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Koranverbrennungen und die Folgen PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Dienstag, den 14. September 2010 um 19:54 Uhr

Nun hat also Terry Jones keinen Koran verbrannt. Irgend einer seiner Fans war mit seiner Absage nicht wirklich glücklich und hat versucht zu zündeln, wurde aber erfolgreich daran gehindert.

In Tennessee haben zwei Pastoren, die zur evangelikalen Bewegung gehören oder von ihr abgespalten sein sollen, zwei Korane verbrannt.

In Washington haben sechs Christen, die ebenfalls zur evangelikalen Bewegung gehören oder von ihr abgespalten sein sollen, eine mir unbekannte Anzahl von Koranen zerrissen. Ich vermute, es waren wenigstens sechs und höchstens zwanzig.

Also: Acht Evangelikale haben einige Korane zerstört, einer hat es nicht geschafft.

Hinzu kommen noch zwei Personen in New York, die einen Koran zerrissen, mit den Blättern obszöne Gesten gezeigt und die Blätter dann verbrannt haben. Von diesen Personen wird nicht berichtet, welchen Hintergrund sie haben - die obszönen Gesten deuten eher nicht auf einen evangelikalen Hintergrund, eher auf einen atheistischen.

Dann gab es noch einen Australier, der Bibel- und Koran-Seiten als Zigarettenpapier verbrannt hat. Auch der dürfte eher dem Lager der "Neuen Atheisten" angehören.

Soweit die Zusammenstellung der mir bekannt gewordenen Zerstörungen und Verbrennungen. Weit schlimmer sind die Proteste in Teilen der islamischen Welt ausgefallen - und dort ist noch kein Ende abzusehen, obwohl hier schon mehrere Menschen getötet und eine christliche Schule niedergebrannt wurde - zum Glück hatte man die Kinder vorher in Sicherheit gebracht.

Die Proteste dürften aber noch eine Weile weitergehen und noch einiges an Sachschäden verursachen - und es dürften auch noch ein paar Menschen sterben. Ich bin allerdings sehr dagegen, die Schuld dafür Terry Jones und seinen evangelikalen oder atheistischen Epigonen zu geben, so sehr ich deren Handeln auch verabscheue.

Es gibt nichts, um die Taten der gewaltbereiten Demonstranten verständlich zu machen oder zu entschuldigen. Diese Radikalen sind für ihre Taten selbst verantwortlich, dafür kann der Westen nicht die Verantwortung übernehmen oder an Leute wie Jones delegieren. Dieser Fanatismus ist zu verurteilen und darf nicht relativiert werden, er muß als das beurteilt werden, was er ist: Terror. Niemand darf sich von diesem Terror sein Tun oder Lassen bestimmen lassen, niemand darf sich dadurch erpressen oder in Geiselhaft nehmen lassen, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darf nicht als Folge dieses Terrors eingeschränkt werden, unsere Grundrechte wie die Meinungsfreiheit dürfen nicht wegen dieses Terrors beschnitten werden.

Terroristen dürfen nicht zu Gesetzgebern oder verfassungsbestimmenden Organen werden.

 

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