prophezeiung Maleachi 3 erfüllt.

Prophezeiungen auf Jesus und ihre Erfüllung

Im Alten Testament haben wir zwei Stränge der Prophezeiungen über Jesus. Der eine Strang verheißt einen königlichen Messias, der andere einen leidenden Messias. In Jesus sind beide Stränge eins - der eine deutet auf sein Leiden und Sterben als Sündopfer für viele hin, der zweite auf seine Verherrlichung nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt und auf seine Wiederkunft als sichtbarer König und Herrscher, der Gericht halten wird.

Der leidende Messias

Psalm 22,19; 69,22; Jesaja 50,6; 52,14; 53,1-10; Daniel 9,26; Sacharja 11,12; 12,10; 13,7.

Der königliche Messias

Psalm 2,6-8; 68,19; 118,22; Jesaja 9,5-6; 32,1-3; 42,1-4; Jeremia 23,5; Daniel 2,44; 7,13-14; Micha 5,1; Sacharja 6,12-13; 9,9-10; Maleachi 3,1.

Diese beiden Stränge meinen nicht zwei verschiedene Personen, sondern sind die beiden Hauptmerkmale des Messias, die jedoch nacheinander in das Zentrum der heilsgeschichte treten. Aus der in die Zukunft schauenden Blickrichtung der Propheten des Alten Testamentes sind diese beiden Stränge nicht voneinander zu trennen - es ist, als würden die Propheten auf zwei Berge schauen, die hintereinander liegen, so daß sie wir ein berg aussehen, obwohl dazwischen ein Tal liegt. Der vordere Berg ist die Verheißung eines leidenden Messias, der hintere Berg jedoch die Verheißung eines königlichen Messias. Heutzutage stehen wir in dem Tal zwischen diesen beiden Bergen. Der leidende Messias ist, wie es verheißen war, erschienen. Er hat gelitten und ist gestorben und hat durch dieses Sündopfer (Jesaja 53) die Sünden hinweggetan; das ist der Gipfel des ersten Berges. Nach seinem Tod ging es für drei Tage und drei Nächte talabwärts, doch seit seiner Auferstehung (Psalm 16,10; Matthäus 28,9) und Himmelfahrt (Psalm 68,19; Lukas 24,50-51) beginnt das Tal bereits auf den zweiten Berg hin anzusteigen, dessen Gipfel jedoch noch zukünftig ist: Der Messias wird wiederkommen (Johannes 14,3; Kolosser 3,4), sichtbar für alle Menschen (Matthäus 24,27), und er wird als König eingesetzt werden (Epheser 1,20-21; Offenbarung 20,6), Gericht halten, voller Gerechtigkeit und Barmherzigkeit (Matthäus 25,31-46; 2. Timotheus 4,1).

Hier noch einmal ein kommentarloses Verzeichnis der Prophezeiungen auf Jesus im Alten Testament und ihrer Erfüllungen im Neuen Testament, chronologisch angeordnet.

»Prophezeit in« und »erfüllt in« meint jeweils eine Bibelstelle, die Prophezeiung und Erfüllung deutlich beschreibt, in Sachen Erfüllung oft im Rückblick.

Nachkomme einer Frau

Prophezeit in 1. Mose 3,15, erfüllt in Galater 4,4, vgl. Lukas 2,7; Offenbarung 12,5.

Der verheißene Nachkomme Abrahams

Prophezeit in 1. Mose 18,18, vgl. 1. Mose 12,3, erfüllt in Apostelgeschichte 3,25, vgl. Matthäus 1,1; Lukas 3,34.

Der verheißene Nachkomme Isaaks

Prophezeit in 1. Mose 17,19, erfüllt in Matthäus 1,2, vgl. Lukas 3,34.

Der verheißene Nachkomme Jakobs

Prophezeit in 4. Mose 24,17, vgl. 1. Mose 28,14, erfüllt in Lukas 3,34, vgl. Matthäus 1,2.

Aus dem Stamm Juda

Prophezeit in 1. Mose 49,10, erfüllt in Lukas 3,33, vgl. Matthäus 1,2-3.

Thronfolger Davids

Prophezeit in Jesaja 9,6, vgl. Jesaja 11,1-5; 2. Samuel 7,13, erfüllt in Matthäus 1,1, vgl. Matthäus 1,6.

Geburtsort

Prophezeit in Micha 5,1, erfüllt in Matthäus 2,1, vgl. Lukas 2,4-7.

Geburtszeit

Prophezeit in Daniel 9,25, erfüllt in Lukas 2,1-2, vgl. Lukas 2,3-7.

Von einer Jungfrau geboren

Prophezeit in Jesaja 7,14, erfüllt in Matthäus 1,18, vgl. Lukas 1,26-35.

Kindermord in Betlehem

Prophezeit in Jeremia 31,15, erfüllt in Matthäus 2,16, vgl. Matthäus 2,17-18.

Flucht nach Agypten

Prophezeit in Hosea 11,1, erfüllt in Matthäus 2,14, vgl. Matthäus 2,15.

Dienst in Galiäa

Prophezeit in Jesaja 8,23, erfüllt in Matthäus 4,12-16.

Prophet

Prophezeit in 5. Mose 18,15, erfüllt in Johannes 6,14, vgl. Johannes 1,45, Apostelgeschichte 3,19-26.

Ein Priester wie Melchisedek

Prophezeit in Psalm 110,4, erfüllt in Hebräer 6,20, vgl. Hebräer 5,5-6; 7,15-17.

Ablehnung durch die Juden

Prophezeit in Jesaja 53,5, vgl. Psalm 2,2, erfüllt in Johannes 1,11, vgl. Johannes 5,43; Lukas 4,29; 17,25; 23,18.

Einige seiner Eigenschaften

Prophezeit in Jesaja 11,2, vgl. Psalm 45,8, Jesaja 11,3-4, erfüllt in Lukas 2,52, vgl. 4,18.

Triumphaler Einzug in Jerusalem

Prophezeit in Sacharja 9,9, vgl. Jesaja 62,11, erfüllt in Johannes 12,13-14, vgl. Matthäus 21,1-11; Johannes 12,12.

Von einem Freund verraten

Prophezeit in Psalm 41,10, erfüllt in Markus 14,10, vgl. Matthäus 26,14-16; Markus 14,43-45.

Für 30 Silberstücke verraten

Prophezeit in Sacharja 11,12, erfüllt in Matthäus 26,15, vgl. Matthäus 27,3-10.

Verräterlohn für ein Töpferfeld zurückgegeben

Prophezeit in Sacharja 11,13, erfüllt in Matthäus 27,6-7, vgl. Matthäus 27,3-5.8-10.

Judas' Stellung wird von einem anderen eingenommen

Prophezeit in Psalm 109,7-8, erfüllt in Apostelgeschichte 1,18-20.

Anklage durch falsche Zeugen

Prophezeit in Psalm 27,12, vgl. Psalm 35,11, erfüllt in Matthäus 26,60-61.

Schweigt auf die Anklagen

Prophezeit in Jesaja 53,7, vgl. Psalm 38,14-15, erfüllt in Matthäus 26,62-63, vgl. Matthäus 27,12-14.

Geschlagen und angespuckt

Prophezeit in Jesaja 50,6, erfüllt in Markus 14,65, vgl. Markus 15,17; Johannes 19,1-3; 18,22.

Ohne Grund gehaßt

Prophezeit in Psalm 69,5, vgl. Psalm 109,3-5, erfüllt in Johannes 15,23-25.

Stellvertretendes Leiden

Prophezeit in Jesaja 53,4-5, vgl Jesaja 53,6.12, erfüllt in Matthäus 8,16-17, vgl. Römer 4,25; 1. Korinther 15,3.

Mit Sündern gekreuzigt

Prophezeit in Jesaja 53,12, erfüllt in Matthäus 27,38, vgl. Markus 15,27-28; Lukas 23,33.

Hände und Füße durchbohrt

Prophezeit in Psalm 22,17, vgl. Jesaja 53,5; Sacharja 12,10, erfüllt in Johannes 20,27, vgl. Johannes 19,37; 20,25-26.

Verspottet und beleidigt

Prophezeit in Psalm 22,7-9, erfüllt in Matthäus 27,39-40, vgl. Matthäus 27,41-44; Markus 15,29-32.

Galle und Essig

Prophezeit in Psalm 69,22, erfüllt in Johannes 19,29, vgl. Matthäus 27,34.48.

Verspottung mit prophetischen Worten

Prophezeit in Psalm 22,9, erfüllt in Matthäus 27,43.

Er betet für seine Feinde

Prophezeit in Psalm 109,4, erfüllt in Lukas 23,34.

Seine Seite wird durchbohrt

Prophezeit in Sacharja 12,10, erfüllt in Johannes 19,34.

Soldaten werfen das Los um seine Kleider

Prophezeit in Psalm 22,19, erfüllt in Markus 15,24, vgl. Johannes 19,24.

Nicht ein Bein wird gebrochen

Prophezeit in Psalm 34,21, vgl. 2. Mose 12,46, erfüllt in Johannes 19,33.

Bei den Reichen begraben

Prophezeit in Jesaja 53,9, erfüllt in Matthäus 27,57-60.

Auferstehung

Prophezeit in Psalm 16,10, vgl. Matthäus 16,21; Psalm 23, erfüllt in Matthäus 28,9, vgl. Lukas 24,36-48.

Himmelfahrt

Prophezeit in Psalm 68,19, erfüllt in Lukas 24,50-51, vgl. Apostelgeschichte 1,9.

Der Messias bei Jesaja

Gerade der große Prophet Jesaja stellt den Messias - den leidenden Messias ebenso wie den königlichen Messias - besonders deutlich vor. In Jesaja findet sich ein komplettes Evangelium des Messias:

  • Geschichte Jesu Christi

    • Geburt: 7,14

    • Abstammung: 11,1

    • Salbung: 11,2 

  • Titel Jesu Christi

    • Immanuel: 7,14

    • Wunder-Rat: 9,5

    • Gott-Held: 9,5

    • Ewig-Vater: 9,5

    • Friedefürst: 9,5

    • Gerechter König: 32,1

    • Gottesknecht: 42,1

    • Arm des Herrn: 53,1

    • Gesalbter Prediger: 61,1

    • Mächtiger Heiland (Messias): 63,1

  • Wirken Jesu Christi

    • Erleuchter: 9,1; 42,7

    • Richter: 11,3-5

    • Gesetzgeber: 42,4

    • Befreier 42,7

    • Lastenträger: 53,4

    • Leidender Heiland: 53,5

    • Sündenträger: 53,6

    • Fürsprecher: 53,12

  • Eigenschaften Jesu Christi

    • Licht: 9,1; 42,6

    • Weisheit: 11,2

    • Geistliche Erkenntnis: 11,3

    • Rechtes Urteil: 11,4

    • Gerechtigkeit: 11,5

    • Schweigen: 42,2; 53,7

    • Güte: 42,3

    • Beharrlichkeit: 42,4

    • Stellvertretendes Leiden: 53,4-5.10

    • Erbarmen: 53,4

    • Demut: 53,7

    • Sündlosigkeit: 53,9

    • Größe: 53,12

Fazit

Sie sehen im Alten Testament zwei große Wahrheiten über Jesus Christus prophetisch angekündigt. Ich möchte diese Wahrheiten hier noch einmal zusammenfassen, in einem knappen Überblick (lesen Sie dazu die obigen Kommentare zur Verdeutlichung):

  1. Jesus Christus wird im Alten Testament angekündigt

    1. Gott wird Mensch (1. Mose 12-25 (Abraham); Psalm 102; Micha 5,1; Maleachi 3,1)

    2. Der Sohn Gottes (Psalm 2, Jesaja 7,14; Jesaja 9,5)

    3. Der Messias (1. Mose 3,15; 1. Mose 49,10)

    4. Der Sohn Davids (Psalm 132,11; Jesaja 11,1-10)

    5. Als Mittler zwischen Gott und Mensch (Hiob; Jesaja 59,16)

    6. Als Priester (3. Mose 8; Psalm 110)

    7. Der leidende Gottesknecht (Psalm 22, Jesaja 53)

    8. Sein eigenes Volk verwirft ihn (1. Mose 37-50; Psalm 118,22; Sacharja 9,9; Sacharja 11,12-13)

    9. Der Messias stirbt und wird auferweckt (Psalm 16,10; Psalm 22, Psalm 23; Psalm 69,22; Jesaja 53; Jona; Sacharja 12,10; Sacharja 13,7)

    10. Der herrschende König (Psalm 24; Psalm 45; Psalm 68; Psalm 72; Psalm 110; Jesaja 2,4)

    11. Eine Zeit der Gnade (Hohelied)

  2. Das stellvertretende Schuldopfer für viele Menschen wird prophetisch bezeugt (1. Mose 3,21; 1. Mose 22; Jesaja 53; 3. Mose 16)

Epilog

Als Jesus geboren wurde, wies ein Stern die Weisen aus dem Morgenland zum ihm. Sie brachten ihm wertvolle Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe (Matthäus 2).

Ich habe Ihnen einige der Sterne gezeigt, die am Firmament des Alten Testamentes hell aufleuchten und auf Jesus Christus hindeuten, Sie zum ihm führen können. Und ich möchte Sie einladen, diesen Sternen zu folgen.

Die Weisen aus dem Morgenland brachten Jesus Geschenke. Jesus möchte Ihnen etwas schenken, etwas, das mehr wert ist als Gold, Weihrauch und Myrrhe. Jesus kam als ein Geschenk Gottes in diese Welt: "Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eigenen Sohn gab, damit alle die an ihn glauben, das ewige Leben haben" (Johannes 3,16), und Jesus möchte auch Ihnen ewiges Leben schenken.

Auch wir dürfen Jesus etwas schenken: Unser eigenes Leben. Er will Herr unseres Lebens sein. Denn er weiß, was es bedeutet, zu leben - er lebte auf dieser Erde als ein Gerechter Gottes, als ein Knecht Gottes. Wenn wir ihm unser Leben übergeben, kann er es in der richtigen Weise lenken.

Wenn Sie den Sternen, die ich Ihnen im Alten Testament aufgezeigt habe, folgen wollen, um zu Jesus zu kommen, dann besuchen Sie eine christliche Gemeinde in Ihrer Nähe oder schreiben Sie mir. Ich werde gerne Ihre Fragen beantworten und Ihnen eine christliche Gemeinde in Ihrer Nähe empfehlen.

Quellenangabe

  • Thompson Studienbibel, Neuhausen 1986

  • Scofield Bibel, Wuppertal 1992

  • Gerhard Salomon: Zahlen der Bibel, Lahr-Dinglingen 1985

  • Alfred Thompson Eade: Bibel-Panorama, Dillenburg 1974

  • Brockhaus Kommentar zur Bibel, Wuppertal 1985

  • Wuppertaler Studienbibel, versch. Bände zum AT und NT, Wuppertal

  • Fritz Rienecker (Hrsg.): Lexikon zur Bibel, Wuppertal 1960, 1988

  • Alexander Schick: »Faszination Qumran«, Bielefeld 1998

Die 15 Punkte des Exkurses "Mose und Jesus" habe ich einem Beitrag von Johanna al-Sain (www.deutsche-muslima.de, nicht mehr online) entnommen.

Nachbemerkung

Dieser Artikel ist zuerst im Jahre 2002 auf der Home Page Answering Islam Deutschland erschienen. Ich habe diesen Artikel jetzt leicht überarbeitet.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. März 2010 um 13:15 Uhr
 
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