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Müssen christliche Frauen ein Kopftuch oder sogar einen Schleier tragen?
Insbesondere die Aussagen des Apostels Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther scheint nahezulegen, daß christliche Frauen einen Schleier oder wenigstens ein Kopftuch tragen müssen. Gilt diese Anweisung heute noch? Und wenn ja, gilt sie nur für den Gottesdienst oder gar für den Alltag? Oder ist eine alternative Auslegung möglich?
Müssen Frauen in der Gemeinde einen Schleier tragen?
Paulus gibt den Frauen Vollmacht über ihr Haupt - Eine alternative Betrachtung zu
1. Korinther 11,2-16
Von Michael Molthagen
Dritte Auflage dieses Textes, ursprünglich unter www.molthagen.de (für Christen) und www.answering-islam.de (für Christen und Muslime) veröffentlicht. Stand: Juli 2004.
Prolog
"Paulus und der Schleier" - dies ist eines der "heißen" Themen innerhalb der Christenheit. Wie eigentlich jedesmal, wenn sich Paulus über Frauen äußert oder sich an Frauen wendet: Das Weib schweige in der Gemeinde, die Frau ordne sich unter, sie lerne in der Stille... Und sie trage eben einen Schleier?
Die traditionelle Auslegung von 1. Korinther 11 - und auf dieser traditionellen Auslegung beruht auch die übliche Übersetzung dieser Verse - legt tatsächlich nahe, daß es im Christentum ein Gebot des Paulus zur Verschleierung - zumindest im Gottesdienst - gibt.
Dennoch tragen heutzutage die meisten Christinnen kein Kopftuch oder eine andere Form des Schleiers. Bedeutet dies, daß sie der Aufforderung des Paulus nicht Folge leisten? Viele christliche Frauen weisen bezüglich Paulus' "Schleiergebot" darauf hin, daß es sich um ein kulturell bedingtes Gebot handele, das heute nicht mehr gilt - wichtiger sei es, dem Prinzip zu folgen, als das Gebot exakt auszuführen. Man müsse also herausfinden, was heute im Gottesdienst aufgrund der Kultur geboten sei, und dies dann umsetzen.
Demgegenüber steht eine alternative Auslegung von 1. Korinther 11, die in diesem Bibeltext kein Schleiergebot sieht, sondern vielmehr eine Äußerung gegen den Schleierzwang oder gar einen Kampf des Paulus gegen den Schleier, wie der evangelische Theologe Thomas Schirrmacher - meiner Meinung nach einer der bedeutendsten evangelikalen Theologen der Gegenwart - sein Buch zum Thema überschreibt.
Dieses Buch von Thomas Schirrmacher ist übrigens die Grundlage dieses Artikels, und ich möchte jedem, der sich für das Thema interessiert, sein Buch "Paulus im Kampf gegen den Schleier"1 wärmstens empfehlen. Es wirft ein faszinierendes Licht auf jene Bibelstellen, in denen sich der Apostel Paulus über die Rolle der Frau in der christlichen Gemeinde äußert, insbesondere aber auf die Schleierfrage.
Die traditionelle Auslegung
Es gibt durchaus Christen - Theologen und Frauen -, die daran festhalten, daß Frauen sich beim Beten und prophetisch Reden verschleiern müssen (um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß ich gestehen, daß ich früher auch zu diesen Christen gehörte, bis ich während meiner Versuche, meine Position theologisch zu erhärten, erkannte, daß die Verschleierung der betenden und prophetisch redenden Frau, ja überhaupt der christlichen Frau tatsächlich unbiblisch ist).
Ich möchte diejenigen Christen, die eine andere Auffassung vertreten als ich, nicht als schlechte Christen bezeichnet wissen. Sie meinen es sehr ernst mit ihrem Glauben und ihrem Leben. Problematischer finde ich es, wenn Christen einerseits in 1. Korinther 11 ein "Schleiergebot" sehen, sich andererseits aber gegen die Verschleierung wenden, weil sie meinen, Paulus' Gebot an die Korinther gelte heutzutage nicht mehr; denn ihre Argumente sind meines Erachtens nicht haltbar. Sie können es nicht ausreichend belegen, warum denn Paulus' Gebot an die Korinther nur kulturell bedingt war, wo Paulus doch ausdrücklich sagt, daß diese "Sitte"2 nicht bestritten werden darf, weil er und auch alle Gemeinden Gottes dieser Sitte folgen. Mit welchem Recht wird also das paulinische Gebot - wie sie es verstehen -, daß eine Frau sich beim Beten und prophetisch Reden zu verhüllen habe, aufgehoben? Wer sich mit dem Hinweis, daß Paulus' Gebot nur kulturell bedingt war, aus der Affäre stehlen möchte, muß dies immerhin begründen - oder sollte fairerweise zugeben, daß ihm die Sache mit dem Kopftuch einfach nicht paßt.
Ebenso müßten die Vertreter der Pro-Verhüllungs-Partei darlegen, wie sie auf die Idee kommen, daß gerade ihre Form der Verhüllung der betenden und prophetisch redenden Frau nicht kulturell bedingt ist. Sie werfen ja den Vertretern der Position, daß das Gebot kulturell bedingt und darum heute nicht mehr gültig ist, genau dies vor: daß sie ein gültiges Gebot zu unrecht als kulturell bedingt betrachten und darum ablehnen. Das einfache Kopftuch aber ist sicherlich nur eine kulturelle Adaption der Verhüllung, wie die Korinther sie kannten. Das moderne Kopftuch ist ebenso kulturell geprägt wie das Nichttragen eines Schleiers. Die Verhüllung, von der Paulus spricht, war sicherlich ein Schleier, der höchstens Augen, Nase und Mund unverhüllt lies, vielleicht nicht einmal das3. Das moderne Kopftuch oder ein Häubchen kann kaum als Erfüllung eines paulinischen Gebotes, sich zu verschleiern, durchgehen. Der Schleier einer Nonne kommt dem korinthischen Schleier wohl von allen Formen christlicher Schleier noch am nächsten4.
Im Folgenden möchte ich darlegen, warum ich der Meinung bin, daß Paulus in seinem Brief an die Korinther gegen den Schleier kämpft, gegen die Verschleierung der betenden und prophetisch redenden Christin.
Paulus und der Schleier
1. Korinther 11,1-16 - ein umstrittener Text
Zuerst einmal eine andere Übersetzung, als jene, die für gewöhnlich in deutschen Bibeln zu finden. Ich gebe den Text nach dem griechischen Urtext wieder. Freilich ist keine Wort-für-Wort-Übersetzung möglich, das läßt sich zwischen altgriechisch und deutsch nicht durchführen; immer wieder sind Wortumstellungen nötig. Zu bedenken ist auch, daß altgriechische Texte keine Satzzeichen (Punkte, Kommata usw.) kennen, und auch die Kapitel- und Verseinteilung ist erst nachträglich eingefügt worden. Worte, die hinzugefügt werden, um die Bedeutung des Übersetzen zu zeigen, stehen in Klammern, Übertragungen des Übersetzten in eine besser verständliche Sprache stehen kursiv gesetzt in Klammern.
(1) Meine Nachahmer werdet, wie auch ich Christi. (2) Ich lobe aber euch, daß in allen Dingen meiner ihr gedenkt. Und wie ich übergeben habe euch die Überlieferungen, haltet (daran) fest, (3) (das) will ich aber (und ich will aber, daß ihr die Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe)!
Ihr versteht es so, daß jedes Mannes Haupt Christus ist, Haupt aber (der) Frau der Mann, Haupt aber Christi Gott. (4) Jeder Mann, betend oder prophetisch sprechend, hinab über (das) (auf dem) Haupt (etwas) habend, schändet sein Haupt. (5) Aber jede Frau, betend oder prophetisch sprechend als einem unverhüllten mit dem Haupt (mit unverhülltem Haupt), schändet ihr Haupt, denn eins ist sie und dasselbe wie die kahl Geschorene. (6) Wenn also nicht sich verhüllt eine Frau, auch lasse sie sich das Haar abschneiden! Wenn aber schimpflich ist für eine Frau das Sich-das-Haar-abschneiden-lassen oder Sich-kahl-scheren-lassen, soll sie sich verhüllen. (7) (Der) Mann einerseits aber nicht soll sich verhüllen das Haupt, Bild und Abglanz Gottes seiend; die Frau andrerseits Abglanz (des) Mannes ist. (8) Denn nicht ist (der) Mann von (der) Frau, sondern (die) Frau vom Mann; (9) denn auch nicht wurde erschaffen (der) Mann wegen der Frau, sondern (die) Frau wegen des Mannes.
(10) Darum soll die Frau Macht haben über ihr Haupt: wegen der Engel. (11) Denn schließlich (ist) weder (die) Frau ohne (den) Mann noch (der) Mann ohne (die) Frau im Herrn; (12) denn gleichwie die Frau vom Mann, so (kommt) auch der Mann durch die Frau, aber alles von Gott. (13) Bei euch selbst urteilt! Geziemend ist es, (daß) eine Frau unverhüllt zu Gott betet. (14) Auch nicht die Natur selbst lehrt euch, daß ein Mann einerseits, wenn er langes Haar trägt, Schande für ihn (es) ist, (15) eine Frau andererseits, wenn sie langes Haar trägt, Ehre für sie (es) ist. Denn das Haar anstelle eines Schutzes ist gegeben. (16) Wenn aber jemand meint, rechthaberisch zu sein, so bedenke er: Wir solche Gewohnheit nicht haben, auch nicht die Gemeinden Gottes.
Anmerkungen zum Text
Dieser Text gehört zu den am schwierigsten auszulegenden Texten im Neuen Testament. Das beginnt schon damit - um die Schwierigkeiten der Auslegung am letzten Vers aufzuzeigen -, daß er offenläßt, um was für eine Gewohnheit (Vers 16) es sich eigentlich handelt. Manche Ausleger verstehen als das Streiten oder des Rechthaberischsein als diese "Gewohnheit", da aber Paulus selbst an anderer Stelle im selben Brief das Streiten als Sünde bezeichnet5, wird er es hier nicht nur als eine "Gewohnheit" betrachten. Es muß sich also um jene korinthische Sitte des Verhüllens handeln. Wenn man glaubt, daß Paulus für die Verhüllung der Frau Position bezieht, dann macht es jedoch keinen Sinn zu sagen: "diese Gewohnheit des Verschleierns haben wir nicht". Die neue Gute Nachricht Bibel, sich des Problems dieses Widerspruchs wohl vollauf bewußt, umgeht ihn, indem sie den Text (unkommentiert!) verdreht: "Weder ich noch die Gemeinden Gottes kennen eine andere Sitte im Gottesdienst". Man akzeptiert zwar offensichtlich, daß mit der "Sitte" nicht das Streiten gemeint ist, mag aber auch nicht akzeptieren, daß es eben darum geht, daß Paulus gegen die Verhüllung der Frau argumentiert statt sie zu gebieten.6
Vers 1 ist meines Erachtens gewissermaßen die Überschrift für den folgenden Text: "Meine Nachahmer werdet, wie auch ich Christi!"
Viele Ausleger meinen, daß das Lob des Paulus in Vers 2 eher ironisch gemeint ist, weil die Korinther ja in so vielen Dingen gerade nicht an Paulus' Überlieferungen festhalten, sondern seinen Überlieferungen zum Trotz ihre eigenen Regeln aufstellen (siehe etwa die Verse 17-34 dieses Kapitels, in denen Paulus die Korinther wegen ihrer Abweichungen von seinen Überlieferungen kritisiert, wie Thomas Schirrmacher zurecht anmerkt). Mir scheint es so, daß Paulus sieht, wie die Korinther "in allen Dingen seiner gedenken" - also seine Anweisungen kennen und darüber diskutieren und streiten -, aber dann feststellt, "sie tun ja doch, was sie wollen" und darum eindringlich schreibt: "ich will aber, daß ihr die Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe". Sie sollen nicht nur in allen Dingen an Paulus denken, sondern auch an seinen Überlieferungen festhalten und ihnen weder etwas wegnehmen noch hinzufügen. Das Lob des Paulus ist also zweideutig, denn in ihm schwingt, ironisch verpackt, Kritik mit.
Problematisch und einer besonderen Betrachtung wert ist Vers 3a - jene zwei kleinen Wörtchen: "Ich will aber". Die meisten Ausleger schlagen diese zwei Worte dem Rest des Verses zu: Paulus wolle aber, daß daß die Korinther wüßten, daß Gott das Haupt Christi, Christus das Haupt des Mannes, der Mann das Haupt der Frau ist. Meiner Meinung nach sind sie jedoch auf den vorigen Vers bezogen, und so habe ich sie in meiner Übersetzung an jene Worte geknüpft: "Wie ich übergeben habe euch die Überlieferungen, haltet daran fest, das will ich aber", also: "Ich will aber, daß ihr die Überlieferungen festhaltet, wie ich sie euch übergeben habe". Aufgrund des Kontextes halte ich diese Lösung für die sinnvollste und überzeugendste. Nimmt man nun die Verse 2 und 3a zusammen, so bedeutet das: "Ich kann euch nicht loben - auch wenn ich das ironisch tue -, denn ihr kennt zwar meine Überlieferungen, aber ihr richtet euch nicht nach ihnen. Aber das will ich! Ich will, daß ihr euch nach meinen Überlieferungen richtet!"
Vers 3b wird von den meisten Auslegern 7Paulus zugeschrieben; ich bezweifle das aber und schreibe dies den Korinthern zu, die Paulus in seinem Brief lediglich zitiert - ordentlich eingeleitet mit den Worten "ihr wißt..." im Sinne von "ihr versteht es so, daß...".Des Paulus grundlegende Aussage "da ist nicht ... Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus" 8 verbietet die traditionelle Auslegung und die paulinische Urheberschaft dieses Satzes hier regelrecht. Darum kann Paulus auch nicht wollen, daß die Korinther dies wissen - und eben darum gehört Vers 3a - "ich will aber" - meiner Meinung nach zu Vers 2. Würden sie die Überlieferungen des Paulus wirklich festhalten, wie er es will, würden sie wissen, daß in Christus nicht Mann noch Frau ist, sondern daß sie alle einer in Christus Jesus sind.
Paulus zitiert nun also ab Vers 4 die Thesen der Korinther zur Stellung der Frau in der Ordnung Gottes und des Menschen. Ich persönlich glaube, daß die Korinther Paulus' Lehre von der Unterordnung untereinander (Epheser 5,21-33) dahingehend mißverstanden haben, daß sie die Frau als von geringerem Wert und von geringerer Bedeutung als den Mann betrachteten. Dadurch (und wohl auch durch andere Einflüsse) entstand die Lehre, daß der Höchste Gott wäre, sodann (von geringerer Bedeutung und geringerem Wert) Christus9, dann der Mann und schließlich die Frau. Von den Worten her klingt das noch ähnlich wie bei Paulus in Epheser 5, die Bedeutung ist jedoch schon eine erschreckend andere. Wir wissen, daß die drei Personen (Hypostasen) der Trinität wesensgleich sind. Christus ist nicht von geringerer Bedeutung und geringerem Wert als der Vater, auch wenn er sich in seinem Handeln dem Willen des Vaters freiwillig unterordnet. So sind denn auch Mann und Frau gleich. Keiner von beiden ist von geringerer Bedeutung oder von geringerem Wert als der andere, auch wenn sich beide freiwillig einander unterordnen. Mann und Frau sind gleichen Wesens.
In den folgenden Versen zitiert Paulus nun, einen Punkt nach dem anderen, die Thesen der Korinther zur Schleierfrage. Die Verse 7 bis 8 stehen dabei in krassem Gegensatz zu den Versen 11 bis 12. Letztere entsprechen dem Schöpfungsbericht, erstere nicht. Die Frau ist nun einmal nach dem Zeugnis des Schöpfungsberichtes ebenso Ebenbild Gottes wie der Mann, sie ist nicht das Ebenbild des Mannes, der dann alleine das Ebenbild Gottes wäre.
Mit Vers 10 beginnt Paulus' Antwort. Eine Frau soll Vollmacht über ihren Kopf haben. Mit "Macht"10 ist hier nicht ein Schleier gemeint, sondern Vollmacht, auch nicht der Schleier als Zeichen der Macht, die ihr Mann über sie hat, sondern ihre eigene Macht über ihr Haupt. Mit den drei Worten "wegen der Engel" weist Paulus daraufhin, welche Macht den Frauen gegeben ist: Mit den Männern werden sie über Engel richten11, also können sie auch über Alltägliches richten: ob sie einen Schleier tragen wollen oder nicht.
Das "Vollmacht über ihr Haupt" in Vers 10, griechisch exousia epi, meint ganz gewiß nicht einen Schleier. Das Wort bedeutet tatsächlich "Vollmacht über" etwas haben - etwa über Dämonen -, es wird erstens niemals passiv gebraucht (jemanden über sich haben, der Vollmacht über einen hat), sondern ausschließlich aktiv, und es bezieht sich zweitens auch nie auf einen Gegenstand, der auf etwas oder jemandem liegt. Es geht hier ausschließlich darum, daß Frauen Vollmacht über ihren Kopf haben, weder darum, daß sie jemanden über sich haben, der Vollmacht über sie ausübt (also den Ehemann), noch darum, daß sie etwas (ein Zeichen der Vollmacht) auf ihrem Kopf tragen. Vers 10 kann darum unmöglich den Schleier meinen.
Manche Ausleger sehen in Vers 10 noch eine korinthische These, auf die Paulus dann nicht eingehen würde. Sollte diese Auslegung zutreffen, bezogen sich die Korinther vielleicht auf 1. Mose 6,1-4 und wollten darum wegen der "Engel-Ehen" die Verhüllung der Frau. Da sich "Engel" wohl kaum von einem Schleier abhalten ließen, was-auch-immer zu tun, kann diese These kaum auf Paulus zurückgehen, sondern wäre eine eigentümliche Sonderlehre. Es mag auch sein, daß die Korinther tatsächlich wegen der "Engel" die Verschleierung forderten - und daß Paulus zwar das Schlagwort "wegen der Engel" aufgreift, aber nicht in Bezug auf 1. Mose 6 benutzt, sondern in bezug auf 1. Korinther 6,3, er füllt das korinthische "wegen der Engel" also mit einem ganz neuen Inhalt: nicht wegen der Macht der Engel (Frauen zu nehmen) sollen die Frauen sich verschleiern, sondern wegen der Vollmacht der Frauen über die Engel haben Frauen auch Vollmacht über ihr Haupt. In jedem Fall steht 1. Korinther 6,3 unserem Text näher als 1. Mose 6,1-4.
Paulus hatte die Korinther in den Versen 3 bis 9 ausführlich und These für These zitiert, nun widerlegt er jede einzelne These der Korinther. Vers 11a widerlegt 9b, Vers 11b widerlegt 9a, Vers 12a widerlegt 8b, Vers 12b widerlegt 8a und die Verse 13-15 widerlegen die Verse 4 bis 7. Keine These der Korinther bleibt unwiderlegt, jeder These begegnet Paulus:
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Korinthische Thesen
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Erwiderungen des Paulus
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"Frau", "unverhüllt", "beten", "Mann", "Ehre"
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4 bis 7
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13 bis 15
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"Frau", "unverhüllt", "beten", "Mann" "Ehre
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Der Mann nicht von der Frau
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8a
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12b
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Mann durch die Frau
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Sondern die Frau vom Mann
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8b
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12a
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Frau vom Mann
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Mann nicht um der Frau willen
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9a
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11b
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Mann nichts ohne die Frau
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Frau um des Mannes willen
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9b
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11a
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Frau nichts ohne den Mann
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(vielleicht "wegen der Engel" - nicht sicher)
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10
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10
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Die Frau soll Vollmacht über ihr Haupt haben!
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Soweit eine Gegenüberstellung der betreffenden Verse (nach Thomas P. Shoemaker).
Die Verse 13 bis 15 werden meist als zwei rhetorische Fragen wiedergegeben: "Ist es anständig, daß eine Frau unverhüllt zu Gott betet? - Oder lehrt euch nicht selbst die Natur, daß..?". Das Altgriechische kennt keine Satzzeichen, also auch keine Fragezeichen. Diese wurden erst später hinzugefügt. Ob ein Satz eine Frage ist oder eine Aussage, muß anhand der Wortstellung entschieden werden. Interessanterweise stehen die Sätze im Urtext nicht in einer Form, die unbedingt auf Fragen schließen läßt, sondern in Form von Aussagen: "Anständig ist es, daß eine Frau unverhüllt zu Gott betet! - Auch nicht die Natur selbst lehrt euch..!", so die wörtliche Übersetzung. In der deutschen Übersetzung werden Wortumstellungen vorgenommen, die im altgriechischen Urtext tatsächlich fehlen. Die Übersetzung als Aussage ist also nicht nur möglich, sie ist auch sinnvoll, wie wir gerade an den Versen 14 bis 15a sehen; denn wie sollte die Natur lehren, daß lange Haare für den Mann eine Schande ist, für die Frau aber eine Ehre? Darum: die Natur lehrt dies nicht. Man könnte vielleicht betreffs des Bartes mit der Natur argumentieren, nicht aber betreffs der Haarlänge.
Im griechischen Urtext steht für "es ist geziemend" prepon estin. Diese Formulierung findet sich in der Bibel nur noch zwei weitere Male: Matthäus 3,15 und Hebräer 2,10. In beiden Fällen werden sie als Aussage verstanden und auch übersetzt; als Fragen würden sie auch den Sinn jeweils entstellen. Was nun für Matthäus 3,15 und Hebräer 2,10 selbstverständlich ist, sollte so auch für 1. Korinther 11,13 in gleicher Weise gelten.
In Vers 15b haben das "ihr" in dem Satzteil "das Haar ist ihr als Schutz gegeben" nur neue Handschriften, in den älteren Handschriften kommt dies "ihr" nicht vor. Das Wort, das die meisten Bibelübersetzungen hier mit "Schleier" wiedergeben, bedeutet tatsächlich "Decke" oder "Schutzdecke"; das Haar ist also nicht als Schleier gegeben, sondern als Schutz, und zwar Frau und Mann, nicht nur "ihr", der Frau.
Selbst wenn man Vers 15 traditionell liest, haben wir in diesem Vers eine deutliche Aussage Paulus' gegen den Schleier vor uns: "Das Haar ist ihr anstelle eines Schleiers gegeben". Wenn sie also in ihren Haaren einen Schleier hat, braucht sie doch darüber hinaus keinen Schleier mehr zu tragen! Wie man es dreht und wendet, Vers 15 unterstützt nicht die These, daß Paulus für den Schleier eintritt.
In Vers 16 kommt Paulus noch einmal darauf zurück, daß er und die Gemeinden Gottes eine "solche Gewohnheit nicht haben" - meint er das Rechthaberischsein? Wohl kaum, er meint das Verschleiern der Frau wegen der korinthischen Thesen.
Im Alten Testament gibt es keine Sitte, daß sich Frauen beim Beten oder prophetisch Reden verschleierten - warum sollte Paulus dann diese Sitte einführen? Ebenso war schon im Alten Testament langes Haar bei Männern für diese keine Schande. Vielmehr finden wir sogar im Alten Testament eine Stelle, in der sich eine Frau verschleiert, um als Hure zu erkennen zu sein (Tamar, siehe 1. Mose 38,14-15).
Die traditionelle Auslegung
Die traditionelle Auslegung (und Übersetzung) von 1. Korinther 11,1-16 schafft mehr Probleme, als die Theologen lösen können. Es finden sich dann zahlreiche Widersprüche sowohl innerhalb des Textes als auch zu anderen Bibeltexten. Folgende Probleme ergeben sich aus der traditionellen Auslegung:
- Der Text läßt offen, um was für eine "Sitte" es sich überhaupt handelt. Erstens: welche "Sitte" kennen Paulus und die Gemeinden Gottes in Vers 16 nicht? Zweitens, wenn mit der "Sitte" das Verhüllen gemeint ist, warum wird nicht gesagt, wie sich eine Frau verhüllen soll (Kopftuch, Schleier, wirklich alles bedecken...)? Egal, was man tut - sich nicht verhüllen oder ein Kopftuch tragen, folgt man entweder nicht der eigenen Auslegung, wenn Frauen sich nicht verhüllen, oder man folgt einer Sitte, die womöglich nicht der Sitte des Paulus und der Gemeinde entspricht, falls da etwas anderes als ein Kopftuch gemeint war.
- In Vers 15, wo der "Schleier" direkt erwähnt wird - "das Haar ist ihr als Schleier gegeben", wird gerade gegen den Schleier argumentiert. Wenn ihr das Haar als Schleier gegeben ist, braucht sie ja keinen richtigen Schleier mehr zu tragen, denn warum sollte sie sich zwiefach verhüllen?
- Etliche Verse des Textes widersprechen einander. Siehe obige Gegenüberstellung der Verse 4 - 9 sowie 11 -15. Warum sollte Paulus sich selbst widersprechen oder seine Aussagen nachträglich revidieren?
- Der Text widerspricht anderen Stellen der Bibel: Tamar, die sich verschleiert, um als Hure zu gelten12, Männer mit langen Haaren... Die Verse 7 - 8 widersprechen dem Schöpfungsbericht (anders als die Verse 11 - 12).
- Vers 10 kann nur mit Hilfe von Vermutungen ausgelegt werden, da Paulus sonst nichts lehrt, das dem "wegen der Engel" entsprechen würde. Freilich ist auch die Auslegung, die Vers 10 mit Kapitel 6,3 verknüpft, nur eine Vermutung, die jedoch weit verständlicher ist.
- Auf jeden Fall muß das exousia epi immer als "aktiv Vollmacht über etwas oder jemanden haben" verstanden werden, es kann nicht als "ein Zeichen der Vollmacht tragend" oder "jemanden Vollmächtiges über sich habend" verstanden werden. Die traditionelle Auslegung geht aber entweder von dem einen oder von dem anderen (bzw. von einer Kombination beider Thesen) aus und wird damit dem exousia epi nicht gerecht.
- Die beiden Fragen in den Versen 13 und 14 werden ohne Begründung als Fragen übersetzt und verstanden, obgleich die Übersetzung als Aussagen nicht nur möglich, sondern auch sinnvoller ist, weil dabei Widersprüche vermieden werden, die bei der Übersetzung als Frage unumgänglich sind. Vor allem würde man dann nicht die Natur als Argument für Gottes Willen heranziehen müssen, was in der Bibel einzigartig wäre - und darum äußerst bedenklich. Es ist sinnvoller, die Natur gerade nicht als Argument heranzuziehen. Göttliche Ordnungen leiten sich aus der Bibel ab, nicht aus der Natur.
- Wie soll man diesen Text in unsere heutigen Gemeinden integrieren? Soll man verlangen, daß sich Frauen auch heute verschleiern (und wenn ja: wie, wann, wo?), oder tut man Paulus' Gebot als "kulturell bedingt" ab - doch wenn man dies tut, mit welchem Recht? Woher nehmen wir das Recht, ein uns nicht genehmes Gebot abzulehnen? Der Text gäbe keine Handhabe, die Durchführung heute abzulehnen, und auch außerhalb des Textes ließe sich nur schwer solche Handhabe gegen den Text finden.
Die alternative Auslegung
Die alternative Auslegung beruht auf einer Übersetzung des Textes, die nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll ist - und in Anbetracht der Probleme, die die traditionelle Übersetzung und Auslegung mit sich bringen, sogar weit sinnvoller ist als jene. Sie kennt nicht jene Widersprüche innerhalb des Textes und auch zu anderen Bibelstellen, die bei der traditionellen Auslegung unausweichlich sind.
- Wenn Paulus und die Gemeinden Gottes die Sitte des Verhüllens nicht kennen, stellt es kein Problem dar, daß wir diese Sitte nicht kennen, weil der Text sie nicht exakt darstellt. Sitten, die Paulus und die Gemeinden Gottes nicht kennen, brauchen auch wir nicht zu kennen. Ob nun Kopftuch oder Schleier - einerlei, da es um die Verhüllung geht, die eben kein Gebot ist, sondern von Paulus abgelehnt wird.
- Der nicht vernünftig aufzulösende Widerspruch in Vers 15, "das Haar ist (ihr) als Schleier (Schutzdecke) gegeben" gegenüber dem "sie soll sich verschleiern" entsteht gar nicht erst.
- Es entstehen keine Widersprüche zwischen den Versen 4 - 9 und 11 - 15. Paulus widerspricht sich ebenso wenig, wie er nachträglich seine Aussagen revidiert.
- Es entstehen keine Widersprüche zu anderen Stellen der Bibel.
- Es ist kein Problem, davon auszugehen, daß Vers 10 auf Kapitel 6 zurückgreift. In beiden Fällen geht es "Alltagsfragen", die ja wohl geringer sind als das Richten über die Engel.
- Das exousia epi kann korrekt übersetzt und ausgelegt werden. Die Frau hat exousia epi, Vollmacht über ihr Haupt, sie soll selbst entscheiden, ob sie sich verschleiern will oder nicht. Die sprachliche Unmöglichkeit, das exousia epi als "ein Zeichen der Vollmacht tragend" bzw. "jemand Vollmächtiges über sich habend" wird umgangen.
- Die Natur wird nicht mehr als Argument für den Willen Gottes herangezogen, sondern gerade zurückgewiesen: "Die Natur lehrt euch nicht...". Es wäre auch nicht einsichtig, wo die Natur lehren sollte, daß lange Haare für den Mann eine Schande, für die Frau aber eine Ehre sind.
- Es stellt kein Problem dar, den Text in unsere heutigen Gemeinden zu integrieren, da es kein zu befolgendes Gebot gibt, sondern nur die Feststellung, daß die Frauen Vollmacht über ihr Haupt haben. Man muß keine Argumente suchen oder konstruieren, sich heutzutage nicht zu verschleiern.
Vertreter der alternativen Übersetzung und Auslegung von 1. Korinther 11,2-16
Die alternative Übersetzung und Auslegung des Textes ist nicht neu und keine Eintagsfliege. Ich habe sie auch nicht erfunden, sondern von anderen Theologen übernommen. Ich selbst wurde darauf durch Thomas Schirrmacher aufmerksam (siehe sein Buch "Paulus im Kampf gegen den Schleier", Nürnberg 200213); und folgende Autoren seien nach Schirrmacher noch zu nennen:
John Lightfoot (17. Jahrhundert), Katharine Bushnell, Jessie Penn-Lewis, Paul Petry, Ernestine von Trott zu Solz, J.C. Hurd, Joyce Harper, Ralph Woodrow, Alan Padgett, Thomas P. Shoemaker.
Seit dem 17. Jahrhundert bis heute lehren also bibelgläubige Theologen die alternative Übersetzung und Auslegung von 1. Korinther 11,1-16, wie ich sie hier kurz vorgestellt habe14.
Zitate und Ironie im 1. Korintherbrief
Die alternative Übersetzung und Auslegung von 1. Korinther 11,2-16 baut zum Teil auf der These auf, daß Paulus häufig Ironie und Zitate gebraucht. Leider reicht der Platz hier nicht, um den Gebrauch von Ironie und Zitaten ausführlich zu erläutern. Es sei auf das schon erwähnte Buch "Paulus im Kampf gegen den Schleier" von Thomas Schirrmacher (Nürnberg 2002) verwiesen, auf das entsprechende vierte Kapitel "Zitate und Ironie im ersten Korintherbrief".
Was bedeutet das nun für uns?
Paulus lehrt, daß "er und die Gemeinden Gottes" die Sitte, daß sich Frauen beim Beten und prophetisch Reden verschleiern, nicht haben. Zentrum seiner Argumentation ist, daß Frauen wegen der Engel15 Vollmacht über ihr Haupt haben: ob sie sich verschleiern oder nicht. Und weil der Schleier letztlich nutzlos, ja sinnlos ist, darum haben eben "er und die Gemeinden Gottes" diese unnütze Sitte nicht.
Wir tun gut daran, wenn wir Paulus hierin folgen und es den Frauen in den christlichen Gemeinden selbst überlassen, ob sie sich verschleiern oder nicht; die christlichen Frauen tun gut daran, zu bedenken, daß Paulus und die Gemeinden Gottes zu seiner Zeit diese Sitte nicht kannten.
Wenn Frauen sich also nicht verschleiern und kein Kopftuch tragen, so tun sie genau das, was Paulus lehrt - nur allzu oft aus den falschen Beweggründen, weil sie nicht wollen und/oder dies mit dem Hinweis auf vorgebliche "kulturelle Gründe" festmachen. Tatsächlich lehrt Paulus aber, daß Frauen sich nicht verschleiern brauchen - also können sich die Frauen, die sich nicht verschleiern wollen, gerne und problemlos auf Paulus beziehen.
Epilog
Das "Schleiergebot" in 1. Korinther 11,2-16 ist nicht die einzige Stelle bei Paulus, die meines Erachtens falsch verstanden und ausgelegt wird. Gleiches gilt für Aussagen wie, "die Frauen sollen schweigen in der Gemeinde", "einer Frau gestatte ich nicht, daß sie lehre" usw.
Petrus bezeichnet Paulus' Briefe als kompliziert16, und da hat er sicherlich nicht unrecht! Heutzutage machen viele Christen einen weiten Bogen um die schwierigen Stellen bei Paulus oder um den ganzen Paulus - was ich bedenklich finde, ebenso wie die These, Paulus habe viel kulturell Bedingtes gelehrt.
Sehr oft müssen wir einfach nur schauen, inwieweit Paulus deswegen heutzutage falsch verstanden wird, weil seine Briefe falsch ausgelegt werden. So kommen wir nicht nur beim "Schleiergebot", sondern etwa auch beim "Schweigegebot" und beim "Lehrverbot" zu ganz anderen Ergebnissen als die herkömmliche Auslegung.
Paulus ist nicht das theologische Monster, für das viele Christen, selbst bibelgläubige Christen, ihn halten - aber wir haben in der Tradition von Kirche und Theologie eine Monstertheologie geschaffen, die wir fälschlicherweise Paulus zuschreiben. Nicht Paulus ist das Monster, sondern unsere herkömmliche Auslegung, die den größten aller Theologen der Christenheit allzu oft falsch versteht.
Ich gestehe: ich bin ein Paulus-Fan - immerhin ist dieser Mann, dieser große Apostel und Prophet Gottes, der Mann, der eben jene Stellung im Christentum einnimmt, die Muhammad im Islam einnimmt. Und darum nehme ich mir die paulinischen Briefe immer wieder vor, um herauszufinden, was dieser Mann nun wirklich gelehrt hat.
Literatur
Ich möchte an dieser Stelle auf das wertvolle Buch "Paulus im Kampf gegen den Schleier - Eine alternative Auslegung von 1. Korinther 11,2-16" von Professor Thomas Schirrmacher verweisen (Nürnberg 2002, Verlag für Theologie und Religionswissenschaft) und diesem Werk eine weite Verbreitung wünschen.Es sei allen ans Herz gelegt, die sich für das Thema »Paulus und die Frauen" interessieren. Wer es mit offenem Herzen liest, dem wird es ein großer Gewinn werden, wie ich aus eigener Erfahrung bezeugen kann!
Weitere interessante Anmerkungen - allerdings ohne die ausdrückliche These, daß Paulus gegen den Schleierzwang argumentiert17 - finden sich in dem ebenfalls sehr empfehlenswerten Buch "Ohne Unterschied? - Frauen und Männer im Dienst für Gott" von Marilyn B. Smith und Ingrid Kern (Gießen 2000, Brunnen-Verlag).
Fußnoten
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