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Zucht

Ich möchte gerne, daß meine Hamster Junge haben. Was muß ich da beachten?
Überlege Dir vorher, was Du mit den Jungtieren machst. Bei Goldhamstern können in einem Wurf bis zu 12 Babies sein (bei Zwergen i.A. weniger). Nach 4 - 6 Wochen müssen die Jungen nach Geschlechtern getrennt werden, da sie sonst selber Junge bekommen. Auch vertragen sich Goldhamster in diesem Alter nicht mehr und müssen dann einzeln untergebracht werden. Bei Zwerghamstern kann man u.U. die Schwestern noch etwas länger bei der Mutter lassen und die Brüder zusammen unterbringen, aber auch bei ihnen kann es von jetzt auf gleich zu Streitigkeiten kommen, so daß die Tiere getrennt werden müssen. Hamster sind halt Einzelgänger.
Die Jungen an eine Tierhandlung abzugeben, ist keine gute Idee - da enden sie womöglich als Schlangenfutter. Höre Dich also beizeiten nach Abnehmern um. Wenn Du in Deinem Bekanntenkreis keine Abnehmer findest, inseriere doch, z.B. bei Sperrmüll oder auf Speedys schwarzem Brett. Oder, wenn alles nicht klappt, frage mal im Tierheim, auch das ist oft besser als die Kleinen in einer Zoohandlung abzuliefern.
Viele Informationen zur Zucht findest Du auf Speedys Züchtungsseiten - lies sie Dir mal durch!

Ich möchte Dir allerdings empfehlen, genau zu überlegen, ob Du unbedingt züchten möchtest. Es gibt schon so viele Hamster, die ungeplant zur Welt kommen oder unbedacht gekauft werden und dann im Tierheim landen und die dringend darauf warten, in artgerechte und verantwortungsvolle Hände zu kommen. Außerdem solltest Du Dir darüber im Klaren sein, daß in keinem Falle einen finanziellen Vorteil aus so einer Zucht ziehen kannst, dann geht es immer auf das Wohl der Tiere!

Wie alt sollte ein Hamstermädchen sein, wenn sie Junge kriegt?
Die beste Zeit für Nachwuchs ist das Alter zwischen 3-4 und 10-12 Monaten. Wenn das Hamsterweibchen bei der ersten Paarung älter als 10-12 Monate ist, kommt es durch fehlende Dehnung in der Beckenregion häufig zu Problemen bei der Geburt. Diese sind zwar nicht unbedingt tödlich, weil die Hamstermama die Babys im Mutterleib resorbieren kann, jedoch ist der Streß für Tier und Pfleger sehr hoch.
Aber auch zu junge Hamstermütter haben meist Probleme mit der Geburt und Aufzucht ihrer Babys. Selbst wenn eigentlich sämtliche Hamsterarten recht früh geschlechtsreif werden, sollte man mindestens drei, besser vier, Monate warten, bis man einem Hamsterweibchen die Strapazen einer Schwangerschaft zumutet.
Wieviele Babies bekommt eine Hamsterin so im Durchschnitt?
Goldhamsterweibchen kriegen im Mittel pro Wurf 6 bis 10 Junge, es können auch 12 oder - in seltenen Fällen - noch mehr sein. Bei Zwerghamstern sind die Würfe in der Regel etwas kleiner: Dsungaren- und Campbellmütter bringen im Schnitt pro Wurf 4 bis 7 Junge zur Welt, Roborowskimamas nur 3 bis 5.
Alle Zahlen sind Mittelwerte; Abweichungen nach unten und oben sind möglich.
Wie und wo bringe ich meine potentiellen Eltern am besten zusammen?

Setze auf keinen Fall das Männchen zu dem Weibchen. Wenn Du das tust, kann es passieren, daß sie ihn als Eindringling auffaß und sehr energisch wegbeißt. Du kannst versuchen, sie auf neutralem Boden zu paaren, aber das klappt nicht immer. Neutraler Grund dient eher zum ersten Check, ob sich die beiden für eine Paarung gut genug verstehen. Am besten ist es, das Weibchen zu dem Männchen in das Hamsterheim zu setzen, denn dort fühlt er sich heimisch.
Außerdem kann man beide auch noch mit der Einstreu des jeweils anderen Tieres ein wenig ab- bzw. einreiben, dadurch wird eine gewisse Revierzugehörigkeit simuliert.
Paß aber die ganze Zeit auf, damit Du im Notfall sofort eingreifen und die Tiere trennen kannst.

Der Akt selber ist eigentlich in Sekundenschnelle beendet, danach putzt sich das süße Pärchen gegenseitig und das Liebesspiel setzt sich über weitere Paarungen fort. Denn hat sich die Deckstarre gelöst, wird das Weibchen aktiv, umläuft das Männchen und fordert es mit sanften Nasenstübern zur Wiederholung auf. Häufig darf er ihr dann sogar ins Schlafhäuschen folgen. Trotz der anscheinenden Harmonie ist es unerläßlich, die Tiere weiterhin zu beobachten, denn schon bei den ersten Anzeichen, daß das Hamsterpaar nicht mehr miteinander auskommt, müssen die Tiere sofort wieder voneinander getrennt werden. Nur wenn gewährleistet ist, daß man ein wirklich friedfertiges Zwerghamsterpaar hat, darf es nach der Paarungszeit noch zusammen bleiben!
Sinnvoll ist es auf jeden Fall, den Paarungstermin zu notieren, denn daraus läßt sich dann der voraussichtliche Geburtstermin errechnen.

Ich habe mein Zwerghamstermännchen vom Weibchen getrennt, nachdem sie zweimal nacheinander geworfen hat. Die Jungen aus dem ersten Wurf sind jetzt 4 1/2 Wochen alt und die aus dem zweiten Wurf 1 Woche. Kann ich das Männchen jetzt wieder zum Weibchen setzen (die Jungen sind ja auch immer noch da)? Das Männchen tut mir so leid, glaube er fühlt sich einsam. Wenn ja, kann ich das jetzt schon tun oder muß ich warten, bis die Kleinen weg sind?

Nein auf keinen Fall: setze das Männchen bloß nicht wieder zu dem Weibchen und den Kindern. Die haben jetzt einen ganz anderen Gruppengeruch und würden sich nicht vertragen. Auch Zwerghamster (die einzigen, die sich auch gesellschaftlich vertragen) dürfen nicht einmal für einen Besuch zum Tierarzt, zur Käfigreinigung oder auch für den Weg von der Zoohandlung nach Hause getrennt werden. Es würde in Deinem Fall zu Streiterein kommen; im Extremfall könnte der Vater sogar die Babys auffressen. Außerdem braucht die Mama jetzt Ruhe und Zeit, um sich wieder zu erholen und sollte nicht schon wieder schwanger werden.
Sollen die beiden denn wirklich noch mehr Nachwuchs zeugen? Ich denke, die Mutter hat ihr Soll erfüllt, und wenn sie weiterhin Babys am laufenden Band bekommen wärde, wäre ihre Lebenserwartung nicht sehr groß.
Wenn Du zwei Hamster zusammen lassen möchtest, dann behalte doch eine Tochter bei der Mutter (aber auch auf keinen Fall einen Sohn zum Vater geben), allerdings kann (muß nicht) es da auch nach Monaten noch zu Streitereien kommen.

Wenn Du das Männchen noch mal mit einem Weibchen paaren mächtest, kannst Du das natürlich tun. Allerdings solltest Du noch eine ganze Weile (mindestens drei Monate) warten, wenn es erneut das jetzige Muttertier sein soll. Und Du solltest auch nicht unbedingt eine seienr Töchter nehmen.

Ist etwas dagegen einzuwenden, wenn man Geschwister zum Züchten zusammen tut? Das ist doch Inzucht! Kann das Folgen für die Jungtiere haben?

Grundsätzlich ist Inzucht niemals von Vorteil für den Nachwuchs und auch bei Hamstern kann eine zu extreme Inzucht (wird z.B. betrieben, um besondere Farb- oder Fellschläge zu festigen) dazu führen, daß die Nachkommen mißgebildet oder in irgendeiner Art nicht lebensfähig sind. Daher sollte man also eigentlich in keinem Falle bewußt Inzucht mit den Tieren betreiben.

Allerdings muß man auch berücksichtigen, daß im Endeffekt alle Hamster, die jemals in menschlicher Obhut aufgewachsen sind, von ein und der selben Hamstermama abstammen und bei den üblichen Haltungsbedingungen in den Zooläden ist auch kaum zu vermeiden, daß sich immer wieder mal Geschwister oder auch Mutter und Sohn bzw. Vater und Tochter miteinander "vergnügen", was natürlich in den seltensten Fällen ohne Folgen bleibt. Somit wird eigentlich bei der Vermehrung des Heimtieres Hamster immer ein gewisser Grad an Inzucht erreicht. Und solange man wie erwähnt, nicht auf Teufel komm raus immer wieder verwandte Tiere miteinander kreuzt, um z.B. besondere Merkmale zu festigen, ist dies auch nicht direkt das Ende aller Nachwuchsträume.
Natürlich weiß man nie, in wieweit vorher schon Inzucht in der Ahnenlinie betrieben wurde, und es kann immer mal vorkommen, daß Hamster mißgebildete Jungtiere zur Welt bringen. Ob hierfür dann aber immer die Ursache in der Inzucht zu suchen ist, bleibt fraglich. Da können so viele Faktoren zusammenkommen, daß eine genaue Ursachenforschung nicht möglich ist. Denn auch ohne Inzucht können Paarungsversuche zwischen verschiedenen Arten zu Problemen führen; hierzu findest Du auf Speedy´s Züchtungsseiten eine genaue Aufstellung.

Was ist eigentlich wichtiger, daß eine Hamstermutter und ihre Kinder ungestört sind oder daß ich Frischfutterreste aus dem Häuschen hole?
Beides ist wichtig. Aber die ganze Ruhe bringt nichts, wenn die Hygiene nicht stimmt. Also - wenn die Mutter tatsächlich Frischfutter mit ins Nest schleppt, mußt Du es ggf. auch nach einigen Tagen wieder entfernen, wenn es nicht aufgefuttert wurde. Die Sache hat sich aber eh bald von selbst erledigt, denn wenn die Babys im Hamsterheim herumtollen, darf wegen ihres unfertigen Versauungssystems nur noch Karotte verfüttert werden, und die kann länger liegen bleiben. Außerdem stört eine Nestreinigung dann auch kaum noch.
Ab wieviel Wochen kann man die Hamsterbabys anfassen, ohne daß die Gefahr besteht, daß die Mutter sie nicht mehr annimmt?
Wenn die Hamsterbabys so weit sind, daß sie außerhalb des Nestes herumtollen, die Augen auf haben und schon selbstständig Futter aufnehmen. Also etwa zur Zeit der ersten Komplettreinigung (siehe nächste Frage).
Meine Hamster haben vor 16 Tagen Nachwuchs bekommen. Jetzt habe ich gesehen, daß bei einem Jungen nur ein Auge geöffnet ist. Kann sich das noch ändern oder bleibt der Kleine einäugig? Hat er damit eine Überlebenschance? Kann man da vielleicht nachhelfen?
Es kommt vor, daß sich manche Hamsteraugen erst später öffnen. Dafür gibt es meist keinen besonderen Grund, das liegt lediglich daran, daß sich manche Tiere (bzw. ein Teil von ihnen :-)) etwas langsamer entwickeln als andere. Nach 2-3 Tagen gibt sich das in der Regel von alleine.
Ich weiß auch nicht, was man ansonsten machen könnte. Wenn das Auge nicht aufgeht, weil es verklebt ist, helfen vielleicht Augentropfen (künstliche Tränen), zumindest schaden sie auf keinen Fall. Ich würde in dem Fall mal den Tierarzt aufsuchen (auf alle Fälle die gesamte Familie, die jetzt auch zusammenlebt, mitnehmen, sonst vertragen die sich nachher nicht mehr).
Daß ein Auge komplett fehlt, kommt nur dann vor, wenn der Nachwuchs aus einer extremen Inzuchtzucht kommt.
Aber selbst wenn der Kleine nur ein Auge hat (und keine Krankheit dahinter steckt), beeinträchtigt ihn das überhaupt nicht. Bei Hamstern spielen Augen keine so große Rolle.
Wie bald nach der Geburt der Jungen kann ich den Käfig reinigen?
Eigentlich kann und sollte man das Hamsterheim nach zwei Wochen komplett reinigen. Je nachdem wie groß der Wurf ist, sind die Hamsterbabys dann auch so weit, daß sie außerhalb des Nestes herumtollen, die Augen auf haben und schon selbstständig Futter aufnehmen.
Während der Reinigung mußt Du darauf achten, daß alle Jungtiere mit der Mutter in einer großen Transportbox untergebracht werden. Beim Einfangen der Jungtiere mußt Du ganz behutsam mit ihnen umgehen und sie vorsichtig in die Transportbox umsetzen, denn sie sind recht quirlig und springen gerne aus der Hand. Vorsicht ist also geboten. Es bietet sich auch an, beispielsweise einen Vogelnistkasten zur Zeit der Aufzucht zu benutzen, diesen kann man komplett mit Babys und Mutter umsetzen, außerdem ist er von oben zu öffnen, ganz praktisch für die Nestkontrolle.
Sollte der Wurf doch etwas größer sein, bzw. wird eine Reinigung vielleicht doch schon etwas eher nötig, kannst Du auch versuchen, das komplette Nest mit Babys herauszuheben, die Mutter wirst Du wohl einzeln nehmen müssen, meist bleibt sie nicht ruhig oben auf sitzen.
Nach der ersten Reinigung, solltest Du dann das Hamsterheim jede Woche reinigen, denn viele Hamster machen auch eine Menge Dreck.
Unser Goldamster hat vor 7 Tagen 7 kleine Hamster bekommen. Ab der wievielten Woche muß ich die Weibchen von den Männchen trennen, damit sie sich nicht untereinander paaren?
Hamster werden mit 6 bis 8 Wochen geschlechtsreif. Ich würde dir raten, die Hamster mit ungefähr 5 Wochen von der Mutter zu trennen.
Aber dann sollte jeder Hamster auch seinen eigenen Käfig bekommen, denn in großen Gruppen kommt es sehr schnell zu Streit, auch wenn ein großer Käfig zur Verfügung steht.
Wie Du das Geschlecht bestimmst, findest Du hier.
Meine Dsungarenbabys sind jetzt vier Wochen alt. Muß ich sie jetzt schon trennen oder kann ich noch bis zur 6. Woche warten?
Es kommt immer auch ein wenig auf die Wurfstärke an, wenn der Wurf groß ist (6 oder mehr Babys), kann man an sich ohne Gefahr bis zur 6. Woche warten bevor man Dsungaren nach Geschlechtern trennt. Ist der Wurf kleiner gewesen, sollte man evtl. auf Nummer sicher gehen und die Bande so ca. nach 5 Wochen trennen. Grundsätzlich gilt aber (auch für Goldhamster): Je länger die Jungtiere bei der Mutter bleiben, desto so besser ist es für ihr ganzes Immunsystem. Roborowski-Zwerghamster sollten 8 - 10 Wochen bei der Mutter bleiben.
Trenne ruhig erst mal nur die männlichen Tiere heraus, wenn es soweit ist, und lasse sie, solange keine Streitereien auftreten, auch ruhig noch zusammen. Die weiblichen Tiere können noch bei der Mutter gelassen werden, natürlich auch nur, solange es kein Gezänk gibt. Sollte es allerdings irgendwo zu Streitereien oder sogar Beißereien untereinander kommen, müssen die Tiere weiter getrennt werden.
Eine Garantie für ein "ungefährliches" Trennungsalter kann ich Dir allerdings auch nicht geben, da ist Mutter Natur doch zu eigen :-). Schau einfach immer mal wieder nach, wie gut Du die Geschlechter auseinander halten kannst, je deutlicher die Unterschiede erkennbar werden, um so näher rückt die Zeit der Geschlechtsreife.

Kann man einen wildfarbenen Goldhamster mit einem Teddyhamster kreuzen oder gibt es da irgendwelche Probleme?
Nein, gibt es nicht - jedenfalls nicht wegen der Rasse. Beide sind Goldhamster, das paßt also.
Kann es sein, daß bei zwei Hamstern mit kurzem Fell ein Teil ihrer Jungen langes Fell hat?
Ja, das geht. Wenn beide Elternteile zwar selber kurzhaarig sind, aber unter ihren Vorfahren langhaarige Tiere haben, dann sind die entsprechenden Langhaar-Gene vorhanden.
Bei den Elterntieren hat sich zwar das dominante Gen für kurze Haare durchgesetzt, die (rezessive) Erbinformation für lange Haare tragen sie aber dennoch in sich und geben diese auch an ihre Kinder weiter. Wenn bei denen dann zweimal (also von beiden Elternteilen) diese rezessiven Informationen zusammenkommen, wird es ein langhaariges Tier. Und die Wahrscheinlichkeit liegt rein rechnerisch bei etwa 25 Prozent. Etwa ein Viertel ihrer Nachkommen wird also nach Mendel und Adam Riese langhaarig sein.
Ich habe zwei wunderschöne Teddyhamster. Jetzt möchte ich gerne, daß die beiden Babies haben - habe aber gehört, daß das nicht gut sein soll. Wo liegt das Problem?
Teddyhamster sollte man eigentlich wirklich nicht miteinander kreuzen, da dies sehr oft zu extrem dünnem Fell bei den Jungtieren führen kann. Außerdem sind vor allem langhaarige Teddyhamster meist schon sehr überzüchtet und haben von daher eh schon eine geringere Lebenserwartung als ein normaler Goldhamster.
Noch problematischer wird es, wenn die Teddys noch den Satinfaktor besitzen. Dieser ist nicht bei jeden Hamster gleich stark ausgeprägt, von daher ist er auch oft nur gering sichtbar und schwer erkennbar, aber gerade bei Teddys kommt er recht häufig vor. Eine Kreuzung von zwei Hamstern mit Satinfaktor führt oft zu Nachkommen ganz ohne Haarwuchs, diese haben keinerlei Überlebenschancen.
Von daher solltest Du - wenn überhaupt - nur an eine Kreuzung denken, wenn nicht beide langhaarig sind und maximal bei einem, besser noch bei keinem, der Satinfaktor vorliegt. Eigentlich sollte man Teddys nur mit normalhaarigen Hamstern kreuzen.
Ich habe gelesen, daß die Nachkommen aus Kreuzungen von Campbells und Dsungaren höchstwahrscheinlich unfruchtbar sind. Betrifft es beide Geschlechter und wie häufig sind Ausnahmen? Ist die Wahrscheinlichkeit bei einem Campbell-Vater größer als bei einer Campbell-Mutter, unfruchtbare Nachkommen zu erhalten?
Es ist egal, wer bei der Kreuzung von Campbell und Dsungaren die Mutter und wer der Vater ist, die Wahrscheinlichkeit, daß die männlichen Nachkommen unfruchtbar sind, ist auf jeden Fall gegeben. Das hängt eben mit der Mischung der vorhanden Erbmaterialien beider Arten zusammen.
Wie hoch die Prozentzahl ist, kann ich nicht sagen, da man eigentlich eine solche Kreuzung nicht vornehmen sollte und es eben nur ab und zu mal passiert ist. Außerdem ist nicht gewährleistet, ob es überhaupt funktioniert, bzw. ob sich Campbell und Dsungare überhaupt verstehen und es zu einer Paarung kommen kann. Tja, und selbst wenn es zu einer Paarung kommt, sind die Überlebenschancen der Jungtiere dann sehr gering.
Ich rate Dir auf jeden Fall von einer solchen Aktion ab, denn man sollte keine Zuchtversuche unternehmen, die das Krankheitsrisiko erhöhen und die Lebenserwartung der Tiere unnötig herabzusetzen.
Ist es möglich, z.b. Dsungaren mit Goldhamstern zu paaren oder hat da die Genetik schon irgendwie vorgesorgt?
Rein theoretisch ist es möglich, Mittelhamster mit Zwerghamster zu paaren. Grundsätzlich hat die Natur hier keinen direkten genetischen Riegel vorgeschoben, da die verschiedenen Arten ja aus völlig unterschiedlichen Regionen kommen. Selbst bei direkter Nachbarschaft würden sich die Tiere aber wohl eher bekämpfen, als daß sie versuchen würden, Nachwuchs zu zeugen. Bei genug Platz und reichhaltigem Nahrungsangebot würden sie sich gar nicht weiter beachten.
Bei Heimtieren hat es aber schon solche Experimente gegeben, allerdings war auch dies nur mit einem Mittelhamsterweibchen und einem Zwerghamstermännchen möglich. Ein Zwerghamsterweibchen könnte den Nachwuchs den sie mit einem Mittelhamstermännchen gezeugt hat, gar nicht austragen. Die Föten werden viel zu groß und resorbieren bereits im Mutterleib.
Das Ergebnis der ersten Variante ist allerdings auch nicht viel erfreulicher. Denn die meisten Babys kommen krank und/oder mißgebildet zur Welt und haben meist keinerlei Lebenserwartung. Denn wenn zwar auch eine Befruchtung an sich möglich ist, passen die Gene nur teilweise richtig zusammen.
Und natürlich muß man auch bei Heimtieren davon ausgehen, daß es bei einem solchen Versuch erst gar nicht zur Paarung kommt, sondern daß die Tiere aufeinander losgehen und sich totbeißen würden. Wie gesagt, es ist zwar rein theoretisch möglich, allerdings sollten solche Versuche zum Wohl der Tiere nicht unternommen werden!