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Erstaunliches und Wissenswertes zur Landtagswahl in BaWü PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Montag, den 28. März 2011 um 17:39 Uhr

Obwohl die CDU bei der diesjährigen Landtagswahl in Baden-Württemberg immerhin 5,2 Prozentpunkte verloren hat, bekam sie doch mehr Stimmen als 2006; immerhin 193.638 Wähler mehr haben der CDU ihre Stimme gegeben. Auch die SPD hat 155.652 Wähler hinzugewinnen können, obwohl sie 2,1 Prozentpunkte verloren hat.

Zu den Verlusten konnte es trotz der Stimmenzuwächse kommen, weil die Wahlbeteiligung gegenüber 2006 um 12,8 % zugenommen hat - die meisten der früheren Nichtwähler haben zwar für die Grünen gestimmt, aber auch die CDU und die SPD konnten frühere Nichtwähler für sich gewinnen.

Gewaltig verloren hat die Partei (so genannter) bibeltreuer Christen (PBC). Von 0,7 % auf 0,1 % - und trotz der höheren Wahlbeteiligung dramatisch von 26.759 auf 4.647 Wähler gesunken, nein, abgestürzt. Das ist ein Totalverlust in Höhe von 22.112 Wählern. Bei den in totalen Zahlen verlierenden Parteien liegt sie damit an dritter Stelle nach der FDP und den Republikanern. Sie hat dabei so viele Wähler verloren wie keine andere Partei: Immerhin 82,6 %. Rechnet man die erhöhte Wahlbeteiligung mit hinein, hat sie sogar 88,7 % verloren.

Die bisherigen Nichtwähler haben, wir lasen es schon, vor allem die Grünen gewählt: 266.000. Das ist ohnehin die größte Wanderung der Wähler, die während dieser Wahl zu beobachten war.

Doch immerhin 221.000 der früheren Nichtwähler haben CDU gewählt und noch 162.000 die SPD. Die FDP konnte von bisherigen Nichtwählern 15.000 für sich begeistern - doch darüber hinaus höchstens das eigene Potential überzeugen. Von den anderen Parteien ist niemand zur FDP gewechselt, doch fast 180.000 Wähler sind zu anderen Parteien abgewandert, vor allem zur CDU und zu den Grünen.

Die CDU konnte nur ehemalige Nicht- und FDP-Wähler für sich gewinnen, ansonsten mußte sie Wähler abgeben, vor allem an die Grünen: 87.000. Darüber hinaus wanderten 39.000 CDU-Wähler zur SPD und immerhin 5.000 zu den Linken ab.

Die SPD konnte ehemalige Wähler fast aller anderen Parteien und auch frühere Nichtwähler von sich überzeugen - mußte aber auch 140.000 Wähler an die Grünen abgeben.

Die Grünen mußten niemanden an andere Parteien abgeben - sie haben in allen Bereichen der Wählerwanderung profitiert.

Erfreulich ist, daß NPD und Republikaner zusammen 1,1 % bzw. 25.368 Wählerstimmen verloren haben - trotz erhöhter Wahlbeteiligung. Sie kommen zusammen noch auf 2,1 % bzw. 104.932 Wähler.

(Quellen:  Infratest dimap bei Tagesschau.de Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. März 2011 um 17:58 Uhr
 

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