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Geschrieben von: Michael Molthagen
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Donnerstag, den 07. Oktober 2010 um 15:47 Uhr |
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Als ich heute in Ditzingens Zentrum war, fiel mir an der Markstraße auf, daß dort arabischer Singsang zu hören waren - klang ganz nach dem adhan, dem Gebetsruf der Muslime (nicht gerade das, was mein musikalisches Empfinden auch nur im Ertferntesten anspricht, aber das ist egal).
Eine junge Frau muslimischen Glaubens hatte das auch entdeckt und war über diese Beleidigung ihrer Religion nicht gerade erfreut. Der adhan zweckentfremd mitten im Einkaufsgetümmel? Empörend.
Mir ist dann eingefallen, daß ich gelesen hatte, daß dieser Tage in Ditzingen ein Projekt namens Umverteilung Klänge innerhalb der Stadt umverteilt. So kam also der adhan in die Einkaufsstraße und die junge Muslima zu ihrem Ärgernis (das vielleicht noch größer gewesen wäre, hätte sie mitbekommen, daß dort wohl im Wechsel mit dem adhan auch Klänge aus einer Kneipe und einem Kampfsport-Studio ertönen - eine reichlich seltsame Trias, die man da zusammengestellt hat).
Übrigens - die Ditzinger Moschee "spendet" zwar den adhan, ist selbst aber nicht als Ziel eines umverteilten Klangs (ich war extra da, um zu lauschen). Unter "Umverteilung" stelle ich mir freilich etwas anderes vor, eher so etwas wie einen Tausch. Warum also nicht etwa die Klänge des Wochenmarkts an der Moschee erklingen lassen? Allerdings muß ich die Moschee in Schutz nehmen - auch andere "Klang-Spender" bleiben selbst stumm. Ein echter Tausch wäre aber m.E. interessanter gewesen.
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