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Daß Terry Jones vom Dove World Outreach Center in Gainsville, Florida, zu den Islamophoben zählt, ist keine neue Erkenntnis - und durch die letztlich erfolgte Absage der für den 11.9. geplanten Koranverbrennung wird diese "Diagnose" auch keinesfalls hinfällig; denn Jones' Einstellung zum Islam hat sich ja keinesfalls geändert.
Viel interessanter ist, was hinter Jones' Islamophobie steckt. Wer sich ein wenig mit seinen Publikationen und Äußerungen beschäftigt, findet schnell heraus, daß der Mann nicht nur süchtig nach Anerkennung und Beachtung ist.
Vielmehr gehört Jones zu denen, die mit einer sozialen Phobie eigene unterdrückte Persönlichkeitsmerkmale zu kompensieren versuchen - ähnlich wie es Homophobe mit ihren eigenen unterdrückten homoerotischen Persönlichkeitsmerkmalen tun.
Terry Jones, so scheint es mir, möchte so religiös wie möglich sein. Natürlich gehört er innerhalb des Christentums längst zu den radikalen Fanatikern, steht bereits weit außerhalb selbst des fundamentalistisch-evangelikalen Spektrums. Und doch ist da immer noch der Wunsch nach mehr Religiosität, nach mehr Glaubensstärke, nach einem stärkeren, unerschütterlicheren Glauben.
Er wird es selbst eher nicht wahrhaben wollen, aber diesen stärkeren, unerschütterlicheren Glauben, dieses Mehr an Religiosität findet er bei den Muslimen, die nicht selten sogar bereit sind, für ihren Glauben ihr Leben zu lassen - daß Terry Jones sich bewaffnet hat, um sich vor Angriffen zu schützen, beweist nur, daß er zu einer solchen Hingabe nicht bereit, nicht fähig ist. Die Waffe, die Jones immer mit sich herumträgt, ist Zeichen seines tatsächlich jämmerlich schwachen Glaubens.
Zum Islam zu konvertieren, kommt für Jones eher nicht in Frage (unterbewußt weiß er, daß er den von ihm angenommenen Anforderungen eines Lebens als Muslim nicht gewachsen wäre, sondern jämmerlich versagen würde), und so gleicht eine radikale Islamophobie diese unterdrückten Persönlichkeitsmerkmale aus.
Mit dem Wunsch, den Koran zu verbrennen, möchte Jones wohl unterbewußt seinen "Dämonen" austreiben. Der Koran steht damit für das, was er nicht erreichen kann, und was er nicht haben kann, soll auch kein anderer haben. Also muß der Koran brennen, also müssen die Muslime ihre Religion verlassen. Es darf niemanden geben, der einen stärkeren Glauben hat als er, nicht einmal ein Zeugnis eines solchen Glaubens.
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