"Es ist eine bittere Liebe, die Lea ihrem Mann Jakob gegenüber empfindet. Denn Jakob liebt Leas Schwester Rahel, seine zweite Frau. Doch Lea wird die Mutter seiner Kinder, wird Jakobs hochgeschätzter Ratgeber, sein engster Freund. Ob es ihr auch gelingt, die Liebe ihres Mannes zu gewinnen?"

Sehr einfühlsam versteht es der Autor, den dornenreichen Weg dieser Frau nachzuerzählen. Ein spannend geschriebener Roman, der ein Stück biblischer Zeitgeschichte lebendig werden läßt."

Soweit der Klappentext von James R. Shotts Buch "Lea - Eine bittere Liebe". Erzählt wird die Geschichte einer intelligenten Frau, die eigentlich alles hat, was ein Mann sich von seiner Frau wünschen kann - bis auf äußere Schönheit -, und die deshalb fast ihr ganzes Leben lang zurückgesetzt wird. Dabei ist sie es, die Jakob unterstützt, die die Familie und Dienerschaft zusammenhält. Sie ist es auch, nicht ihre schöne, aber oberflächliche Schwester Rahel, die Jakobs Glauben an den Gott seiner Väter Abraham und Isaak teilt und ihn in Zeiten des Zweifels wieder aufrichtet.

Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die ihr Leben lang tapfer gegen Verbitterung und Eifersucht ankämpft, die vielleicht nicht das große Glück, aber doch Zufriedenehit darin findet, die Freundin und Ratgeberin ihres Mannes zu sein; die gegen Ende ihres Lebens noch erkennen darf, daß auch sie von ihrem Mann geliebt wird. Vor allem aber ist es die Geschichte einer Frau, die Gott vertraut und seine Hilfe auch in schwerer Zeit erlebt. Ich habe dieses Buch mehr als einmal gelesen und bin jedesmal aufs neue fasziniert von dieser Frau und ihrem Gottvertrauen.

Lea ist konsequenterweise die Hauptfigur des Buches. Andere Personen wie ihre Schwester Rahel, die Mägde Silpa und Bilha, selbst Leas Kinder bleiben Nebenfiguren. Alles, was der Leser erfährt, erfährt er aus ihrem Blickwinkel. Nur Jakob kann als weitere Hauptfigur bezeichnet werden, und auch er tritt nur in Erscheinung, wenn er in Leas Nähe kommt. Seine Entwicklung, wie er es lernt, Lea zu schätzen und ihren Rat anzunehmen, seine Verbundenheit mit der 'ungeliebten' Frau werden demzufolge auch nur in dem Maße erkennbar, wie Lea selber es merkt. Dennoch gehören sie zu den Dingen, die mir an dem Buch besonders gefallen.

Der Autor hat sich in seinen Schilderungen recht eng an den Bibeltext gehalten. Er nimmt keine wesentlichen Handlungsteile hinzu, die im Bibeltext nicht auftauchen; die für einen Roman nötigen Ausschmückungen nimmt er geschickt und zu den Bibeltexten passend vor. Abweichungen vom Text habe ich nur an einer Stelle entdeckt, als es um das Schicksal von Leas Tochter geht. Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch, das mir ein Stück des Alten Testamentes nähergebracht hat.


Ausstattung, Preis

Gebunden, 156 Seiten, 1999 (Brunnen), ca EUR 9,90 - weitere Infos bei Amazon.de