|
Philip Kuhn in WELT ONLINE: Kein richtiges Leben unter der falschen Burka - über die Französin Bérengère Lefranc, die 30 Tage lang komplett verschleiert war. Mit einem sehr interessanten Interview mit der mutigen Frau.
Lefranc: "Als Präsident Sarkozy Mitte Juni davon sprach, dass verschleierte Frauen in Frankreich nicht willkommen sind, hat sich meine Lebensqualität unter dem Schleier drastisch verschlechtert."
Das deckt sich mit unseren Erfahrungen - daß Ausmaß der Burkophobie ist nicht immer gleich, sondern unterliegt einem steten Auf und Ab, je nachdem, ob und wie die Verschleierung bzw. der Islam gerade in den Medien präsent ist.
Lefranc: "Was momentan in Frankreich passiert, ist eine regelrechte Hexenjagd, eine Scheindebatte. In Wahrheit geht es doch nur darum, anti-islamische Ressentiments zu bedienen. Diese Regierung will uns manipulieren."
Diesem Schlußwort der tapferen Französin ist zuzustimmen - und was sie sagt, das gilt in gewissem Maße auch für andere Länder Europas und natürlich auch für die Burkadebatte in Deutschland, auch wenn die deutsche Bundesregierung zumindest meiner Einschätzung nach nicht ganz so manipulativ ist wie die französische (dafür um so mehr viele unserer Medien).
Eine Hexenjagd ist die Forderung nach einem Burkaverbot auf jeden Fall, nicht nur, weil die Argumente der Verbotsbefürworter nicht auf harten Fakten und nachprüfbaren Beweisen beruhen, nicht auf "Wissen", sondern auf eine Art von "Glauben", auf Hörensagen, auf Bauchgefühl. In Europa sind mehrere Tausend Frauen Opfer dieser Hexenverfolgung - Humanismus, Aufklärung und Prinzipien wie Gleichheit und Freiheit erleben diese Frauen jedenfalls nicht aus erster Hand, obwohl der "Kampf gegen die Burka" ja angeblich auf Grundlage dieser Werte geführt wird.
|
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß Ihr Kommentar erst vom Webmaster freigeschaltet werden muß, um unerwünschte Werbung zu verhindern. Die Freischaltung erfolgt so schnell wie möglich.