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Woher kommen die meisten christlichen Missionare? Aus Europa oder aus den USA?
Weder noch - diejenigen Kirchen, die die meisten christlichen Missionare aussenden, sind in Afrika und Asien angesiedelt.
Viele der afrikanischen und asiatischen Missionare (und auch solche aus Mittel- und Südamerika) gehen insbesondere nach Europa, in die USA, nach Kanada oder Australien, um dort zu missionieren. Für die Christen außerhalb Europas und der USA sind wir, vor allem Europa, Missionsland. Diese Christen sehen die USA und Europa nicht primär als christliche Länder, sondern als postchristliche Länder. Mission bedeutet für sie, das Evangelium denen zurückzubringen, von denen sie es einst empfangen haben.
Viele Missionare aus Afrika und Asien gehen freilich auch zu ihren jeweiligen Nachbarn im eigenen Land oder auf dem gleichen Kontinent, um dort zu missionieren. Und gerade asiatische Missionare (etwa aus Südkorea) sind sehr engagiert in der islamischen Welt.
Die Christen in Afrika, Asien, Latein- und Südamerika sind in der Weltmission sehr engagiert - weit mehr als die aus der "christlichen Welt", dem Westen.
Dabei gilt natürlich, daß afrikanische und asiatische Missionare nicht nur und ausschließlich Nichtchristen vom christlichen Glauben überzeugen wollen, sondern ihnen geht es ebenso wie westlichen Missionaren um tätige Nächstenliebe, so daß viele von ihnen etwa als Ärzte, Krankenpfleger, Lehrer usw. arbeiten. Gerade die asiatischen Christen senden ihre besten Fachkräfte aus Heilkunde, Geburtskunde, Bildungskunde usw. aus, um praktische Hilfe in Ländern wie dem Jemen zu leisten.
Die meist evangelikalen oder charismatischen Christen aus Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika sind nicht die "edlen Wilden", für die wir "modernen" Europäer und Nordamerikaner sie manchmal gerne halten, und das gilt auch für die Mission der christlichen Kirchen - das sind keine Leute, die gestern noch als Kannibalen Menschen gefressen haben und heute als Missionare ihn ähnlicher Weise "Heiden" fressen. Die afrikanischem, asiatischen, mittel- und südamerikanischen Kirchen sind in der Regel ebenso "modern" wie die europäischen und nordamerikanischen Kirchen, auch wenn ihr Glaube oft vitaler und näher am wirklichen Leben der Menschen ist.
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