Auf den Hamster gekommen

Du willst wissen, wie ich auf den Hamster kam? Also, das war so:

Meine Freundin und ihr Freund haben sich 1998 oder 1999 gegenseitig Teddyhamster zum Geburtstag geschenkt. Bei jedem Besuch habe ich mich mehr in die putzigen Fellknäule verliebt, und schließlich hat mein Mann mir zum ersten Hochzeitstag einen eigenen geschenkt.

Das heißt - erstmal nur einen aus Plüsch, denn 10 Tage später sind wir umgezogen, und einem lebenden Tier wollten wir den Streß ersparen. Aber nachdem wir uns einigermaßen eingerichtet hatten - und herausgekriegt hatten, wo es denn überhaupt eine Zoohandlung gibt, was noch schwieriger war -, kam Charles Edward zu uns. Er war ein Teddyhamster, inzwischen leider verstorben, so gesund, zutraulich und gutmütig wie man sich einen Hamster nur wünschen kann.

Entsprechend habe ich meinem Kollegen im Büro auch immer von Charlie vorgeschwärmt. Er seinerseits erzählte begeistert von seinem früheren Dsungaren. Es kam, wie es kommen mußte - nach den Weihnachtsferien hatte er einen neuen Goldhamster und ich einen Dsungaren. :-)
Unser Worf ist zwei Jahre alt geworden. Daß er so gesund und bei aller Zurückhaltung doch lieb war, ist fast ein kleines Wunder. Er stammte aus einer anderen Zoohandlung als Charlie, einer, wo man besser überhaupt nicht einkaufen sollte.

Eine andere Freundin und ihr Mann, die sich schon so in Charlie verliebt hatten, daß sie sich auch einen Teddyhamster anschafften, verloren beim nächsten Besuch ihr Herz an Worf. Sie wollten unbedingt auch einen Zwerg, konnten sich aber dann im entscheidende Moment nicht entscheiden, welchen von den zwei Knirpsen sie haben wollten. Also nahmen sie einfach beide. :)

Jetzt waren wir wieder dran. Nach einigen Monaten des Grübelns haben wir es nicht mehr ausgehalten, und die Dsungarenbrüder Don Camillo und Peppone kamen zu uns. Die zwei stammen aus derselben Zoohandlung wie Charlie, sie sind jetzt etwas über 4 Monate alt.
Eigentlich hatte ich ja zwei Roborowski-Mädels haben wollen, aber die gab es damals nur in einer einzigen Zoohandlung und lebten mit ihren Brüdern zusammen, so daß wir mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine ganze Familie erworben hätten. Noch schwerer wogen allerdings die insgesamt eher schlechten Haltungsbedingungen in dem Laden, und so entschieden wir uns dann für zwei gesunde (und garantiert nicht schwangere ;-> ) Dsungarenjungen aus einer vernünftigen Zoohandlung. Bereut haben wir es nicht; wenn die zwei durch ihr Aquarium tollen, können wir uns kaum losreißen. :)

Dann ging etwas schief. Eigentlich wären ja unsere Freunde dran gewesen, aber die haben nicht dran gedacht. Und so ließen wir uns ohne allzu viel Widerstand von einer blutjungen dunklen Schönheit, der zauberhaften Seven of Nine, assimilieren. Mit ihr kam erstmals ein Mädchen ins Haus, und nach ein paar Monaten gab es eine Hochzeit. Der Bräutigam Charles Edward war mit zwei Jahren zwar schon alt, aber das hat ihn nicht daran gehindert, sich mit seiner jungen Frau zu amüsieren und fünf süße Kinder zu zeugen. Diese Kleinen heranwachsen zu sehen war ein ganz besonderes Geschenk. Eins der Kinder ist heute noch bei uns, ein weiterer ging an denjenigen meiner Freunde, mit dem die ganze Menagerie angefangen hat. Somit hat sich der Kreis geschlossen. :-)

Dachten wir jedenfalls... Die junge Mutter mit ihren Kindern hat uns so bezaubert, daß wir unbedingt noch einmal miterleben wollten, wie Kinder heranwachsen. Charlie war schon nicht mehr unter uns, dafür wurde der Doktor aktiviert. Seven hatte nichts gegen einen zweiten Ehemann einzuwenden; sie hat uns wieder mit fünf süßen Kindern beschenkt.

Das Fazit meiner Geschichte: Hamster sind hochgradig ansteckend, und man wird alles andere als immun, wenn man erstmal infiziert hat. ;-)

Ciao,
Kerstin


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by K. Molthagen