"Eine Familientragödie steht am Anfang. Der Verlust der liebsten
Menschen, Einsamkeit, das Gefühl totaler Verlassenheit in einem fremden Land, einer fremden Kultur, einem anderen Glauben: Nachdem ihr Mann und ihre beiden Söhne tot sind, scheint es, als stünde Noomi vor dem Nichts, allein in der Fremde. Doch ihre junge moabitische Schwiegertochter Ruth bleibt bei ihr, auch als Noomi sich entschließt, in ihre alte Heimat zurückzukehren, nach Bethlehem. Dort treffen sie auf einen Mann, dessen Großherzigkeit und echter Glaube ihnen wieder Hoffnung schenken. Es ist Boas, der Sohn Rahabs. "
Soweit der Klappentext von Francine Rivers' Buch "Ruth - eine Frau der Liebe". Es ist das dritte Buch ihrer Romanreihe über die Frauen in Jesu Stammbaum und hat mir - bisher - am besten gefallen.
In Francine Rivers' Buch wird Ruths Geschichte warmherzig und lebendig erzählt. Die Autorin hat das Handlungsgerüst aus der Bibel mit glaubwürdigen Dialogen und Motiven versehen, ohne sich dabei von den Aussagen der Bibel zu entfernen. Heraus kommt die beeindruckende Geschichte einer Frau, die einen Fremdling heiratet, seinen Glauben annimmt und so sehr Teil seiner Familie wird, daß sie auch nach seinem Tod bei ihrer Schwiegermutter bleibt und mit ihr wegzieht - fort von ihrer Familie und ihrer Kultur in eine ungewisse Zukunft.
In der alten Heimat der Schwiegermutter stehen die beiden Frauen vor dem Nichts. Der Besitz von Noomis verstorbenem Mann ist längst in andere Hände übergegangen, Ruth wird als verhaßte Ausländerin beschimpft. Ggelegentlich fliegen auch handfestere Dinge als Schimpfworte... Aber die beiden Frauen verlieren trotzdem nicht das Vertrauen auf Gott, und mit Energie und Mut schaffen sie es, trotz aller Widrigkeiten zu überleben und sogar heimisch zu werden. Aber sie bekommen auch Hilfe - von Boas, einem reichen und geachteten Bürger Bethlehems und Verwandten von Ruths verstorbenem Mann. Als solcher hat er das Recht und die Pflicht, die junge Witwe zu heiraten. Zwischen ihm und Ruth entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, die allerdings fast an dem nicht unerheblichen Altersunterschied und den größeren Rechten eines weiteren Verwandten scheitert. Aber Noomi mischt sich immer wieder ein und stutzt sowohl ihre Schwiegertochter als auch Boas zurecht, so daß es am Schluß ein Happy-End gibt. :-)
Die Geschichte von Ruth hat mich schon immer fasziniert. Eigentlich hätte Ruth als Moabiterin nie ins Volk Israel aufgenommen werden dürfen - aber Gott macht sie zur Urgroßmutter von König David und zur (namentlich genannten) Ahnfrau von Jesus. Diese lebendige und warmherzige Erzählung hat mir diesen Teil des Alten Testaments noch nähergebracht.
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