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Geschrieben von: Michael Molthagen
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Montag, den 04. Oktober 2010 um 15:07 Uhr |
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Einige meist selbst ernannte Fachleute sind der Meinung, die Tatsache, daß im Wurm Stuxnet das Wort "Myrtus" vorkomme, weise über einige Umwege auf die biblische Königin Esther und damit auf die Israelis. Das wurde in diversen Medien breit berichtet - sogar in idea, der "Bild-Zeitung der Evangelikalen"
Das ist aber vermutlich gar nicht so. In Stuxnet hat der Wurm-Autor tatsächlich die Zeichenfolge b:\myrtus\src\objfre_w2k_x86\i386 \guava.pdb hinterlassen, aber das myrtus sollte vermutlich als My RTUs gelesen werden. Eine RTU ist in den Siemens-Steuerungsanlagen, die Stuxnet infizieren möchte, echten Fachleuten zufolge ein terminus technicus, es handelt sich dabei um eine Remote Technical Unit, eine Fernbedienungseinheit. Und die dienen in diesem Fall der Fernsteuerung der von Stuxnet ins Visier genommenen Industrieanlagen.
Dem Autor des Wurms fiel wohl auf, daß sich der Pfad myrtus nicht nur liest wie My RTUs, sondern auch wie Myrtus, also "Myrte" (Myrtaceae). Darum hat er dann die Datei, auf die der Pfad weist, guave.pdb benannt, nach der Guave, einer ursprünglich südamerikanischen Pflanze aus der Familie der Myrten.
Das jedenfalls ist m.E. weit plausibler als die Vermutung oder besser Verschwörungstheorie, "Myrtus" habe etwas mit der biblischen Königin Esther und den Israelis zu tun. Und bekanntlich sollte man immer die einfachste Erklärung wählen.
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Oktober 2010 um 15:35 Uhr |
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