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Was macht das Christsein aus? Wer ist wann ein Christ?
Auf diese Fragen kann man viele Antworten hören:
- Christ ist, wer getauft und Mitglied einer Kirche ist
- Christ ist, wer an Jesus Christus glaubt
- Christ ist, wer Gutes tun und Böses lassen will
- Christ ist, wer regelmäßig den Gottesdienst besucht
- Christ ist, wer die christlichen Dogmen akzeptiert
- Christ ist, wer in einem christlichen Land lebt
- ...
Ich möchte eine ganz andere Antwort geben:
- Christ ist, wer das Gesetz des Geistes befolgt
"Gesetz des Geistes" - hinter diesem neutestamentlichen Begriff (
Römer 8,2
; vgl auch
Römer 3,27
;
Galater 6,2
;
Jakobus 1,25
;
Jakobus 2,12
) verbirgt sich nicht ein Gegenstück zum (alttestamentlichen) Gesetz des Mose, sondern eine Teilmenge davon, um die Erfüllung des mosaischen Gesetzes.
Das Gesetz des Geistes zu befolgen, beinhaltet zweierlei:
- Getauftsein mit dem Heiligen Geist
- Die Werke des geistlichen Gesetzes tun
Die Taufe mit Heiligem Geist
Jeder gläubige und getaufte Christ ist getauft mit dem Heiligen Geist (
Jesaja 32,15
;
Hesekiel 11,19
;
Hesekiel 18,31
;
Hesekiel 36,26
;
Joel 3,1
;
Matthäus 3,11
;
Lukas 3,16
;
Apostelgeschichte 1,5
;
Apostelgeschichte 2,17
). Ein anderer Begriff (nicht etwa ein anderer Vorgang) ist "Wiedergeburt" (
Johannes 3,16
). Ein "neuer Geist" (und ein neues Herz) macht "alles neu". Es ist die Taufe mit dem Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann (
Johannes 14,17
), der vom Vater ausgeht (
Johannes 15,26
;
Galater 4,6
), so daß wir im Neuen des Geistes dienen (
Römer 7,6
). Die Frucht des Geistes schließlich ist Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung (
Galater 5,22.23
).
Die Taufe mit dem Heiligen Geist ist kein äußerlich merkwürdiges Phänomen, das immer mit besonderen Erscheinungen wie dem Sprechen in neuen Sprachen (Glossolalie), Ekstase usw. einhergeht. Wer glaubt und getauft ist, der ist mit dem Heiligen Geist getauft.
Die Werke des geistlichen Gesetzes
Christsein orientiert sich an der Christologie. der Lehre von Christus. Obwohl Gott in Christo ist, obwohl in Christus die Fülle der Gottheit leibhaftig ist, so ist die Offenbarung Gottes in Jesus Christus doch eine verhüllte Herrlichkeit: Ein armes Kind in der Krippe von Betlehem, ein Dulder am Kreuz von Golgatha. Die Knechtsgestalt Christi ist nun der Maßstab für Christsein.
Das Doppelgebot der Liebe ist schon im Alten Testament angelegt, im neue Testament wird sie zum Gesetz, daß die Christen zu befolgen haben, dem sich ihre ganze Ethik, all ihr Tun und Lassen unterordnen muß: Gott von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit ganzem Verstand lieben und gleichermaßen den Nächsten lieben wie sich selbst.
Das Gesetz Christi schließlich besteht darin, daß wir einer des anderen Last tragen. Der "Andere" ist dabei nicht nur mein Verwandter oder Freund, nicht nur meine Schwester oder mein Bruder in der Gemeinde, nicht nur jemand, der zur gleichen Kirche, Konfession oder überhaupt zum Christentum gehört, sondern jeweils der Mensch, der mir begegnet.
Kirche
Diejenigen, die mit dem Heiligen Geist getauft sind und die Werke des geistlichen Gesetzes tun, sind diejenigen, die die Kirche Jesu Christi bilden - über die Grenzen der Konfessionen und Organisationen hinweg.
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