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Ermittlung wegen mutmaßlicher Koran-Verbrennung in Großbritannien - und auch gleich sechs Personen festgenommen.
Also, falls es wirklich nur um eine Koranverbrennung geht und nicht noch andere Faktoren eine Rolle spielen (Volksverhetzung, Aufruf zur Gewalt...), kann man nur sagen: Die spinnen, die Briten.
Hier scheint die Meinungsfreiheit wieder einmal unterlegen zu sein (und jeder, der Großbritannien kennt, weiß, daß bei einer Bibelverbrennung niemand ermitteln - geschweige denn jemanden festnehmen - würde, was die Angelegenheit besonders tragisch macht; denn sie zeigt, daß es hier nicht um Respekt vor religiösen Überzeugungen geht).
Nein, ich heiße eine Koranverbrennung nicht gut. Aber sie ist erst einmal nur eine Meinungsäußerung - freilich von völlig durchgeknallten Vollidioten - und als solche geschützt. Jedenfalls sollte es in einem Staat, der auf einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung fußt, so sein. Allein der einer Meinungsäußerung innewohnende Aufruf zu Gewalt kann m.E. dazu führen, daß die Freiheit zur Äußerung der betreffenden Meinung eingeschränkt wird.
Allerdings denke ich, daß so etwas bald auch hierzulande geschehen wird - machen wir uns nichts vor.
Machen wir uns aber auch nichts vor, was die Motive einer solchen Ermittlung betrifft: Es geht hier nicht einmal ansatzweise um Respekt vor dem Islam und dem Koran (anders als etwa zumindest teilweise in den USA), sondern um nichts anderes als um reine, nackte Angst vor dem Islam, vor den Muslimen, vor Gewalt und Terror. Gäbe es nicht die Furcht vor muslimischer Gewalt als Reaktion auf eine Koranverbrennung, gäbe es auch keinerlei Vorgehen gegen jede, die einen Koran verbrennen.
Als Muslim wäre ich nicht besonders froh über diese spezielle Behandlung - wenn allein Angst bestimmend ist, wie die Nichtmuslime mit den Muslimen umgehen, wie man mit dem umgeht, was Muslimen von Bedeutung ist, kann es kein gedeihliches Zusammenleben geben.
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Kommentare
Die Verdächtigen selbst sollen während der Koran-Verbrennung stark alkoholisiert gewesen sein - und die Aktion am 11.9. als "spontanen Protest" gegen den Tod von Briten in Afghanistan hinter einer Kneipe durchgeführt haben.
Die meisten der Verdächtigen haben Verbindungen zur rechtsextremist ischen EDL.
An eine publikumswirksa me Aktion haben die Verdächtigen offenbar nicht gedacht - die Tat kam erst sehr viel später ans Licht und sollte wohl ursprünglich gar nicht publik gemacht werden. Die Verdächtigen erklärten, sie wüßten nicht, wie das Video ins Internet gelangt sei.
Daß nun in Großbritannien und Frankreich Korane tatsächlich verbrannt worden sind, ruft dagegen zwar Ermittlungen hervor, aber keinerlei Proteste im Westen.
Die gleichen Leute, die gegen die Koran-Verbrennung durch Terry Jones und seine Sekte DWOC protestiert und dies auch oft genug für ihren Kreuzzug gegen die Evangelikalen instrumentalisi ert haben, schweigen in der Regel zu den Koran-Verbrennungen durch Nicht-Evangelikale bzw. Atheisten.
Offenbar macht es einen Unterschied, ob vermeintliche oder tatsächliche Evangelikale einen Koran verbrennen (oder dies nur ankündigen) - oder ob Atheisten dies tun.
Die spinnen...
Der 30jährige wird Medienberichten zufolge vor Gericht gestellt, angeklagt wegen "Provokation" und "Aufruf zum Rassenhaß".
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