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Kein "Rivers Of Babylon" im Westjordanland PDF Drucken E-Mail
Blog - Sonstiges
Geschrieben von: Michael Molthagen   
Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 16:04 Uhr

Nicht Boney M., aber Maizie Williams, ehemalige Tänzerin der von Frank Farian in Deutschland produzierten Disco-Gruppe der 70er und 80er Jahre, trat mit ihrer Band im Westjordanland auf, um dort die bekannten Boney-M.-Hits zu spielen, etwa "Daddy Cool" oder "Hooray! Hooray! It's A Holi-Holiday". Nur ein Hit fehlte: "Rivers Of Babylon", der erfolgreichste Titel der Band, mit dem Liz Mitchell & Co. seit 1978 immer wieder Erfolge feiern konnten.

Der Text von "Rivers Of Babylon" basiert auf zwei Bibeltexten, Psalm 137 und Psalm 19. Und in Psalm 137 heißt es auf englisch: "We wept when we remembered Zion" (zu deutsch "wir weinten, wenn wir an Zion gedachten") - dieser Liedzeile wegen mußten die Fans im Westjordanland auf "Rivers Of Babylon" verzichten.

Wohlgemerkt: Der Text hat nichts mit dem Zionismus zu tun oder gar mit dem Nahostkonflikt. Es ist die Klage der aus dem zerstörten Jerusalem nach Babylonien weggeführten Juden - vor mehr als 2.500 Jahren. Und damit ist die ganze Angelegenheit nichts anderes als Antisemitismus ('mal sehen, wann die üblichen Verdächtigen hierzulande ein Verbot von "Rivers Of Babylon" fordern).

Immerhin - es war keine Entscheidung Maizie Williams, sondern der palästinensischen Veranstalter, die - so Williams in einem Interview diplomatisch - darum "gebeten" hätten, auf dieses Lied zu verzichten.

Aber daß Williams dann nicht einfach die Koffer gepackt hat und wieder abgereist ist, spricht nicht gerade für die Dame.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 23. Juli 2010 um 10:25 Uhr
 

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