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Im Licht leben PDF Drucken E-Mail
Christlicher Glaube - Andachten und Predigten
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 10. Januar 2006 um 14:37 Uhr
Predigt für einen Allianz-Gebetsabend in Stuttgart-Zuffenhausen zu Johannes 8,12 ("Ich bin das Licht der Welt") und Lukas 2,40-52 (Der zwölfjährige Jesus im Tempel)

Predigt Allianz-Gebetsabend „Im Licht leben“

Leitvers: Johannes 8,12 (Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt“)
Verkündigung: Lukas 2,40-52 (Der 12-jährige Jesus im Tempel)

Gehalten am 10.01.2005 in der Volksmission entschiedener Christen anläßlich der Weltweiten Gebetswoche der Evangelischen Allianz in Stuttgart-Zuffenhausen

Anmerkung: Das Zuffenhäuser Programm unterscheidet sich aus unerfindlichen Gründen vom offiziellen Programm, wie es in den Materialien der Deutschen Evangelischen Allianz dargelegt ist.

Hinweis: Kursiv gesetzte Passagen habe ich während des Vortrags ausgelassen.

Predigttexte

Johannes 8,12

Jesus sprach zu den Leuten: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben“

Lukas 2,40-52

40 Das Kind wuchs heran und wurde kräftig. Es hatte ein ungewöhnliches Verständnis für den Willen Gottes, und Gottes Liebe ruhte sichtbar auf ihm.

41 Die Eltern von Jesus gingen jedes Jahr zum Passafest nach Jerusalem.

42 Als Jesus zwölf Jahre alt war, nahmen sie ihn zum erstenmal mit.

43 Nach den Festtagen machten die Eltern sich wieder auf den Heimweg, während der junge Jesus in Jerusalem blieb. Seine Eltern wußten aber nichts davon.

44 Sie dachten, er sei irgendwo unter den Pilgern. Sie wanderten den ganzen Tag und suchten ihn dann abends unter ihren Verwandten und Bekannten.

45 Als sie ihn nicht fanden, kehrten sie am folgenden Tag nach Jerusalem zurück und suchten ihn dort.

46 Endlich am dritten Tag entdeckten sie ihn im Tempel. Er saß mitten unter den Gesetzeslehrern, hörte ihnen zu und diskutierte mit ihnen.

47 Alle, die dabei waren, staunten über sein Verständnis und seine Antworten.

48 Seine Eltern waren ganz außer sich, als sie ihn hier fanden. Die Mutter sagte zu ihm: »Kind, warum machst du uns solchen Kummer? Dein Vater und ich haben dich überall gesucht und große Angst um dich ausgestanden.«

49 Jesus antwortete: »Warum habt ihr mich denn gesucht? Habt ihr nicht gewußt, daß ich im Haus meines Vaters sein muß?«

50 Aber sie verstanden nicht, was er damit meinte.

51 Jesus kehrte mit seinen Eltern nach Nazaret zurück und gehorchte ihnen willig. Seine Mutter aber bewahrte das alles in ihrem Herzen.

52 Jesus nahm weiter zu an Jahren wie an Verständnis, und Gott und die Menschen hatten ihre Freude an ihm.

Predigt

Liebe Allianz-Gemeinde,

wenn die jüdischen Pilger zu einem der großen Feste nach Jerusalem reisten, dann wurde der Tempel gerade in der letzten Nacht des Festes hell erleuchtet. Damit sollte deutlich werden, daß Gott das Licht der Welt ist. Die Pilger wurden an den Propheten Jesaja erinnert, der sagte,

„Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht; für alle, die im Land der Finsternis wohnen, leuchtet ein Licht auf“ ( Jes 9,1 )

und

„Steh auf, du trauernde Zionsstadt! Laß dein Gesicht hell strahlen, denn dein Licht kommt: Die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf wie die Sonne! Auf der ganzen Erde liegt Finsternis, die Völker tappen im Dunkel, doch über dir strahlt dein Gott auf, der Glanz seiner Herrlichkeit geht über dir auf! Alle Völker machen sich auf zu dem Licht, das sich über dich ergießt, und ihre Könige wollen den Glanz sehen, in dem du strahlst“ ( Jes 60,1-3 ).

Auch der Herr Jesus hat diesen hell erleuchteten Tempel gesehen, etwa als er als Zwölfjähriger mit seinen Eltern und Verwandten und Freunden aus Nazareth in Jerusalem war, zum Passahfest, und wohl noch viele weitere Male.

Der Herr Jesus hat, wie alle Juden damals, gelernt, daß Gott und Licht untrennbar miteinander verbunden sind. Wie alle Juden kannte er die Worte aus dem 27. Psalm und aus Micha 7 auswendig, „der Herr ist mein Licht“.

Wie alle Juden hat er gelernt, daß allein Gott von sich sagen kann, er sei das Licht, ja, das Licht des Lebens, das Licht der Welt. Würde ein Mensch das von sich selbst sagen, wäre das Blasphemie, Gotteslästerung. Gott allein ist das lebensspendende Licht, das Licht der Welt. Gott allein ist das Licht, das in der Finsternis den Weg weist, den Weg zum Leben.

Der zwölfjährige Jesus im Tempel

Der zwölfjährige Jesus im Tempel – hatte ihn die helle Erleuchtung des Tempels angelockt, daß er beim Tempel zurückblieb und nicht mit seiner Familie nach Nazareth zurückkehrte? Sicherlich war der Anblick des hell erleuchteten Tempels für den Jungen ein überwältigendes Erlebnis.

Aber blicken wir zurück. Die jährliche Pilgerreise nach Jerusalem war für alle männlichen Israeliten ab dem vollendeten dreizehnten Lebensjahr Pflicht, und zwar zum Passahfest, zum Pfingstfest und zum Laubhüttenfest. Doch nicht nur die israelitischen Männer nahmen an den Pilgerreisen teil, sondern auch viele Frauen und Kinder mit zwölf Jahren und darunter. Der jüdische Historiker Josephus schrieb, und der Talmud stimmt darin mit ihm überein, daß allein zum Passahfest jedes Jahr mehr als eine Million Menschen aus Israel und aus der Diaspora anreisten – in eine kleine Stadt mit gerade einmal 60.000 Einwohnern. 250.000 Lämmer wurden jedes Jahr zum Passahfest geschlachtet.

Die Pilger taten sich für gewöhnlich zu Gruppen zusammen, die aus Verwandten und guten Freunden bestanden. Auch der zwölfjährige Jesus wird in einer solchen Gruppe aus Nazareth gereist sein, zu der seine Eltern und Geschwister, aber auch Bekannte und Nachbarn gehört haben, Männer, Frauen und Kinder. Für die etwa 120 km von Nazareth nach Jerusalem wird die Reisegesellschaft etwa vier, eher fünf Tage benötigt haben, da man als Familie pro Tag etwa 20 – 30 km zurücklegen konnte.

Sobald die Pilger auf der Reise nach Jerusalem die heilige Stadt erblickten, brachen sie in Jubel aus, und Psalmen wurden gesungen, etwa die Wallfahtslieder vom Einzug ins Heiligtum ( Psalm 24 ), von der Sehnsucht nach dem Tempel Gottes ( Psalm 84 ) oder ein anderer Psalm, von denen viele für Wallfahrten geeignet sind.

Lukas schreibt nichts darüber, wie Jesus diese Pilgerreise erlebt hat, die Reise nach Jerusalem. Jesus wird sich wohl wie alle Zwölfjährigen verhalten haben – er war fröhlich, ausgelassen –, so daß nichts darauf hindeutete, daß er nach dem Fest im Tempel zurückbleiben würde. Vielleicht hat Maria – die dem Lukas wohl von dieser Reise berichtet hat –, Jesus auch kaum zu Gesicht bekommen, außer abends, wenn man das Nachtlager aufschlug. Auch von den Festtagen selbst schreibt Lukas nichts – wieder ein Hinweis darauf, daß der Herr Jesus sich wohl wie alle Zwölfjährigen verhalten hat.

Was hat der zwölfjährige Jesus nun während der Festtage erlebt? Sicherlich hat man ihm erklärt, was „Passah“ bedeutet: Das Wort meint, etwas überspringen, etwas unberührt lassen. Jesus hat gehört, wie Gott in Ägypten die Erstgeburt tötete, aber die Häuser der Israeliten, die ihre Türen mit Blut bestrichen hatten, unberührt gelassen hat. Jesus hat am 14. Nisan miterlebt, wie die Lämmer ab dem Nachmittag geschlachtet wurden – dies tat wohl sein Vater Josef für seine Familie – , und wie Priester das Blut in Schalen aufgefangen haben, die dann am Fuß des Brandopferaltars ausgegossen wurden. Er hörte, wie die Leviten die Psalmen 113-118 sangen. Am Abend des folgenden Tages – dem Fest der ungesäuerten Brote – wurden die Passahlämmer verzehrt. Man dachte an die Befreiung der Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten – und manche Juden hofften gerade dann auf die Befreiung von der römischen Herrschaft. Dabei wurde, wie schon gesagt, der Tempel des Nachts hell beleuchtet.

Dies waren also die Eindrücke, die der zwölfjährige Jesus in seinem Herzen trug, als das Fest vorüber war, und die Pilger sich auf ihren jeweiligen Heimweg machten, wie schon auf der Hinfahrt in Reisegesellschaften. Doch Jesus blieb – unbemerkt von seinen Eltern – in Jerusalem, im Tempel – genauer in einer Synagoge beim Tempel – zurück. Die Eindrücke, die der Zwölfjährige während des Passahfestes gesammelt hatte, waren so eindrücklich, daß er den Tempel als sein eigentliches Zuhause erkannte. So sehr war dieser Ort mit seinem Wesen verbunden, so sehr war dieser Ort Licht für sein Leben.

Daß ein Junge zwischen den jüdischen Lehrern saß, war übrigens so ungewöhnlich nicht. Ohnehin waren öffentliche Lehrveranstaltungen üblich, und man übte dabei ein informelles Prinzip aus Fragen und Antworten. Zudem nahmen die Rabbiner schon Kinder ab sechs Jahren in ihre Schulen auf, und nach einem überlieferten Rabbiwort sollten die Kinder mit dem Gesetz gemästet werden wie ein Ochse. Besonders aufgeweckte Schüler erhielten von den Rabbis größere Aufmerksamkeit, und manche Rabbis ließen sich mit ihnen in Wechselgespräche wie mit ihresgleichen ein.

Vielleicht hatte Jesus schon in Nazareth die Gelegenheit gehabt, sich mit dem örtlichen Rabbi auszutauschen – doch dieses Gespräch in Jerusalem beim Tempel war freilich eine ganz andere Liga. Diese Rabbis waren nicht wie der örtliche Rabbi von Nazareth, und dieser Junge aus dem nördlichen Nazareth war nicht wie die Schüler der gelehrten Rabbis in Jerusalem.

Als Leser des Berichtes bedauert man es, daß Lukas die Gespräche zwischen den gelehrten Rabbis und dem zwölfjährigen Jesus nicht wiedergibt. Hat Jesus vielleicht mit den Rabbis über das Licht gesprochen? Wollte er mehr wissen über das Licht der Welt? Wollte er mehr wissen, warum des Nachts der Tempel hell erleuchtet wurde? Wollte er mehr über den Auszug der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft wissen, über die Tötung der Erstgeburt und das erste Passah? Wollte er wissen, ob der leidende Gottesknecht aus Jesaja 53 auch so ein Passahopfer sein würde? Wollte er mehr über das am Brandopferaltar vergossene Blut wissen, über die ungesäuerten Brote? All das wissen wir nicht.

Was uns Lukas jedoch berichtet, ist sehr viel wichtiger, als es eine Wiedergabe der Gespräche zwischen den Gelehrten und dem Zwölfjährigen gewesen wäre. Er gibt uns den Schlüssel für das ganze Leben Jesu in die Hand, für alle seine Worte und Taten – und auch den Schlüssel für unser Leben als Nachfolger Jesu.

Als seine Eltern ihn fragen, warum er in Jerusalem zurückgeblieben ist und damit sie in Aufregung versetzt hat, weist Jesus darauf hin, daß er doch unbedingt in dem sein muß, was seines Vaters ist.

Meinte er damit den Tempel? - Sicherlich ja, doch eher in einem übertragenen Sinn; denn nun zieht er ja mit seinen Eltern nach Nazareth zurück. Und doch bleibt er von nun an in dem, was seines Vaters ist. Er nimmt den Tempel und das ganze Licht gewissermaßen mit sich nach Nazareth. Sein Denken, sein Wollen, sein Fühlen, sein Reden, sein Handeln – alles ist nun in den Willen seines Vaters eingeschlossen. In ihm ist nun alles Licht, ist nun alles ganz hell.

Das beginnt damit, daß er nun Gott ausdrücklich seinen Vater nennt. Er ist der Gottessohn, er steht in einem einzigartigen Liebes- und Vertrauensverhältnis zu seinem Vater, er lebt im Licht seines Vaters, ja, er selbst wird dies Licht.

Ich bin das Licht der Welt

Wiederum in Jerusalem, wiederum beim Tempel, doch viele Jahre später, sagt Jesus von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt“, und er verspricht: „Wer mir folgt, tappt nicht mehr im Dunkeln, sondern hat das Licht und mit ihm das Leben“.

Die Juden hatten gerade das Laubhüttenfest gefeiert, und wiederum war der Tempel in der letzten Nacht des Festes hell erleuchtet. Wenn Jesus nun von sich sagt, er sei das Licht der Welt, so haben dabei alle seine Zuhörer noch den hell erleuchteten Tempel in Erinnerung. Für die Zuhörer ist dies ungeheuerlich: Jesus nimmt das für sich in Anspruch, was sie zu besitzen meinen. Sind nicht sie es, die das Licht der Welt haben? Ist nicht der Tempel mit seiner hellen Beleuchtung Beweis dafür, daß sie, die Juden, im Besitz des Lichtes sind? Daß sie diejenigen sind, die nicht in der Finsternis wandeln, sondern im Licht?

Jesus stellt sich hier an die Stelle des Tempels, der doch das Haus Gottes ist, seine Wohnstätte. Und das tut er mit den deutlichsten Worten, die für Juden überhaupt nur denkbar sind; denn er greift das große „Ich Bin“ der göttlichen Selbstoffenbarung auf. Das „Ich Bin“, das für unsere Ohren keine große Bedeutung hat, war für jüdische Ohren von allergrößter Bedeutung. Gott hatte sich dem Mose mit dem Namen „Ich bin, der ich bin, ich werde sein, der ich sein werde, ich bin der Ich-Bin“ vorgestellt, hebräisch Jahwe. Zur Zeit Jesu wagten es die Juden nicht, diesen Gottesnamen auszusprechen, um ihn nicht versehentlich zu lästern. In ihrer Bibel versahen sie die Konsonanten des Gottesnamens Jahwe mit den Vokalen des Wortes „Adonai“, Herr, damit die Vorleser in der Synagoge erinnert wurden, nicht Jahwe zu sagen, sondern Adonai, Herr. Auch heute steht in fast allen Bibel statt Jahwe das hebräische Adonai, das griechische Kyrios oder aber das deutsche Herr, das englische Lord usw. Wenn ein Jude sagte, „ich bin...“, dann haben er und seine Zuhörer das als Fehler aufgefaßt, und er hat sich nach einer Schrecksekunde, während ihm das Herz bis an den Hals schlug, ganz schnell korrigiert. Ein „Ich bin“, das stand allein Gott zu. Doch Jesus gebrauchte dieses „Ich bin“ mit der allergrößten Selbstverständlichkeit. Und hier fügt er ebenso selbstverständlich noch das Wort vom Licht hinzu, das ebenso deutlich mit Gott verbunden ist. Das „Ich bin das Licht der Welt“ Jesu ist eine Selbstbeschreibung, die kaum zu überbieten ist. Zweimal nimmt Jesus das für sich in Anspruch, was allein Gott zusteht, und das im Tempel von Jerusalem, dem hell erleuchteten Haus Gottes. Kein Wunder, daß die gottesfürchtigen Juden ihn töten wollten, wie Johannes am Ende dieses Kapitels schreibt.

In dem sein, was unseres Vaters ist

Liebe Allianz-Gemeinde,

für das Glaubens- und Gebetsleben der Nachfolger Jesu gilt, daß wir in dem bleiben, was unseres Vaters ist. Was bedeutet das nun konkret?

Für den zwölfjährigen Jesus war dies zum einen der Tempel, zum anderen die Liebes- und Glaubensbeziehung zu seinem Vater. Wir können uns hier nicht einfach an die Stelle Jesu setzen. Wir haben neu zu schauen, was dem aus unserer Stellung entspricht. Was ist in höchstem Maße das, was unseres Vaters ist? Ich glaube, hier haben wir zuerst auf den Herrn Jesus zu schauen. Er ist vom Vater. In Jesus zu sein, ganz an Jesus zu hängen – das bedeutet, in dem zu sein, in dem zu bleiben, was unseres Vaters ist. So, wie Jesus im Tempel blieb, in dem, was seines Vaters ist, wollen wir bei Jesus bleiben, bei dem, der vom Vater ist, bei dem, der das Licht der Welt ist.

In den Zusammenhang mit dem zwölfjährigen Jesus im Tempel gehört auch, daß wir uns an Jesu Wort erinnern, daß wir wie die Kinder werden sollen. Dabei denkt das Neue Testament sicherlich nicht an kleine unschuldige Englein, sondern es weiß – wie Adolph Pohl in seinem Kommentar zum Markus-Evangelium nachweist –, daß Kinder zänkisch, unreif, verführbar, unvernünftig, wankelmütig, unselbständig, scheu, bockig, ängstlich, mißtrauisch, ichhaft, eitel, anspruchsvoll, durchtrieben, frech und grausam sind, so daß Paulus auch ausrufen muß: „Laßt uns nicht Kinder sein!“ ( Epheser 4,14 ). Jesu Aufforderung, wie die Kinder zu sein, erinnert daran, daß Kinder noch am Anfang stehen, auf nichts aufbauen können – außer auf die Zuneigungen und Zuwendungen ihrer Eltern. Da ist keine eigene Kraft, keine eigene Weisheit, gar nichts, was sie selber bringen können. Sie haben nur das, was ihren Eltern gehört und was diese ihnen zukommen lassen. Und in genau derselben Weise sollen wir uns nur auf das verlassen, was Gott uns zukommen läßt, allein auf seine Gnade, auf seine Kraft, auf seinen Christus, auf sein Wort. Nur daran sollen wir uns hängen, nur darin sollen wir sein und bleiben.

In dem bleiben, was unseres Vaters ist, meint aber auch, im Leib Christi zu bleiben, sowohl in der Gemeinde, in die uns Gott gestellt hat, als auch in der ökumenischen Verbundenheit, etwa in der Evangelischen Allianz.

In dem zu bleiben, was unseres Vaters ist, bedeutet aber auch, daß wir nicht den Blick für die Wohnungen verlieren, die der Herr Jesus für uns im Haus seines Vaters bereitet. Der Herr Jesus hat versprochen, daß er diese Wohnungen für uns bereitet und daß er zurückkommen wird, um uns zu sich zu nehmen, damit wir auch dort sind, wo der Herr Jesus ist, in dem nämlich, was seines Vaters ist. Advent liegt gerade erst hinter uns, aber hier zeigt sich, daß Advent eigentlich alle Tage ist.

Zuletzt möchte ich unser Augenmerk noch darauf richten, daß die Kinder für den Herrn Jesus eine ganz besondere Bedeutung haben. Darum sollen sie auch in der Gemeinde angemessen berücksichtigt werden, darum wollen wir heute ganz besonders für Kinder beten, und darum hat die Evangelische Allianz unter dem Stichwort „Handeln“ für heute das zweite Milleniums-Entwicklungsziel herausgegriffen: Primärschulbildung für alle. Bis zum Jahr 2015, so formuliert es dieses weltweit verfolgte Ziel, sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, daß Kinder überall auf der Welt, Mädchen wie Jungen, in der Lage sind, einen Primärschulabschluß zu erwerben.

Literaturhinweise

Verwendeter Bibeltext: Gute Nachricht Bibel

Ich habe zur Vorbereitung mehrere Bände der Wuppertaler Studienbibel (R. Brockhaus) zu verschiedenen Bibelstellen (u.a. F. Rienecker: Lukas; W. de Boor: Johannes; A. Pohl: Markus) sowie einige Lexika zur Bibel und zur Umwelt der Bibel hinzugezogen.

Darüber hinaus habe ich die mir vorliegenden Informationen der Deutschen Evangelischen Allianz zum für den 9. Januar 2006 vorgesehenen Thema „Im Licht leben“ verwendet; dies sind jedoch nicht die Materialien, die im offiziellen Vorbereitungsheft zur Weltweiten Gebetswoche 2006 zu finden sind (dort: 13.01.; Thema „Lebenslicht“ mit dem Ergänzungs-Text Lukas 18,35-43). Warum bei uns in Zuffenhausen nicht dem offiziellen Programm gefolgt wurde, ist mir nicht bekannt.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 01. März 2010 um 19:40 Uhr
 
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