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Nicht Boney M., aber Maizie Williams, ehemalige Tänzerin der von Frank Farian in Deutschland produzierten Disco-Gruppe der 70er und 80er Jahre, trat mit ihrer Band im Westjordanland auf, um dort die bekannten Boney-M.-Hits zu spielen, etwa "Daddy Cool" oder "Hooray! Hooray! It's A Holi-Holiday". Nur ein Hit fehlte: "Rivers Of Babylon", der erfolgreichste Titel der Band, mit dem Liz Mitchell & Co. seit 1978 immer wieder Erfolge feiern konnten.
Der Text von "Rivers Of Babylon" basiert auf zwei Bibeltexten, Psalm 137 und Psalm 19. Und in Psalm 137 heißt es auf englisch: "We wept when we remembered Zion" (zu deutsch "wir weinten, wenn wir an Zion gedachten") - dieser Liedzeile wegen mußten die Fans im Westjordanland auf "Rivers Of Babylon" verzichten.
Wohlgemerkt: Der Text hat nichts mit dem Zionismus zu tun oder gar mit dem Nahostkonflikt. Es ist die Klage der aus dem zerstörten Jerusalem nach Babylonien weggeführten Juden - vor mehr als 2.500 Jahren. Und damit ist die ganze Angelegenheit nichts anderes als Antisemitismus ('mal sehen, wann die üblichen Verdächtigen hierzulande ein Verbot von "Rivers Of Babylon" fordern).
Immerhin - es war keine Entscheidung Maizie Williams, sondern der palästinensischen Veranstalter, die - so Williams in einem Interview diplomatisch - darum "gebeten" hätten, auf dieses Lied zu verzichten.
Aber daß Williams dann nicht einfach die Koffer gepackt hat und wieder abgereist ist, spricht nicht gerade für die Dame.
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