Startseite

Wortwolke

sünde sündenfall sterben sünden

Powered by RafCloud

Social Bookmarks

Add to: Mr. Wong Add to: Webnews Add to: Icio Add to: Oneview Add to:  FAV!T Social Bookmarking Add to: Favoriten.de Add to: Seekxl Add to: Social Bookmark Portal Add to: BoniTrust Add to: Power-Oldie Add to: Bookmarks.cc Add to: Newskick Add to: Newsider Add to: Linksilo Add to: Readster Add to: Yigg Add to: Linkarena Add to: Simpy Add to: Netvouz Add to: Folkd Add to: Spurl Add to: Google Add to: Blinklist Information
Social Bookmarking
716078
Tod PDF Drucken E-Mail
Christlicher Glaube - FAQ
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 13. Juli 2009 um 12:55 Uhr

Was ist der Tod?

Eines der zentralen Themen der Bibel wie auch des christlichen Glaubens ist die Frage nach dem Tod und des richtigen Umgangs mit dem Tod und dem Sterben.

Doch auch in der Natur spielt der Tod eine zentrale Rolle. Den Tod gibt es praktisch ebenso lange wie das Leben. Seit es die ersten Einzeller, Bakterien, Viren, Pilze usw. gab, hat es auch den Tod als ständigen Begleiter des Lebens gegeben. Die Evolution des Lebens kommt ohne den Tod nicht aus - nur weil ein Lebewesen, das nicht so gut angepaßt ist, wahrscheinlich eher stirbt als ein besser angepaßtes, kann dieses seine Gene mit höherer Wahrscheinlichkeit besser weitergeben; was besser angepaßt ist, kann überleben, was schlecht angepaßt ist, stirbt aus. Doch was stirbt, geht nicht einfach verloren - das Leben wird zum Teil erst möglich, weil abgestorbene Materie Teil des Lebens wird: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein und bringt keine Frucht, weiß schon die Bibel ( Johannes 12,24 ).

Im christlichen Glauben bewegen wir uns beim Thema Tod zwischen den Eckpunkten Sünde, Sündenfall, Tod und ewiges Leben. Hierzu müssen erst einmal ein paar Begriffe geklärt werden.

Der Begriff der Sünde bezeichnet in der Bibel nicht vor allem einen moralischen Wert. Das Wort meint eine "Zielverfehlung": Wer sündigt, der verfehlt sein Ziel. Das Ziel, das zu verfehlen die Bibel den Menschen anklagt, ist ein Doppeltes: Zum einen die Abhängigkeit von Gottes Rolle als Geber des Gesetzes und Stifter der Ordnung, zum anderen die Abhängigkeit von Gott als dem Ursprung des Lebens. In 1. Mose 3 stellt uns die Bibel diese beiden Lebensziele in Gestalt von zwei Bäumen vor, dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse und dem Baum des Lebens. Wo der Mensch sich von Gottes Gesetz und Ordnung unabhängig macht und wo der Mensch sich von Gottes Leben unabhängig macht, da verfehlt er sein ihm von Gott gesetztes Ziel, da sündigt er. Die zweite Sünde hat Gott dem Menschen unmöglich gemacht - ehe er diese Sünde begehen kann, nimmt Gott dem Menschen die Möglichkeit dazu. Dennoch versucht der Mensch alles, um "ewig" zu leben - freilich vergeblich. 

Der Sündenfall in 1. Mose 3 ist kein historischer Tatsachenbericht, sondern ein Bild, mit dem in zeitgenössischen Worten das Wirken (nicht nur) von Sünde und Tod auf das menschliche Leben dargestellt wurde. Die Sünde kam in die Welt, und mit ihr der Tod.

Der Tod nun ist das große Problem der modernen Theologie. Über Jahrhunderte hinweg war es klar: Etwa im Jahre 6.000 bis 4.000 vor Christus entstand das Leben, dann geschah der Sündenfall, dann kam der Tod. Weder die Autoren der Bibel noch ihre Ausleger konnten es anders wissen. Erst in den letzten Jahrhunderten entwickelte sich das naturwissenschaftliche Denken so weit, daß wir heute wissen: Das Leben entstand schon viel, viel früher, und auch der Tod herrschte schon sehr viel früher, schon unvorstellbare lange Zeiten vor dem modernen Menschen. Damit zerbrach die bis dahin gedachte Einheit von Sündenfall und Tod, und die Theologie war gefordert, das Verhältnis von Sünde und Tod neu zu denken.

Die Naturwissenschaft, vor allem die Evolutionstheorie, gibt uns einige Punkte vor, in denen sich die christliche Auslegung bewegen muß, die Bibel gibt uns andere Punkte vor. Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist allein das Modell glaubhaft, daß der Tod nahezu ebenso lange existiert wie das Leben, und der Tod ist für die Evolution des Leben eine unverzichtbare Voraussetzung. Der Tod kam nicht erst später dazu, als das Leben schon sehr lange existiert hat, und ganz sicher kam er nicht erst ins Spiel, als der Homo sapiens sapiens als einer der Hauptakteure des Sündenfalls die Bühne betreten hat. Aus biblischer Sicht gibt es eine enge Verbindung zwischen der Sünde und dem Tod, und es gibt in der Bibel keinen Anhaltspunkt, daß hier etwa an einen geistlichen Tod anstelle eines biologischen Todes gedacht wird (manche Theologen sehen das anders und nehmen an, daß im Bericht vom Sündenfall von einem "geistlichen Tod" die Rede ist, der vom biologischen Tod unterschieden werden muß). 

Da der Sündenfall nicht als Tatsachenbericht gedacht werden muß, ergibt sich für mich die freilich spekulative Annahme, daß dem biblischen Sündenfall ein tatsächlicher "Sündenfall" vorausgeht - um viele Jahrmillionen. Das heißt, eine Art Sündenfall hat es gegeben, und das fand irgendwann zwischen dem Urknall und dem Auftreten des ersten Lebens statt. Dieser "Ur-Sündenfall" ist nicht als der bewußte Sündenfall etwa der ersten beiden Bakterien zu denken, die von einem anderen, vielleicht schlangenförmigen Einzeller verführt wurden und dann von einer Zelle der Erkenntnis von Gut und Böse naschten. Der menschliche Verstand kann sich den "Ur-Sündenfall" einfach nicht vorstellen - es ist wohl einfach so, daß das Leben von Anfang an die Möglichkeit hatte, sich von Gottes Gesetz, seiner Ordnung und seinem Leben unabhängig zu machen, eigene Wege zu gehen. Offen muß bleiben, was "das Leben" nun eigentlich ist - jedenfalls kein Ansprachpartner für uns Menschen, keine kosmische "Lebenskraft", aus der alles Leben hervorgeht, kein "Urleben", aus dem Leben in unsere Wirklichkeit strömt und hier Gestalt gewinnt. Naturwissenschaftlich werden wir "das Leben" nicht fassen, messen, begreifen können, nur das "Wie" seiner Entwicklung von den ersten Einzellern bis zum modernen Menschen, und die Bibel sagt uns auch nichts über "das Leben", außer daß es gewollt und geliebt ist. Es ist die Schöpfung, die durch theistische Evolution entstanden ist - und in der es zum Sündenfall gekommen ist.

Dieser angenommene Sündenfall hat sich dann durch die Evolution des Lebens bis zum Homo sapiens sapiens weiterentwickelt, bis zu den ersten Menschen. Und dieser Vorgang betrifft auch heute noch jedes einzelne Lebewesen, jede einzelne Kreatur, bis hin zu jedem einzelnen Menschen, der hoffnungslos in die Sünde verstrickt ist (die Theologie nennt dies "Erbsünde") und darum einmal sterben muß. 

Die Autoren der Bibel haben diese "Evolution der Sünde" dann in das ungeheuer ausdrucksstarke Bild des Sündenfalls umgesetzt, um es mit ihren Worten und ihren Bildern ausdrücken zu können, daß Sünde und Tod die zwei Seiten einer Medaille darstellen. Das eigentliche Drama des Menschen sieht die Bibel aber nun nicht im Tod der Kreatur im Allgemeinen oder dem Tod des Menschen im Besonderen, sondern darin, daß die Gemeinschaft der Kreatur und des Menschen mit Gott zerstört ist, daß Kreatur und Mensch getrennt von Gott leben müssen - und auch getrennt von Gott sterben müssen.

Ich komme hier, bevor wir zum nächsten Punkt übergehen, noch einmal auf die zweite Sünde zu sprechen, die in der Geschichte vom Sündenfall von dem Baum des Lebens illustriert wird, von dem weg Gott die Menschen aus dem Paradies vertreibt. Könnte der Mensch bildlich gesprochen von diesem Baum essen, so wäre seine weitere Existenz ein biologisches Leben, in dem der Tod abwesend ist. Man mag versucht sein, das als "ewiges Leben" zu bezeichnen, aber es wäre eher ein "ewiges Sterben", der Mensch wäre ein Zombie, ein lebender Leichnam.

Denn das eigentliche Ziel aller Kreatur einschließlich des Menschen ist das ewige Leben. Das ewige Leben ist nun weit mehr als nur ein biologisches Leben, das von der Abwesenheit des Todes geprägt ist. Die Bibel weist uns darauf hin, daß die Kreatur im ewigen Leben ganz anders beschaffen ist als in unserer Daseinsform. Sowohl der Auferstehungsleib des Herrn Jesus als auch sein Hinweis, daß Menschen nach dem Tode nicht mehr heiraten werden, weist eindeutig in die Richtung einer ganz neuen Daseinsform. Die Bibel weist auch darauf hin, daß das jetzige Leben erst ersterben muß, damit es viel Frucht bringen kann. Vor dem ewigen Leben steht also zwangsläufig der Tod.

Einerseits ist der Tod ein Feind aller Kreatur - die Bibel spricht vom "letzten Feind" -, andererseits ist der Tod nicht das Ende, sondern ein Übergang in das ewige Leben. In dieser nur schwer zu ertragenden Spannung müssen wir das Leben und den Tod ertragen.

Der biblische Bericht vom Sündenfall will lehren, daß der Tod tatsächlich ertragen werden kann, weil Gott sich des Menschen liebevoll annimmt, auch wenn er ein Sünder ist. Dieses Annehmen geht tatsächlich so weit, daß Gott in Jesus Christus in die Sterblichkeit des Menschen hinein tritt, ja, daß er sogar den Tod auf sich nimmt. Aber das mit dem Tod ist nur die eine Hälfte von dem, was am Kreuz geschehen ist.

Das Kreuzesgeschehen am Karfreitag hat zwei Höhepunkte. Der erste geschieht, als Jesus die Sünden der Menschen auf sich nimmt. Weil der sündige Mensch nicht in Gottes Gegenwart bestehen kann, zieht sich der Vater Jesu Christi in diesem Moment von seinem Sohn zurück, und Jesus tritt in die Gottverlassenheit der Menschen. Jesus, der Sohn Gottes, war schon vorher den Menschen in allen Dingen gleich ( Philipper 2,6ff ), doch nicht in der Sünde und der Gottverlassenheit, aber nun wird er, der die Sünden trägt und damit vor Gott nicht länger bestehen kann, in die Gottverlassenheit hinausgestoßen. Es ist gewissermaßen seine Vertreibung aus dem Paradies.

Dieser erste Höhepunkt endet mit Jesu letztem Wort, "es ist vollbracht!". Eigentlich könnte das Kreuzesgeschehen nun enden - Jesus könnte allein oder mit Hilfe engelischer Legionen vom Kreuz herabsteigen, hat er doch die Sünde der Menschen getragen und das Gericht auf sich genommen, die Gottverlassenheit. Das geschieht aber nicht, sondern Jesus stirbt. Das ist der zweite Höhepunkt, und er hat etwas Triumphierendes; denn nun, da "das Weizenkorn in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es nicht allein, sondern bringt viel Frucht". 

Das Sterben ist notwendig, um in das ewige Leben einzugehen. Das gilt für den Herrn Jesus, und das gilt auch für uns. Ohne zu sterben, können wir nicht in das ewige Leben eingehen.

Der Tod ist nicht einfach nur eine Strafe für die Sünde - er ist notwendig, um in das ewige Leben einzugehen. Darum ist es auch gut, daß - in der Bildsprache der Geschichte vom Sündenfall - Gott den Menschen weg vom Baum des Lebens vertrieben hat; denn nur so kann der Mensch in das ewige Leben eingehen.

Dennoch verbietet die Bibel, ein fahrlässiges oder vorsätzliches Sterben auf die leichte Schulter zu nehmen. Die Notwendigkeit des Todes, damit man in das ewige Leben eingehen kann, erlaubt es nicht, dieses Leben gering zu achten oder den Tod nicht als einen Feind eben dieses Lebens zu betrachten.

Wenn das diesseitige Leben eine Vorbereitung auf das ewige Leben ist, dann ist es verständlich, daß wir die Möglichkeiten, die uns dieses Leben dafür bietet, auskosten - und niemandem die Möglichkeit dazu nehmen, indem wir sein Leben, ob nun fahrlässig oder vorsätzlich, vor der ihm bestimmten Zeit beenden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 02. März 2010 um 11:47 Uhr
 
InfoAdministrationXML Sitemap