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Baptisten PDF Drucken E-Mail
Christlicher Glaube - FAQ
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Sonntag, den 11. Oktober 2009 um 12:30 Uhr

Wer oder was sind die Baptisten?

Als "Baptisten" bezeichnet man eine Familie von evangelischen Freikirchen, die vor allem die folgenden Merkmale in Theologie und Glaubenspraxis hervorheben:

  1. Die ausschließliche Taufe von Mündigen ("Gläubigentaufe")
  2. Die Unabhängigkeit der Ortsgemeinde (Kongregationalismus)
  3. Die Forderung einer Trennung von Staat und Kirche/Religion
  4. Die Forderung nach allgemeiner Religionsfreiheit
  5. Die Anerkennung der Bibel als alleinige Richtschnur des Glaubens
  6. Die Heilsnotwendigkeit des persönlichen Glaubens
  7. Die herausragende Bedeutung der Verkündigung und der Antwort darauf
  8. Die Bedeutung des Priestertums aller Gläubigen (z.B. auch in der Verkündigung)
  9. Das Verständnis des Abendmahls als Gedächtnismahl
  10. Die große Bedeutung der Evangelisation bzw. Mission

Mitglied kann nur werden, wer freiwillig getauft ist und damit oder durch ein "Zeugnis" (öffentlicher Bericht, wie man Christ geworden ist) auf eigenen ausdrücklichen Wunsch einer Baptisten-Gemeinde beitritt. Damit lassen sich die Mitgliedszahlen nicht eins zu eins mit denen anderer Kirchen oder Religionsgemeinschaften vergleichen, die oftmals Angehörige und Kinder mitzählen.

Die Baptisten als Konfessions-Familie stellen die größte protestantische Denomination weltweit dar. 

Seinen Anfang nahm der Baptismus 1609 in Amsterdam mit der Gründung der ersten Baptisten-Gemeinde (Glaubensflüchtlinge aus England, die sog. "Dissenters"), seit 1834 ist der Baptismus auch in Deutschland vertreten. Hauptverbreitungsgebiete der Baptisten sind heute Nordamerika, Afrika und Asien. 

In Deutschland gibt es Baptisten in...

Der BEFG steht in der Tradition der ersten Baptisten in Europa und kann somit auf eine 400-jährige europäische und eine 175-jährige deutsche Geschichte zurückblicken, auch wenn der heutige BEFG erst 1942 als Zusammenschluß von Baptistengemeinden ("Bund der Baptistengemeinden"), Brüdergemeinden ("Bund freikirchlicher Christen") und Elim-Gemeinden entstanden ist.

Die zahlenmäßig meisten Baptisten findet man in den Aussiedler- und Migrantengemeinden, das sind mindestens 400.000 Baptisten. Im BEFG sind 74.766 Baptisten Mitglied (und 8.981 Mitglieder von Brüdergemeinden), dazu kommen Kinder und Angehörige.

Die meisten Baptisten-Gemeinden unterhalten Kontakte zu anderen Kirchen und Freikirchen; in Deutschland gehört der BEFG zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) und zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), darüber hinaus gibt es enge Beziehungen zur Evangelischen Allianz. Der BEFG gehört mit zum Diakonischen Werk, zu Brot für die Welt, zur Deutschen Bibelgesellschaft und zu weiteren evangelischen Werken. 

Die Baptisten lassen sich nicht ausschließlich dem Evangelikalismus zuordnen; es gibt neben evangelikalen auch liberale sowie charismatische Baptisten. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland - wie alle Kirchen in der Vereinigung Evangelischer Freikirchen - bezeichnet sich selbst ausdrücklich als nicht evangelikale Freikirche, sondern als evangelische.

Der BEFG ist mit etlichen fremdsprachigen Gemeinden und Bünden verbunden (per Anschluß oder Assoziation), darunter Englisch, Arabisch, Türkisch, Russisch, Französisch, Spanisch, Tamil und 17 weitere Sprachen, so daß die Baptisten in Deutschland als Bund in rund 25 Sprachen vertreten sind.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. März 2010 um 10:31 Uhr
 
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