"Gerüchten zufolge soll der am Freitag wegen Hochverrats hingerichtete
Jesus Davidson seit Sonntag wieder am Leben sein. Um der Sache auf den Grund
zu gehen, fliegt der Fernsehreporter Cass Tennel nach Jerusalem, wo sich eine
schwere politische Krise zu entwickeln scheint. Oder steckt mehr dahinter als
Politik? Im Verlauf von 36 Stunden interviewt Tennel Menschen, die irgendwie
in die Sache verwickelt zu sein scheinen. Aus dem Gewirr einander
widersprechender Darstellungen entsteht sein aktueller Bericht, der die
Wahrheit über Davidson enthüllen soll. Ist er Gott oder nur ein
Rebell? Hat er tatsächlich über den Tod triumphiert?"
Soweit der Klappentext von Stuart Jackmans Buch "Die Affäre Davidson".
Dieses Buch ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher; ich habe es wieder
und wieder gelesen, ohne daß es seinen Zauber verloren hätte.
Es vermag mir immer wieder ein Bild davon zu vermitteln, was Ostern eigentlich
passiert ist, eine Ahnung der Größe und Bedeutung der Auferstehung
Jesu; es läßt mich ein wenig teilnehmen an der ursprünglichen
Freude derer, die dem Auferstandenen als erste begegneten.
Der Autor läßt Gestalten und Szenen aus allen vier Evangelien lebendig werden. Trotz - oder wegen? - der ungewohnten Umgebung einer Fernsehsendung haben die bekannten Personen lebhafte Züge, niemand wirkt konstruiert oder flach.
Der Höhepunkt nicht nur der Fernsehsendung, sondern auch des Buches ist meines Erachtens der Auftritt von Simon Cleopas. Er erzählt mit einer so mitreißenden Begeisterung von seinem Zusammentreffen mit Jesus, daß allein diese Szene das Buch lesenswert macht. Aber auch Mary Magdala ist sehr gelungen, ebenso der Hohepriester Cajaphas, der fast erfolgreich seine Zweifel an der Richtigkeit des Verfahrens und der Verurteilung Jesu unterdrückt, oder Thomas Didymus, der, obwohl einer der engsten Freunde Jesu, mit den Gerüchten um die Auferstehung nichts anfangen kann.
Fast noch mehr als diese drei fasziniert mich aber die Wandlung, die der Reporter Cass Tennel im Verlauf der Handlung durchmacht, indem er sich mehr und mehr von seiner Story gefangennehmen läßt. Von seiner anfänglichen Langeweile und Sensationsgier ist am Ende nichts mehr übrig, auch wenn seine tatsächliche Haltung zur Auferstehung Jesu ein stückweit offenbleibt. Schade eigentlich - ich frage mich bei jedem Lesen wieder, wie es wohl für ihn weitergeht...
leider vergriffen... :-((