Ohne Unterschiede? Frauen und Männer im Dienst für Gott.
(Marilyn B. Smith, Ingrid Kern - Hrsg.)
Die Texte in diesem Buch wurden erarbeitet von der Kommission für Frauenfragen der Weltweiten Evangelischen Allianz (World Evangelical Fellowship WEF). Ein Ausschnitt aus dem Prolog der Herausgeberinnen macht deutlich, worum es ihnen geht:
"Die wichtigste Grundlage für Dienst und Leitung in dieser Gemeinschaft ist natürlich die Zugehörigkeit zur Gemeinde der Glaubenden. Das Fundament der Zugehörigkeit ist die Erlösung durch Jesus Christus. In dieser Studie ist die Erlösung die Sichtweise, die die Auslegung jener Schriftstellen maßgeblich prägen soll, in denen die Voraussetzungen für Dienst und Leitungsaufgaben in der Kirche angesprochen werden. Mit diesem Ansatz möchte die vorliegende Studie die Vision einer Gemeinschaft entwickeln, die Christus uns als Anlaß zur Freude zugedacht hat, sowie einige Hilfen anbieten, mit deren Unterstützung wir diese Vision in die Wirklichkeit umsetzen können.
Unser Wunsch ist, daß durch dieses Arbeitsbuch sowohl Männer als auch Frauen die Freiheit finden, auf die Berufung Gottes mit ihrem Leben zu antworten, ihre Gemeinde zu einem dynamischen und lebendigen Leib Christi aufzubauen und dann gemeinsam daran zu arbeiten, die gesellschaftlichen Wertmaßstäbe in Frage zu stellen, durch die Menschen, die Christus doch schon längst frei gemacht hat, ungerecht behandelt oder unterdrückt werden [...]"
Diese Grundlage des Glaubens und die Sichtweise von der Erlösung her durchziehen das ganze Buch. Es macht Mut, bekannte Auslegungen mancher Bibelstellen neu zu überdenken, nach den Wurzeln bestimmter Strukturen zu suchen. Unbequemes wird nicht ignoriert oder unter den Teppich gekehrt, sondern gründlich durchdacht. Ebensowenig werden aber auch kulturelle Einflüsse auf Auslegung und Umsetzung der biblischen Texte verschwiegen. Nach jedem Abschnitt werden Fragen gestellt - zum eigenen Weiterdenken oder für das Gespräch in der Gruppe. Der letzte Abschnitt gibt Denkanstöße und Hilfen, das Erkannte in die Praxis umzusetzen.
An keiner Stelle geht es darum, daß Frauen etwa um einer Quote willen
bestimmte Aufgaben übernehmen sollten; es geht immer um Frauen, die sowohl
die Gaben als auch die Berufung Gottes für das entsprechende Amt haben.
Hier ist das Ergebnis der Studie eindeutig:
"Eine Frau, die ja auch im Bild des liebevollen himmlischen Vaters
geschaffen ist, kann seine Liebe ebenso deutlich widerspiegeln wie ein Mann.
Und darin besteht ja gerade das Hauptkriterium für geistliche
Leitungsaufgaben [...]"
"Eine Frau hat die volle Freiheit, Gottes Berufung in den Dienst zu
folgen, aber die Berufung muß durch die Gemeinschaft bestätigt
werden [...] weil sie - ebenso wie jeder Mann - der christlichen Gemeinschaft,
zu der sie gehört, verpflichtet ist."
"Wenn Frauen allein aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit von
Führungsaufgaben ausgeschlossen werden, machen wir damit unsere Kirche
ärmer. Ihr fehlen dann mindestens 50% der Gaben, die Gott eigentlich
für sie vorgesehen hat."
Eine Kampfansage ist das Buch dennoch nicht:
"Obwohl es keinen theologischen Grund gibt, Frauen von irgendeiner Form
des christlichen Dienstes auszuschließen (sie haben das Recht und die
Freiheit zur Mitwirkung), haben sie andererseits doch die Freiheit, dieses Recht
freiwillig nicht auszuüben, um anderen keinen Anstoß zu
geben."
Das Buch will vielmehr zum Nach- und Umdenken einladen und Mut machen, den
eigenen Gaben und Berufung gemäß zu leben.
Paperback, 160 Seiten, 2000 (Brunnen), ca EUR 12,90 - Infos beim Verlag